Riskante Schadstoffe in Gourmet-Speiseölen gefunden

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Riskante Schadstoffe in Gourmet-Speiseölen gefunden - Stiftung Warentest

Gourmet-Speiseöle

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Sie sind beliebt, gut für die Gesundheit und geben Gerichten das gewisse Etwas. Stiftung Warentest prüfte 25 Gourmet-Speiseöle. Ob sie den Erwartungen entsprachen?

Gourmet-Speiseöle sind mittlerweile in fast jeder Küche zu finden, neben den viel verwendeten Speiseölen wie beispielsweise Sonnenblumen– und Olivenöl. Sie unterstützen das Immunsystem und enthalten auch wertvolle Fettsäuren. Jedoch mit oder ohne Bio Label, die Gourmetöle haben ihren stolzen Preis.

Stiftung Warentest hat getestet

Stiftung Warentest hat 25 Gourmet-Speiseöle getestet und Schadstoffe gefunden, die die vorgeschriebenen Grenzwerte zum Teil überschreiten und die Gesundheit schädigen können.

Getestet wurden fünf Argan-, sechs Lein-, fünf Sesam-, drei Traubenkern- und sechs Walnussöle, davon waren 16 Bioprodukte.

Für den Test wurden chemische Analysen durchgeführt, des Weiteren wurden Kriterien wie Geschmack, Farbe und Konsistenz in die Bewertung miteinbezogen.

Bei keinem von der Stiftung Warentest bisher durchgeführten Öltests waren so viele Produkte von Schadstoffen belastet wie bei dem aktuellen Test. Einige der in den Ölen gefundenen schädlichen Stoffe sind potenziell krebserregend. Die gefundenen Schadstoffe überschreiten sogar teilweise die für die EU geltenden Grenzwerte.

Neben den gefundenen Schadstoffen enttäuschten die Gourmetöle jedoch auch geschmacklich.

Gourmet-Speiseöl Jakobsmuscheln

Nachweis verschiedener Schadstoffe

In 11 von 25 Produkten wurden krebserregende und andere gesundheitsgefährdende Stoffe nachgewiesen.

In 23 Ölen wurden PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) gefunden. PAKs sind krebserregend und dürfen in Lebensmitteln eine bestimmte Menge nicht überschreiten. Die Leinöle von Neuco Linosan und Kunella überschritten jedoch die Grenzwerte für PAK und dürften nicht verkauft werden.

PAKs gelangen beispielsweise über die Umwelt in das Saatgut, wie etwa durch Autoabgase, können aber auch bei unsachgemässer Trocknung der Saat in die Öle gelangen.

In fast jedem zweiten Öl wurden sogenannte aromatische Mineralöl–Kohlenwasserstoffe (MOAH) gefunden. Der höchste Anteil von MOAH wurde im Traubenkernöl von Brändle Vita nachgewiesen. Mineralöle können Ablagerungen in der Leber und den Lymphknoten bilden und diese schädigen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die MOAH auch krebserregend sind.

Bei acht Ölen wurden hohe Mengen an Weichmacher gefunden, vor allem in den Arganölen von Argan Argan, Vitaquell und Argand’Òr.

Weichmacher können unfruchtbar machen und die Leber schädigen. Sie können bei der Fertigung über die verwendeten Materialien in die Öle gelangen. Seit 2007 ist jedoch die Verwendung von Weichmachern in Verpackungen von fetthaltigen Lebensmitteln, wie Speiseölen, verboten.

Im Sesamöl von Mazola wurden zum ersten Mal in einem Öltest kritische Lösemittel nachgewiesen.

In zwei der Walnussöle (International Collection und Kunella) wurden Transfettsäuren nachgewiesen, die als gesundheitlich bedenklich gelten, da sie Fettstoffwechselstörungen hervorrufen können.

Geschmackstest

Geschmacklich überzeugen konnten nicht viele der getesteten Öle. Der Geschmack kann unter Umständen bei der Ernte, der Lagerung oder der Produktion negativ beeinflusst werden.

Bei zwei von fünf Arganölen (Argand’Òr und Vitaquell) wurde ein käsiger Beigeschmack festgestellt. Zwei der sechs Leinöle schmeckten nach ätherischen Ölen und nach Tanne. Nur das Leinöl von Alnatura bekam im Geschmackstest eine gute Bewertung. Am besten schnitten insgesamt die Walnuss– und Sesamöle ab.

Geschmacklich wird von den Traubenkernölen keines empfohlen, wobei das Traubenkernöl von International Collection auch noch mit einem anderen Speiseöl gestreckt wurde.

Fazit

Elf der getesteten Produkte erreichten die Note „mangelhaft“. Nur die folgenden sieben Öle wurden mit „gut“ bewertet:

Davon tragen alle ein EU Biosiegel, sind unraffiniert und frei von Schadstoffen.

Eine Garantie für gute Qualität ist aber auch das Bio-Siegel nicht, denn sechs der Bioprodukte wurden mit „mangelhaft“ bewertet.

Die Note „sehr gut“ wurde von keinem der Öle erreicht.

Quelle: wdr.de, test.de

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