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Schädigendes Triclosan noch immer in Zahnpasta erlaubt

Colgate-Palmolive profitiert von strittiger EU-Gesetzeslage

Schädigendes Triclosan noch immer in Zahnpasta erlaubt - Colgate-Palmolive profitiert von strittiger EU-Gesetzeslage

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Triclosan gefährdet unsere Gesundheit. In Hygieneartikeln ist es verboten, in Zahnpasta jedoch weiterhin erlaubt. Unlogisch, oder was?

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Triclosan gefährdet Erwachsene und Kinder: Vor allem Frauen sind betroffen, denn sie resorbieren es über die Haut, reichern es im Fettgewebe an und übertragen so über die Muttermilch an ihr Baby. Es gibt Studien die beweisen, dass die Chemikalie Allergien auslösen und Antibiotika-Resistenzen fördern kann. Zudem kann der Stoff die Umwelt gefährden (Codecheck berichtete über die Gefahren von Triclosan).

Umweltorganisation kritisiert Colgate-Palmolive

Ein Teilerfolg darf in Sachen Triclosan jedoch verbucht werden: Laut einer neuen EU-Verordnung ist der Stoff in Hygieneartikeln wie Seife, Shampoos, etc. verboten. So weit, so gut: Nun ist es aber äußerst ungünstig, dass gerade Zahncremes, in welche die Chemikalie besonders oft beigemischt wird, nicht als Hygieneartikel gelten.

Ins Kreuzfeuer gerät besonders der US-amerikanische Zahnpasta-Hersteller Colgate-Palmolive. Denn der Konzern verwendet die persistente (chemisch besonders langlebige) Chemikalie nach wie vor für die Zahnpastas der Marke Colgate. Deshalb hat sich Global-2000, eine österreichische Umweltorganisation, eingeschaltet. Sie kritisiert das Vorgehen der EU und die hormonelle Wirksamkeit von Triclosan.

Nur für Hygiene und Desinfektion verboten

Da hat die EU-Verordnung tatsächlich einen Bock geschossen. Umwelt-Chemiker und Global 2000 Mitarbeiter Burtscher bringt es auf den Punkt: „Wenn ein Stoff laut EU-Bewertung für den Einsatz als Biozid nicht geeignet ist, hat er ganz bestimmt nichts in Körperpflegeprodukten wie zum Beispiel Zahnpasten verloren.“

Goldrichtig. Trotzdem ist die Chemikalie zünftig nur für „Biozidprodukte, die für die menschliche Hygiene verwendet und hauptsächlich zum Zwecke der Haut- oder Kopfhautdesinfektion auf die menschliche Haut bzw. Kopfhaut aufgetragen werden oder damit in Berührung kommen“ verboten. Das ist der Wortlaut EU-Chemieagentur (ECHA), wie ihn der standard.at zitiert.

Und was sagt Colgate dazu?

In der von Global 2000 angeforderten Stellungnahme kann man nachlesen, dass „keine einzige Nebenwirkung bei Triclosan in kosmetischen Produkten festgestellt werden konnte“.

Achso. Ohne Grund verbietet die EU den Einsatz der Chemikalie ja auch nicht. Mehr über das Risiko von Triclosan kannst du hier nachlesen.

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