Spielsachen sind voller giftiger Chemikalien

Neue Studie des BUND

Spielsachen sind voller giftiger Chemikalien - Neue Studie des BUND

Giftiges Spielzeug im Mund

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Kinderspielzeug aus Plastik ist bunt, leicht, praktisch – aber auch giftig. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fand nun in acht von neun getesteten Produkten gesundheitsschädliche Stoffe.

Erschreckende Ergebnisse

Giftiges Kinderspielzeug? Das kann doch nicht sein vor allem in Deutschland, wo alles streng getestet wird, denkt man — aber leider täuscht man sich mit dieser Ansicht, denn der BUND hat jetzt erschreckende Entdeckungen gemacht.

Sieben unterschiedliche Spielzeuge sowie ein Schnorchel-Set und eine Schwimmbrille für Kinder ließ der BUND im Frühjahr 2015 auf Schadstoffe überprüfen. Die Produkte wurden in Deutschland gekauft, stammen von namhaften Herstellern und wurden von einem unabhängigen Labor getestet.

Die Ergebnisse sind sehr alarmierend: In acht von neun Produkten fanden sich krebsfördernde polyzyklische aromatische Verbindungen (PAK), fortpflanzungsschädliche Weichmacher und andere Giftstoffe. Lediglich in einem einzigen Spielzeug konnten keine bedenklichen Chemikalien nachgewiesen werden.

Grenzwert um das 45-fache überschritten

Was in der BUND-Stichprobe besonders schockiert, ist das Kinder-Schorchel-Set der Firma Aqua-Lung: Es enthielt einen ganzen Weichmacher-Cocktail. Die Konzentration des Stoffes Diethylhexylphthalat (DEHP), der die Entwicklung der Sexualorgane von Kindern schädigen kann, war in dem Schnorchel ganze 45-mal höher als der für Spielzeug geltende Grenzwert vorschreibt.

Da das Schnorchel-Set nicht zum klassischen „Spielzeug“ zählt – ist es von dem gesetzlichen Grenzwert nicht betroffen. Doch gerade in diesem Fall kann das besonders schlimme Konsequenzen haben, denn das Produkt wird von Kindern in den Mund genommen und eng auf der Haut getragen, weshalb die Chemikalienbelastung hier besonders bedenklich ist.

Aber auch andere Produkte schockieren: In einem Werkzeugset für Kinder wurde der Grenzwert für DEHP überschritten, in einer Maltasche wurden mehrere Phtalate (Weichmacher) sowie eine erhöhte Belastung mit dem nervenschädlichen Toluol nachgewiesen. In fünf von sieben getesteten Produkten fanden die Tester Spuren von potenziell krebserregenden PAK.

BUND fordert strengere Grenzwerte

„Kinderprodukte sollten frei von gefährlichen Chemikalien sein,“ so der BUND. Denn die Ausdünstung von schädlichen Chemikalien ist gerade bei Kinderspielzeug gefährlich: Zum einen fassen Kinder ihr Spielzeug oft an oder nehmen es in den Mund, zum anderen sind sie auch besonders empfindlich für Schadstoffe.

Durch den Kontakt mit unterschiedlichen Spielwaren nehmen Kinder unter Umständen einen ganzen „Chemiecocktail“ auf – und mögliche Wechselwirkungen zwischen den Chemikalien sind noch kaum erforscht. Der BUND beklagt daher die lückenhafte Gesetzgebung und fordert deutlich strengere Grenzwerte für Spielwaren.

„Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Kinderprodukte frei von gefährlichen Chemikalien sind. Die jetzigen gesetzlichen Regelungen reichen jedoch nicht, um Kinder wirklich zu schützen. Deswegen fordern wir, dass die Hersteller ihre Waren von unabhängigen Laboren untersuchen lassen – und zwar bevor diese auf den Markt kommen“, erklärt BUND-Chemieexpertin Ulrike Kallee.

Was können die Eltern tun?

Die BUND-Expertin rät den Eltern, beim Kinderspielzeug selbst die Initiative zu ergreifen:

  • „Um ihre Kinder besser zu schützen, sollten Sie die Hersteller fragen, ob in deren Produkten schädliche Chemikalien enthalten sind“, so Kallee. Unternehmen sind verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen Auskunft zu erteilen.
  • Grundsätzlich sollten Eltern alle Kinderprodukte aus PVC meiden, da diese oft schädliche Weichmacher enthalten.
  • Auch der Schnüffeltest kann helfen: Stark riechende Produkte enthalten meist ausgasende chemische Substanzen, die auf eine Gesundheitsgefährdung der Kinder hinweisen.

Die ausführlichen Ergebnisse der BUND-Studie hier als PDF.

Quelle: bund.net, utopia.de

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