Softdrink-Branche wehrt sich gegen Zuckersteuer

Gesundheit

Softdrink-Branche wehrt sich gegen Zuckersteuer - Gesundheit

Drink Coca Cola

von

Immer mehr Menschen sind übergewichtig. In Europa stehen daher jetzt Softdrinkhersteller in der Kritik. Die süßen Getränke enthalten immer noch viel Zucker — das soll eine Zuckersteuer künftig verhindern.

Fast jeder dritte Erwachsene in der Schweiz und eines von sechs Kindern ist laut dem Bund übergewichtig. In Deutschland brachten 2013 laut Statistischem Bundesamt 52 Prozent der Erwachsenen zu viel auf die Waage.

Zu den gefährlichsten Dickmachern gehören Softdrinks. „Wir sehen ein, dass wir ein Teil der Lösung sein müssen“, so Matthias Schneider, Sprecher von Coca-Cola Schweiz sowie Vize-Präsident der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke.

Steuer auf ungesunde Lebensmittel?

In der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke haben sich schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten vor zwei Jahren zusammengeschlossen. Grund war der steigende Druck auf die Branche. Gemeinsam will der Verband in der Schweiz eine Zuckersteuer auf Softdrinks verhindern, wie sie beispielsweise Frankreich 2012 eingeführt hat. Zudem wehrt sich die Branche gegen mögliche Vorschriften, wie viel Zucker in den Getränken erlaubt ist.

Trotz der gesundheitlichen Gefahren befürworten nur 19 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine Zusatzsteuer auf zucker-, salz- und fetthaltige Lebensmittel — dies ergab eine von der Getränkebranche in Auftrag gegebene Studie des Meinungsforschungsinstituts GFS. Mit 65 Prozent sprach sich eine deutliche Mehrheit gegen Gesetze aus und betont stattdessen die eigenständige Entscheidung der Konsumenten. Immerhin 28 Prozent sind für einen weitaus radikaleren staatlichen Eingriff, nämlich für das Verbot „von ungesunden Lebensmitteln“. Fast ein Drittel der Befragten spricht sich für den „Verzicht auf die Genussmittelproduktion“ aus.

Kind isst Junkfood

In Deutschland sieht das Bild ähnlich aus: die Bevölkerung wird immer dicker und Schuld sind auch hier zumindest teilweise Softdrinks. Hier gab es bis 1993 eine Zuckersteuer und deutsche Krankenkassen sowie Union und SPD fordern jetzt auch in Deutschland neue Maßnahmen gegen ungesunde Lebensmittel. Die Koalition habe daher laut der Thüringer Allgemeinen Zeitung vereinbart, zusammen mit der Wirtschaft eine nationale Strategie zu erarbeiten, um den Salz-, Zucker- und Fettgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu verringern. Ein entsprechender Ernährungsantrag liege dem Bundestag bereits vor.

Das Zucker-Problem

Zucker steht in der Industrie bei den Süßungsmitteln immer noch an erster Stelle, schließlich ist er günstig und schmeckt gut — obwohl der Schaden für die Gesundheit bekannt ist. „Beim Geschmack aber können wir keinen Kompromiss eingehen, denn dann konsumieren die Leute keine Softdrinks mehr“, meint Coca-Cola-Sprecher Schneider. Daher lasse sich der Zuckeranteil nur nach und nach verringern. Ein langsamer Prozess, denn Coca-Cola benötigte schon die letzten zehn Jahre, um den Zuckergehalt um durchschnittlich acht Prozent zu senken. Noch immer ist das Unternehmen der zweitgrösste Abnehmer von Schweizer Zucker.

„Es gibt keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel, sondern nur gesunde oder ungesunde Lebensweisen“, meint Schneider. Ein guter Ansatz sei daher die Einführung von Ernährungskunde in der Schule. Dies fordere laut der GFS-Studie auch die Mehrheit der Befragten. Darüber hinaus wünschen sie sich weitere allgemeine Aufklärungskampagnen und mehr öffentliche Sportanlagen.

Gesundheitsbewusstsein steigt

Das Thema Gesundheit rückt immer mehr in das Bewusstsein, wie in der Studie ebenfalls deutlich wurde: Bei einem Drittel der Befragten ist das Interesse an Ernährung und Bewegung sehr groß. „Das ist durchaus ein Trend, über den wir uns Gedanken machen müssen“, sagt Coca-Cola-Sprecher Schneider. Die Softdrinkhersteller versuchen dem Trend zu folgen, wie etwa durch die Einführung von Coca-Cola Life mit einem Anteil an Stevia.

Aber auch bei den traditionellen Limonaden soll der Zucker sukzessive reduziert werden.

Man kann nur hoffen, das bei den Getränkeherstellern auch tatsächlich die Gesundheit der Konsumenten im Vordergrund steht und der Zucker nicht durch andere ebenso ungesunde Stoffe ersetzt wird. Denn gerade Coca-Cola musste wegen der Verwendung verschiedener teilweise krebserregender Süßstoffe in den Light Produkten viel Kritik einstecken.

Quelle: 20 Minuten, Thüringer Allgemeine

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 5 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

drink
Keine Lust mehr auf Wasser? –
cola
Angereichert mit Dextrin –

Gesunde Alternativen

Joghurt

Diese Joghurts sind keine Zuckerfalle

Während dem Fettgehalt von Joghurts vermehrt Beachtung geschenkt wird, überprüfen die wenigsten den darin enthaltenen Zuckeranteil. Bis zu elf Zuckerstücke und damit die Hälfte der Tagesmenge für Erwachsene können jedoch in nur einem Becher Joghurt versteckt sein. Mit welchen Joghurts Du nicht in eine Zuckerfalle tappst und warum Bio-Varianten nicht besser sind, wir verraten es Dir.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?

PEGs

Duschen

Diese Duschgele trocknen Deine Haut aus

Es ist paradox: Wir duschen, um uns etwas Gutes zu tun. Doch stattdessen strapazieren wir mit jedem Gang unter die Brause regelmäßig unsere Haut. Der Grund dafür sind Polyethylenglykolverbindungen in Duschgelen, die unsere körpereigene Schutzhülle schwächen können.

RDA-Wert

Mikroplastik in Zahnpasta

Diese versteckte Angabe auf Deiner Zahnpasta ist wichtig!

Auf was achtet ihr beim Zahnpasta-Kauf? Geschmack, Schaumbildung und ein hoher Fluoridanteil sind oft ausschlaggebend, wichtig ist aber auch der RDA-Wert. Der gibt an, wie stark die Zahncreme den schützenden Zahnschmelz abreibt. Wie hoch darf dieser maximal sein und welche Zahncremes sind am besten geeignet?