Reines oder gepanschtes Olivenöl – wie erkennen?

Die Tricks der Hersteller

Reines oder gepanschtes Olivenöl – wie erkennen? - Die Tricks der Hersteller

Olivenöl

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Olivenöl schmeckt gut und ist gesund. Aber ist es auch rein, wie das Etikett mit dem Aufdruck „extra vergine“ verspricht? Leider viel zu oft nicht, sagen Experten.

Lasche Gesetze, viele Betrüger

Die Klassifizierung „extra vergine“, die auf vielen Olivenölen steht, soll eigentlich garantieren, dass es sich um reines, hochwertiges Olivenöl handelt. Offiziell gibt es in Europa sogar 8 Güteklassen für Olivenöl, die genau festlegen, welches Öl welche Qualität hat.

Per Gesetz ist verordnet, dass sowohl die Güteklasse als auch die Herkunft auf dem Etikett angegeben werden müssen. Aber schon hier – bei eigentlich ganz klarer Gesetzeslage – verstoßen viele Produzenten gegen die Gesetze, verschleiern, verschweigen oder betrügen.

Noch viel größere Schwierigkeiten ergeben sich für die Lebensmittel-Prüflabors und die Lebensmittelpolizei zum Beispiel in Italien durch die viel zu laschen Gesetze, wenn es um die Details geht: Analysemethoden und Qualitätsklassen entsprechen nicht mehr den Anforderungen, die Grenzwerte sind viel zu tief angesetzt. Zum Beispiel soll ein extranatives Olivenöl einen Säuregrad von höchstens 0,8 Prozent haben – das erreichen aber sogar Öle, die über Wochen auf dem Feld vergammelt sind.

Anspruchslose Märkt trifft es besonders hart

Die USA oder China gelten unter Olivenölproduzenten als besonders anspruchslose Märkte. Entsprechend schlimm sind die Zustände: Da wird nicht nur einfach minderwertiges Olivenöl als hochwertiges ausgegeben, es werden sogar Soja- oder Rapsöle mit industriellem Chlorophyll gefärbt und mit künstlichen Aromen angereichert, damit sie wie Olivenöl aussehen und schmecken.

Brot in Olivenöl

Laut einer Studie des University of California Davis Olive Center von 2009 erreichten 69 Prozent aller im Supermarkt gekauften Olivenöle mit dem Label „extra vergine“ die Standards nicht. Darunter waren sogar bekannte Marken wie Bertolli oder Mazzola.

Schädliche Weichmacher im gesunden Öl

Hinzu kommt, dass Olivenöl im Produktionsprozess mehrmals durch Kunststoffröhrchen fließt, was ein Grund für zum Teil erhöhte Werte von schädlichen Weichmachern sein könnte. Aber auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wurden schon nachgewiesen. Leider sind vor solchen Schadstoffen nicht einmal Bio-Öle gefeit.

Aber wie erkennt man ein gutes Olivenöl?

Beim Kauf gilt wie so oft: Gute Qualität hat ihren Preis. Oder andersherum ausgedrückt: ein günstiges Olivenöl wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von bester Qualität sein. Der Kauf im unabhängigen Feinkostladen ist oft eine gute Idee – schließlich kennen die Ladeninhaber die Produzenten meistens persönlich, Betrug ist deshalb weniger wahrscheinlich.

Und dann sollte man seinen Sinnen vertrauen: gutes Olivenöl riecht fruchtig und schmeckt bitter. Laut Experten sind zum Beispiel italienische Öle mit dem Aufdruck DOP eine gute Wahl. Eine gute Orientierungshilfe ist auch der Taschenführer Olivenöl von Merum.

Quelle: huffingtonpost.de

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