Rewe-Kunden können jetzt selbst den Zuckergehalt ihres Puddings bestimmen

Ernährung

Rewe-Kunden können jetzt selbst den Zuckergehalt ihres Puddings bestimmen - Ernährung

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Der Light-Trend normalisiert sich – indem nicht nur gesondert Produkte mit weniger Zucker angeboten werden, sondern allgemein weniger Zucker verwendet wird. Die Supermarkt-Kette Rewe will nun die Verbraucher selbst bestimmen lassen, wie viel weniger noch okay ist.

Irgendwann haben auch wir den Überblick verloren, wo die Debatte um Zucker gerade steht. Bis vor einigen Jahren galt es als ausgemachte Sache, dass der süße Stoff ein Dickmacher ohnegleichen ist. So wurden die XXL-Softdrinks aus den USA zum Fanal einer ganzen Ernährungsbewegung. Weniger Zucker überall galt lange als eine Art Allheilmittel gegen alle Arten von Zivilisationskrankheiten.

Da die Wahrheit natürlich nicht ganz so einfach ist, wurden irgendwann genauso natürlich Gegenstimmen laut. Immerhin sind Kohlenhydrate, zu denen auch Zucker gehört, sozusagen der Sprit, mit dem unser Körper läuft und läuft und läuft. Aber auch diese Gegenbewegung konnte das raffinierte Pulver nicht ganz rehabilitieren. Bis heute hält sich das schmissige Vorurteil von der „Droge Zucker“. Zucker-Ersatzstoffe wie Stevia waren dann nur der vorläufige Höhepunkt dieses Light-Trends. Oder?

Das Verlangen nach weniger Zucker hat zumindest bei Rewe nun nachhaltige Auswirkungen: Der Lebensmittelhändler will bei sämtlichen Eigenmarken die Rezepturen auf den Prüfstand stellen – mit dem Ziel, den Zuckeranteil bei den Produkten zu reduzieren. Der Startschuss dafür ist bereits 2017 gefallen, jetzt geht es aber in die heiße Phase.

Aber wie viel Zucker ist noch in Ordnung – und ab wann gehen die Verbraucher nicht mehr mit? Um das herauszufinden hat sich Rewe einen besonderen PR-Coup überlegt: Für einige Wochen gibt es (solange der Vorrat reicht) eine besondere Packung Schokopudding zu kaufen. Die vier Becher enthalten alle das gleiche Produkt, neben der Originalrezeptur gibt es aber auch Pudding mit 20, 30 und 40 Prozent weniger Zucker.

Weniger Zucker: Kunden testen Schokopudding

Der Aufruf an die Verbraucher: testen und abstimmen. Also einmal alle Pudding-Zuckerstufen durchprobieren und dann ehrlich sagen, mit wie viel weniger es auch ginge. „Da Zucker nun einmal ein Geschmacksträger ist, verändert sich mit weniger davon automatisch auch der Geschmack“, erklärt Thomas Bonrath, Pressesprecher von Rewe. „Deswegen ist es uns wichtig, unsere Kunden bei unserer Initiative einzubinden. Wir wollen sie ja nicht bevormunden, sondern sie selbst zum Bestandteil eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses machen.“

Laut Bonrath ist der Hunger auf Zucker vor allem Gewöhnungssache. Daher auch der offene Test: „Wir wollen die Kunden zum Durchprobieren anregen und ihnen damit zeigen, dass weniger Zucker keine Einschränkung beim Geschmack sein muss.“ Der Gewinner der Online-Abstimmung über die verschiedenen Schokopuddingrezepturen wird produziert und kommt spätestens Ende Mai 2018 in die Rewe-Märkte. Weitere Abstimmungen über Produkte soll es zunächst aber nicht geben.

Der Schokopudding-Test dient laut Bonrath daher primär als Einführung ins Thema. Denn neben veränderten Produkten gibt es auf der Aktionsseite, wo man auch über das Maß an Reduktion abstimmen kann, Tipps und Rezepte rund um „Clean Eating“ – also dem möglichst großen Verzicht auf industriell verarbeitete Produkte und unnötige Zusatzstoffe, wie in vielen Fällen eben Zucker.

Doch was, wenn die Verbraucher sich letztlich für den originalen Schokopudding aussprechen und gar nicht weniger Zucker haben wollen? Darum macht sich Rewe laut Bonrath keine Gedanken. Frühere Test und Befragungen hätten bereits gezeigt, dass sich die Kunden eher für die zuckerreduzierten Varianten aussprechen.

Zuckerfreunde sollten also schnell sein: Wenn nach der Aktion die Rezeptur umgestellt wird, verschwindet der alte Pudding natürlich auch sukzessive aus den Regalen. Und dann steht da kein Diät- oder Light-Produkt, sondern ein ganz normaler Schokopudding. Nur eben mit weniger Zucker.

Dieser Artikel von Vincent Halang erschien zuerst im „enorm Magazin“.

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