Risikofaktor Aluminium im Alltag

Es steckt in Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten

Risikofaktor Aluminium im Alltag - Es steckt in Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten

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Aluminium ist in Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten drin. Die Wissenschaft und der Öffentlichkeit diskutiert kontrovers über Zusammenhänge zwischen Aluminiumaufnahme und Krankheiten wie Alzheimer oder Brustkrebs. Macht Aluminium tatsächlich krank?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat aufgrund wissenschaftlicher Daten den tolerierbaren Wert, dem wir uns täglich aussetzen sollen, heruntergesetzt. Der „neue“ Aluminiumwert liegt bei 8,6 µg (Mikrogramm) für einen 60 kg schweren Menschen.

Höhere Werte, die wir uns durch Ernährung, Körperpflege und andere Utensilien zuführen, gefährden anscheinend die Gesundheit.

Wo ist in der Natur überall Aluminium drin?

Wir sind von Aluminium umgeben und treffen es überall in unserem Umfeld an. Man findet es in der Erdkruste (sieben Prozent der Erdkruste bestehen aus Aluminium), den meisten Gesteins- und Erdarten (in denen Aluminium in verschiedenen chemischen Formen vorkommt), der Vegetation, den meisten Wasserreservoiren, Staubpartikeln in der Luft oder allen tonhaltigen Böden.

Wie viel Aluminium nehmen wir denn im Schnitt so auf?

Die höchsten Werte nehmen wir mit der Nahrung auf: Das Aluminium, welches im Essen steckt, kommt von natürlichen Vorkommen in Obst und Gemüse, da Pflanzen Aluminium aus dem Boden aufnehmen. Dann gibt es Lebensmittel, die natürliche Aluminiumsalze enthalten. Die tägliche Einnahme von Aluminium liegt in Europa momentan zwischen drei und zehn Milligramm.

Ein weiterer Teil der Aufnahme machen Verpackungen von Lebensmitteln aus. Die tägliche Menge, die der Körper aus Dosen, Folien oder Kochtöpfen aufnimmt, ist mit ca. 0,1 Milligramm pro Tag sehr gering.

Dann kommt Aluminium im Oberflächen- und Grundwasser vor, und es ist gängige Praxis, Aluminiumsulfat für die Aufbereitung von Trinkwasser zu nutzen. Dies macht weniger als ein Prozent des täglichen Aluminiumgehalts aus.

Gefährliches Aluminium aus Medizin und Kosmetik?

Häufig verwendet die Medizin heute Aluminiumhydroxid, ein Mittel, um Magengeschwüre und Nierenversagen zu behandeln. Auch Impfstoffe können Aluminium enthalten. Klingt doch alles ganz harmlos. Woher kommen denn die Forderungen nach geringerer Aluminiumbelastung und aluminiumfreien Körperpflegeprodukten? Warum stuft das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) das Leichtmetall als gefährlich ein?

Studien belegen, dass ein zu hoher Aluminiumgehalt im Körper giftige Effekte im Körper hat. Es kann negativen Einfluss auf die Knochen nehmen und möglicherweise auch die Fortpflanzung behindern. Der Gehalt ist dann zu hoch, wenn der Körper das zugeführte Aluminium nicht mehr ausscheidet, sondern im Körper einlagert.

Das Bundesamt für Risikobewertung ist der Meinung, dass man mit der Aluminiumbelastung vorsichtig sein muss. Es gibt Studien, die beweisen, dass Menschen mit der Alzheimerschen Erkrankung mehr Aluminium im Gehirn abgelagert haben als gesunde Menschen. Es gibt aber auch Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Aluminiumablagerungen und Alzheimer feststellen.

Ähnlich verhält es sich mit den Theorien und Belegen von Brustkrebs. Die beiden Krankheiten haben zu vielen kontroversen Diskussionen geführt – das heißt, dass es genau so viele unterschiedliche Auffassungen zum Thema gibt.

Gefährdungspotential von Aluminium

Wenn man Aluminium hört, dann kommen einem meistens Antitranspirantien in den Sinn. Denn diese wirken sich gemäss einigen Expertenaussagen negativ auf die Gesundheit aus. Deshalb hinterfragen Forscher und unabhängige Institutionen die Gefahr durch Aluminium auch immer wieder.

Das BfR nahm im Februar 2014 dazu Stellung: „Wissenschaftlich erwiesen ist, dass hohe Aluminiumdosen neurotoxische Wirkungen beim Menschen und embryotoxische Effekte in Tierstudien zeigen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen erhöhter Aluminiumaufnahme durch Antitranspirantien und der Alzheimer-Krankheit bzw. Brustkrebs konnte bislang wissenschaftlich nicht belegt werden.“

Das heißt, dass wir so ziemlich genau so schlau über den Antitranspirant-Gebrauch sind wie vorher. Denn laut dieser Stellungnahme kann schlichtweg nicht ausgeschlossen werden, ob und wie Alu giftig ist. Wahrscheinlich ist jedoch, dass wir alleine durch die Benutzung eines Antitranspirants mit 5 % Aluminium (entspricht circa 20 % Aluminiumchlorohydrat) 10,5 µg Alu über die Haut aufnehmen. Danach wandert das Aluminium in den Körper und dringt in die Gewebe und Organe ein.

Kein Vergleich und Fazit

Vergleichen kann man die orale Aufnahme und die Verarbeitung des Körpers von Aluminium durch verabreichte Medikamente oder Umweltfaktoren ohnehin nicht. Deshalb sieht das Bfr dringend weiteren Forschungsbedarf. Ziemlich spekulativ hört sich das sowieso an, denn momentan ist sich die Wissenschaft nicht einig, wie viel Aluminium man über die Haut tatsächlich aufnimmt.

Ob bewiesenermaßen schädlich oder nicht: Das BfR empfiehlt auf jeden Fall aluminiumhaltige Antitranspirantien nicht auf zweitweise empfindliche Haut (nach der Rasur) aufzusprühen, denn dann können die Partikel noch leichter in die Haut eindringen und dort möglicherweise Schaden zufügen.

Dieses gute Fazit zum Thema liefert BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel: „Es bestehen wissenschaftliche Unsicherheiten bei der Einschätzung der Langzeitfolgen bei chronischer Aufnahme von Aluminium“, sagt er. „Insbesondere fehlen Daten über die tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut. Erst mit solchen Informationen kann eine gesundheitliche Risikobewertung zu Aluminium, die alle Aufnahmewege berücksichtigt, vorgenommen werden.“

Dieser Link führt zu einer PDF-Datei, welches Professor Dr. Bernd Schäfer im Auftrag des BfR zum Thema Risikofaktor Aluminium erarbeitete.

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