Paleo — ist Essen wie in der Steinzeit gesund?

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Die Steinzeit-Diät besteht vor allem aus Fleisch, Fisch, Nüssen, Gemüse und Früchten — Beilagen und Milchprodukte sind tabu. Experten warnen allerdings vor einem möglichen Nährstoffmangel.

Was ist Paleo?

Der Begriff „Paleo“ ist die Kurzform für den Zeitraum des Paläolithikums (der Altsteinzeit). Die Paleo-Diät, auch Steinzeit-Ernährung genannt, orientiert sich an der ursprünglichen Ernährung der Jäger und Sammler. Was für die Nomaden der Steinzeit als Nahrung geeignet war, ist es auch für uns, nehmen die Vertreter der Diät an.

Die Grundlage der Paleo-Ernährung bilden daher Lebensmittel, die in ähnlicher Form während der etwa 2,5 Millionen Jahre langen Evolution des Menschen verfügbar waren. In der Paleo-Ernährung sollen Glutene sowie raffinierter Zucker und weitgehend auch Kohlenhydrate und Milchprodukte vermieden werden. So solle man nach der Paleo-Diät vor allem auf Beilagen wie Teigwaren, Kartoffeln und Reis, aber auch auf Hülsenfrüchte und Brot verzichten. Auch stark verarbeitete pflanzliche Fette und künstliche Zusatzstoffe stehen auf der Tabu-Liste.

Gegessen werden in der Paleo-Ernährung dafür: Gemüse, Obst, Nüsse und Samen, Fleisch und Fisch, Eier und gesunde Fette.

Experten warnen vor Nährstoffmangel

Dass man heute nicht mehr genau so wie in der Steinzeit Leben beziehungsweise Essen kann, dürfte klar sein. Ein Grund: Die meisten Naturnahrungsmittel gibt es heute nicht mehr in derselben Form wie vor 10.000 bis 20.000 Jahren. Das liegt an klimatischen Veränderungen und an der Jahrtausende langen Züchtungspraxis. Früchte, selbst „alte Sorten“, haben sich durch Züchtungen und natürliche Anpassung verändert. Das gilt auch für Nutztiere.

Fachleute warnen daher, dass die Steinzeit-Ernährung heute gesundheitliche Probleme hervorrufen könne. Der Präventivmediziner David Fäh von der Universität Zürich sagte gegenüber dem Gesundheitstipp, dass ein häufiger Konsum von rotem Fleisch, das Risiko für Herzkrankheiten und Krebs erhöhen könne.

Zudem haben Studien gezeigt, dass Diäten mit wenig Kohlenhydraten die Lebenserwartung vermindern können. Der Grund dafür ist, dass man weniger Pflanzenfaser aber mehr Fleisch und Cholesterin isst. Dass Milch und Getreide krank machen, wie es Paleo-Befürworter annehmen, sei nach David Fäh nicht wissenschaftlich bewiesen.

Ernährungswissenschaftler warnen, dass vor allem bei Kindern eine Paleo-Diät zu Kalziummangel und Wachstumsstörungen führen könne. Der bekannte deutsche Ernährungsberater Nicolai Worm empfahl vor 15 Jahren selbst die Paleo-Diät. Inzwischen hat er seine Ansichten jedoch revidiert und betont, dass es nie eine einheitliche Steinzeitkost gegeben habe.

Gene haben sich verändert

Die Ernährungswissenschaftler Alexander Ströhle und Andreas Hahn erklären in der neuesten Ausgabe der „Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin“, es stimme nicht, dass die menschlichen Gene immer noch an die Nahrung der Steinzeit angepasst seien.

Mit dem Aufkommen des Ackerbaus hätten sich unsere Gene „erheblich verändert“. Zudem gebe es zur Paleo-Ernährung keine Langzeitdaten. Wichtig sei auf jeden Fall, nicht zu viel Fleisch zu essen, sondern eher Gemüse und Fisch.

Zudem ist bei tierischen Produkten die Qualität entscheidend. Die Tiere sollten natürliches, hochwertiges Futter bekommen haben, im Idealfall durften sie auf einer Weide grasen; Fische sollten aus Wildfang oder Bio-Aquakulturen stammen. Denn wenig Bewegung, schlechtes Futter und Antibiotika beeinträchtigen die Qualität des Fleisches.

Fazit:

Gegen den Verzicht auf Zucker, billige Fette und Fastfood ist nichts einzuwenden, im Gegenteil: der Körper kann gut und gerne ohne diese ungesunden Stoffe funktionieren. Und auch die Konzentration auf naturbelassene Nahrung ist für unsere Gesundheit von Vorteil.

Auch für Menschen mit Übergewicht eignet sich die Paleo-Diät, denn die Wahrscheinlichkeit, damit abzunehmen, ist recht hoch, wenn man es schafft, konsequent zu sein.

Aber: Die radikale Umstellung ist für viele Menschen schwierig, weil sie mit jahrzehntelangen Gewohnheiten bricht. Um dem Paleo-Konzept zu folgen, braucht man Willenskraft sowie genug Zeit und Geld, um die hochwertigen Lebensmittel zu besorgen und die Speisen selbst zuzubereiten. Schnell mal etwas zwischendurch zu essen ist sehr schwer, insofern ist diese Ernährung schwer mit einem hektischen Alltag zu kombinieren.

Der Umstieg auf die Paleo-Ernährung sollte gut überlegt und geplant sein. Es ist wichtig, nicht nur auf einige Nahrungsmittel zu verzichten, sondern sich auch um gesündere Alternativen zu kümmern — sonst kann es zu Unterernährung und Nährstoffmangel kommen.

Quellen:

Gesundheitstipp, Ausgabe Juni 2015

http://www.codecheck.info/news/Grundlagen-und-Auswirkungen-eines-Lifestyles-Das-Paleo-Prinzip-61178

http://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/diaet/diaeten-im-check--paleo-ernaehrung-3973554.html

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