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Studie: Süßstoff macht noch mehr Lust auf Süßes

Doch kein Zucker-Ersatzprodukt

Studie: Süßstoff macht noch mehr Lust auf Süßes - Doch kein Zucker-Ersatzprodukt

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Wer Süßes isst, das mit Süßstoff zubereitetet ist, stillt seine Lust nach Zucker überhaupt nicht. Hirnforschungswissenschaftler der Uni Lausanne haben an Mäusen gezeigt, welche Schaltkreise bei diesem Prozess beteiligt sind.

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Der Stoffwechsel des Körpers ist eine komplexe Angelegenheit. Gerade die Verbrennung von Zucker ist in Zeiten von Übergewicht und gleichzeitigem Bewegungsmangel ein großes Thema. Man weiß schon seit längerem, dass Traubenzucker (Glukose) die Lust auf Süßes befriedigt und weiteres Verlangen nach süßen Speisen hemmt.

Dasselbe hatte man aber auch von Süßstoff angenommen. Nun hat ein Team um Gwenaël Labouèbe von der Universität Lausanne bewiesen, dass das nicht stimmt. Die Forscher zeigten, dass ein niedriger Blutzuckerspiegel bestimmte Nervenzellen anregt, die dann ein typisches Verhaltensmuster auslösen – genauer gesagt, die Lust auf Zucker erst richtig anregen.

Heißhunger auf was Süßes

Das Team hat in Gehirnen von Mäusen Nervenzellen identifiziert, die das Essverhalten direkt beeinflussen. Labouèbe erklärt in einer Pressemitteilung der Uni: „Wenn ein Mangel an Glukose diese Neuronen aktiviert, wechselwirken diese mit dem Belohnungssystem des Gehirns“, konkret heißt das, dass die Mäuse viel eher bereit sind, zuckerhaltige Nahrungsmittel zu suchen und zu fressen, wenn sie einen niedrigen Glukosespiegel haben.

Drang nach Süßigkeiten bleibt erhalten

Was das weiter bedeutet, ist im Fachjournal „Nature Neuroscience“ nachzulesen: Die Forscher haben nämlich auch bewiesen, dass lediglich beim Genuss von „richtigem“ Zucker genügend Glukose ausgeschüttet wird. Wenn Süßstoff oder Fruchtzucker im Körper verarbeitet wird, sind die beteiligten Neuronen nicht aktiv. Das ist der Beweis dafür, dass der Drang nach Zucker im Gehirn bestehen bleibt, wenn süßstoffhaltige Nahrungsmittel gegessen werden. Wenn genügend Glukose ausgeschüttet wird, versiegt die Aktivität der Neuronen.

Ein weiterer Beteiligter an der Studie, Bernard Torens von der Universität Lausanne, fasst zusammen, was dieser Mechanismus für alle Menschen bedeutet, die mit ihrem Gewicht kämpfen: Heute werden in der Lebensmittelproduktion so viel Süßstoff und Fruchtzucker eingesetzt, mit der Absicht, dass Menschen weniger Zucker zu sich nehmen. Doch nun ist bekannt, dass keiner der beiden Stoffe das Verlangen nach Süßem tatsächlich stillt.

Süßigkeiten soweit das Auge schaut

„Menschliche Schwäche“ nicht mehr verdammen

Das hat auch Folgen für die Psyche der Menschen: Wer künstlich gesüßte Lebensmittel isst und „richtigem“ Süßem danach doch nicht widerstehen kann, fühlt sich deswegen oft schlecht. Doch dieses Verhalten lässt sich mit der Studie zumindest erklären und Betroffene können in Zukunft künstlich Gesüßtes meiden. Denn: Wenn man nicht immer und immer wieder zugreifen muss bei Süßem, könnte sich durchaus positiv auf den Selbstwert eines Menschen auswirken.

Dass die beteiligten Stoffwechsel-Mechanismen sehr komplex sind, ist klar. Fakt ist jedoch, dass der Körper unterschiedlich mit verschiedenen Zuckerquellen umgeht. Die Forschungsergebnisse erklären zudem weiter, warum die Übergewichts-Epidemie seit der Einführung von Zuckeraustauschstoffen nicht weniger, sondern mehr geworden ist.

So helfen die Forschungsergebnisse der Uni Lausanne auch anderen Forschungsarbeiten, Übergewicht zu bekämpfen und zeigen uns schlussendlich, wie wir gesünder leben können.

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