Probiotische Tampons: Sind sie zu empfehlen?

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Probiotische Tampons: Sind sie zu empfehlen? - Frauenhygiene

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Das Regal mit den Binden und Tampons im Drogeriemarkt bietet mal wieder etwas Neues: Tampons, die mit Milchsäurebakterien versetzt wurden. Braucht frau so etwas? Eine kritische Auseinandersetzung mit einem neuen „Wellnessartikel“.

Der Tampon mit körpereigenen Milchsäurebakterien kommt aus Skandinavien – er soll, so die Beschreibung, „regulierend und vorbeugend bei bakteriellen Scheidenentzündungen wirken und Frauen das Gefühl geben, etwas für ihre Gesunderhaltung zu tun“.

Was macht eine gesunde Scheidenflora aus?

Eine gesunde Scheidenflora basiert grundsätzlich auf einem sogenannten „sauren“ Milieu, denn darin können „böse“ Bakterien und Pilze nicht gut gedeihen. Laktobazillen, also Milchsäurebakterien, gehören zu den guten Bakterien in der Scheide. Durch den Stoffwechsel der Laktobazillen wandelt sich das in den Zellen der Scheide gespeicherte Glykogen (eine Art Zucker) zu Milchsäure. So entsteht der gesunde pH-Wert, der zwischen 4,0 - 4,5 pH liegt. Die probiotischen Tampons sollen nun Milchsäure von außen zuführen, um die Scheidenflora gesund zu erhalten.

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Was sagt die Wissenschaft?

Um zu sehen, ob ein Hygieneartikel dieser Art sinnvoll ist, ist zunächst mal eine Studie von Wissenschaftlern aus Kairo interessant. Die Forscher untersuchten insgesamt über 300 Frauen, die schon an einer bakteriellen Scheideninfektion litten und verglichen dabei die Effektivität probiotischer Tampons mit der von Metronidazol-Tabletten - einem Antibiotikum, das in diesen Fällen oft verschrieben wird. Die eine Gruppe bekam eine Woche lang Antibiotika-Tabletten und die andere probiotische, also mit Milchsäure versetzte Tampons.

Das Ergebnis: Vier Wochen später hatten 91,8 Prozent der Frauen, die probiotische Tampons anwendeten, die bakterielle Infektion vollkommen überwunden – verglichen mit 57,8 Prozent der Gruppe, die nur Antibiotika bekam. Ob für die Studie industriell hergestellte Probiotic-Tampons oder stattdessen in Joghurt getauchte Tampons verwendet wurden, ist aber nicht spezifiziert.

Kritik am probiotischen Tampon

Stiftung Warentest dagegen bezieht sich direkt auf die neuen Probiotic-Tampons und ist überzeugt davon, dass es geeignetere Möglichkeiten gibt, die Scheidenflora wiederherzustellen. In dem Zusammenhang zitiert die Stiftung einen Wissenschaftler von der schwedischen Universität Linköpin: Professor Urban Forsum betont, dass diese Tampons in Skandinavien nicht als Arzneimittel, sondern als „medizintechnisches Produkt“ geführt werden. Der Grund?

Selbst eine direkt vom Hersteller in Auftrag gegebene Studie hatte nicht bewiesen, dass die Tampons bei bakteriellen Scheidenentzündungen zu einer höheren Heilungsrate führen. Die Studie stammt übrigens aus dem Jahr 2008, ist also bereits einige Jahre alt. Dennoch ist es die bisher einzige Studie, die in diesem Zusammenhang durchgeführt wurde.

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Viskose-Tampon = Chemie

Und noch ein Blick auf die Bestandteile: Da liest man erstmal so Sachen wie „schadstofffrei“ und „ohne Tierversuche“. Irgendwie beruhigend, oder? Aber: Der Tampon besteht aus Viskose. Viskose ist eine Chemiefaser aus dem Grundstoff Zellulose, ein Zellstoff, der ursprünglich aus Holz gewonnen wird und sich durch zahlreiche chemische Prozesse in Viskose verwandelt.

Diese superabsorbierende Faser ist zudem laut Fachleuten ein guter Nährboden für Keime, die das „Toxic Shock Syndrome“ (TSS) auslösen können.

Fazit

Ob ein Wellnessartikel wie ein probiotischer Tampon nötig ist, muss jede Frau für sich persönlich entscheiden. Eigentlich sorgt der Körper einer Frau von selbst für eine gesunde Scheidenflora. Im Falle eines Falles aber können zum Beispiel auch Vaginalkapseln aus der Apotheke, die Milchsäurebakterien enthalten, den Job ganz gezielt erledigen.

Für die Periode selbst empfehlen sich grundsätzlich Hygieneartikel, die tatsächlich körper- und umweltfreundlich sind, wie zum Beispiel die Menstruationstasse – oder Tampons, die nicht aus Viskose, sondern aus Bio-Baumwolle bestehen.

Tampons, die nicht den Zusatz „Bio“ tragen, bestehen nämlich in der Regel aus der Chemiefaser Viskose oder aus genmanipulierter Baumwolle und werden mithilfe von Chemikalien gebleicht, die sogar krebserregend wirken können.

Obendrauf kommt der Umweltaspekt: Hygieneprodukte, die ganz oder teilweise aus Kunststoffen bestehen, bauen sich Forschungen zufolge erst innerhalb von rund 500 Jahren (!) ab – Bio-Tampons dagegen immerhin innerhalb von fünf Jahren.

Tampon und Binden gesundheitsschädlich

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