Sekt aus Flaschengärung im Test

Silvester-Planung

Sekt aus Flaschengärung im Test - Silvester-Planung

Sektgläser

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Pünktlich vor den Feiertagen: Öko-Test hat Sekt aus Flaschengärung getestet – dieser gilt als besonders hochwertig. Doch nur die Hälfte der Produkte wird von den Testern empfohlen.

So kurz vor Silvester muss man sich langsam überlegen, mit welchem leckeren Tropfen man das neue Jahr begrüßen möchte. Doch es ist nicht immer leicht die Qualität von Sekt zu erkennen, deshalb hat ÖKO-Test jetzt 18 Sekte aus Flaschengärung professionell Verkosten lassen.

Die Auswahl ist groß

Wie erkennt man einen guten Sekt? Im Handel sind die Edelbrausen in den unterschiedlichsten Preisklassen zu bekommen, aber auch hier gilt: teuer ist nicht immer besser.

Bei dem großen Angebot versuchen die Sekt-Hersteller natürlich ihre Sorten bestmöglich zu präsentieren. So bedienen sie sich auf den Flaschen häufig der Weinsprache und preisen besondere Jahrgänge und Aromen an. Einige versuchen mit besonderen Rebsorten wie Chardonnay oder Pinot Noir zu locken.

Doch all das sind keine Garanten für einen guten Sekt.

Der Kenner weiß: Wichtig ist beim Sekt vor allem das Herstellungsverfahren. Die Angabe „traditionelle oder klassische Flaschengärung“ gilt als besonderes Qualitätsmerkmal.

Sektempfang

Was bedeutet Flaschengärung?

Wie der Name vermuten lässt, findet hier die Gärung des Sekts direkt in der Flasche statt. Einfache Sekte hingegen werden in riesigen Tanks von bis zu 10.000 Litern produziert.

Die Sektherstellung, der sogenannte Versektungsprozess, läuft bei beiden Verfahren aber grundsätzlich gleich ab:

Zunächst stellt der Kellermeister aus unterschiedlichen Grundweinen die Cuvée zusammen. Im Deutschen versteht man unter Cuvée einen Verschnitt, Mariage oder Mélange von Weinen, das heißt die Mischung verschiedener Rebsorten.

Damit aus der Weinmischung schließlich Sekt wird, kommen Zucker und Sekthefen dazu. Dies leitet die zweite Gärung ein, Alkohol und Kohlendioxid entstehen.

Große Unterschiede

Anschließend lagert der Sekt noch eine Weile auf der Hefe – hier sind die Unterschiede groß:

Während das Produkt aus dem Tank nur 30 bis 60 Tage lagern muss, muss Flaschensekt mindestens neun Monate reifen. Bevor die Flaschen endgültig verkorkt werden, wird nochmals Zucker zudosiert.

Vorher muss noch die Hefe aus dem Sekt herausgeholt werden. Dies geschieht beim Tanksekt maschinell, während man die Hefe bei der Flaschengärung durch Rütteln entfernt. Dazu laufen die Flaschen heute meist über computergesteuerte Rüttelpulte, bei einigen Herstellern werden die Flaschen noch von den Kellermeistern per Hand gedreht. Die Flaschen müssen so über Wochen immer wieder bewegt werden, bis sich die Hefe schließlich im Flaschenhals absetzt.

Dann erst kann degorgiert werden – so nennt man das Enthefen beim traditionellen Sekt. Eine weit weniger aufwendige Möglichkeit der Enthefung ist das Transvasierverfahren. Egal mit welchem der beiden Verfahren dem Sekt die Hefe entzogen wurde, alle derart behandelten Produkte dürfen als „Flaschengärung“ deklariert werden.

Der Unterschied zwischen Tanksekt und dem Sekt aus Flaschengärung liegt in der Herstellung also hauptsächlich beim Enthefungsverfahren.

Kellner mit Tablett Sektgläser

Wie erkenne ich gute Qualität?

Aufgrund der Ähnlichkeiten im Gärprozess ist fraglich, inwieweit in der Flasche vergorener Sekt hochwertiger ist als das Massenprodukt aus dem Tank.

Der Geschäftsführer des Deutschen Sektverbandes Peter Müller hat gegenüber ÖKO-Test eine klare Meinung dazu: Wenn beide Produkte gut gemacht sind, schmeckt ein Großteil der Verbraucher nicht heraus, ob es sich um eine Flaschengärung oder Sekt aus dem Tank handele.

Auch wenn man an Sekt aus Flaschengärung größere Anforderungen stellen könne. Jedoch muss das Herstellungsverfahren auf den Sektflaschen nicht angegeben werden. Es ist also nicht immer erkennbar, ob es sich um eine Gärung im Tank, oder in der Flasche handelt.

Verantwortlich für den unterschiedlichen Geschmack und für die Güte des Sektes ist neben der Gärung auch die Auswahl der geeigneten Weine. Hier ist ein Gespür für die Harmonie der Weine gefragt, um die optimale Cuvée zusammenzustellen, die den Sekt prägt.

Auch beim Sekt gilt: Geschmäcker sind verschieden. Daher kann man meist erst beim Trinken feststellen, welcher Sekt einem am besten schmeckt. Hier kann man sich an den gängigen Schaumweinkriterien: Optik, Schaum, Geruch und Geschmack orientieren.

Wer sich unsicher ist, kann einen Blick auf die Testergebnisse von ÖKO-Test hinsichtlich Sekt aus Flaschengärung werfen.

Die Ergebnisse des ÖKO-Test

ÖKO-Test hat 18 Sekte aus traditioneller Flaschengärung professionell beurteilen lassen. Die Preisspanne der Produkte reichte von knapp sechs bis über 20 Euro pro Flasche.

Das Ergebnis zeigt: Nur die Hälfte der Produkte schnitt „sehr gut“, oder „gut“ ab. Alle anderen müssten sich mit einer mittelmäßigen Beurteilung begnügen.

Die Prüfer bemängelt vor allem bittere Noten, die durch Verletzungen der Weintrauben entstehen.

Im Bio-Bereich gingen folgende Sekte aus Flaschengärung mit dem Urteil „sehr gut“ als Testsieger hervor:

  • Landmann Pinot & Chardonnay Brut von Bioland (13,98 €)
  • Schloss Vaux Pinot Blanc von Öko Brust 2012 (16,00 €)

Unter den konventionellen Sekten aus Flaschengärung erreichten vier das Prädikat „sehr gut“:

  • Brut Dargent Brut Rosé Pinot Noir 2011 (6,99 €)
  • Castell d´Olèrdola Brut Rosado Cava (6,29 €)
  • Graeger Riesling Brut (7,49 €)
  • Raumland Rosé Prestige Brut 16,99 €)

Der richtige Umgang mit Sekt

Lagerung

Sekt ist bereits genussfertig, wenn er die Kellerei verlässt. Möchte man ihn einige Zeit lagern, sollte er aufrecht in einem kühlen und dunklen Raum stehen.

Trinktemperatur

Weißer Sekt sollte bei 5-7° C, Rosé bei 6-8° C und roter Sekt bei 9-11° C getrunken werden.

Kühlt man Sekt zu stark, kann sich das Bukett nicht optimal entfalten. Normale Kühlschranktemperatur ist aber unbedenklich.

Es geht auch ohne Alkohol:

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