Anzeige
Anzeige

„Original Source“: nicht 100% natürlich!

Inhaltsstoff-Check

„Original Source“: nicht 100% natürlich! - Inhaltsstoff-Check

originalsource

von

Die Produkte von „Original Source“ werden mit Attributen wie „natürlich“ und „vegan“ beworben und wirken dadurch wie Naturkosmetik. Doch sind sie wirklich so naturnah? Wir haben nachgeforscht und die einzelnen Inhaltsstoffe der Produkte unter die Lupe genommen.

Anzeige

Damit wird geworben

Bei „Original Source“ Produkten wird hervorgehoben, dass sie „100 % natürlichen Duft“ enthalten. Durch das Duschgel sollen die Kunden laut Webseite „die ganze Kraft der Natur“ erleben. Betont wird außerdem, dass die Produkte „natürliche Pflanzenextrakte enthalten, die in dieser Form überall in der Natur vorkommen“. Außerdem wird, nach Aussage von „Original Source“, auch noch die Umwelt respektiert. Klingt doch alles irgendwie ganz gut, oder?

„Original Source“ Duschgel: Das steckt wirklich drin

Wir haben uns die Inhaltsstoffe der Produkte der britischen Marke genauer angesehen. Anders als die Verpackung eventuell vermuten lässt, sind hier jedoch nicht nur natürliche Stoffe, sondern auch Inhaltsstoffe aus der Erdölchemie enthalten.

Sulfate

Sulfate wie Sodium Laureth Sulfate (SLES), Sodium Lauryl Sulfate (SLS), Ammonium Lauryl Sulfate (ALS) oder Sodium Myreth Sulfate gehören zur Gruppe der Tenside. Die sogenannten „waschaktiven Substanzen“ lösen Schmutz- und Fettablagerungen von Haar, Haut und Kopfhaut und sorgen für jede Menge Schaum. Das macht sie nicht nur zum beliebten Inhaltsstoff für Shampoos oder Duschgele, sondern auch für Haushalts- oder Industriereiniger. Das Problem: sie können Haut und Haar stark austrocknen. Bei Chemikalien wie SLES oder SLS handelt es sich um Substanzen, die aus Laurylalkohol und dem Erdöl-Abkömmling Ethylenoxid hergestellt werden. Im Naturkosmetikbereich sind solche aggressiven Sulfate daher verboten.

Polyquaternium-7

Bei Polyquaternium handelt es sich ebenfalls um ein petrochemisches Erzeugnis. Der polymere Stoff, der einen Film auf Haut und Haaren hinterlässt, wird häufig in Produkten eingesetzt, die mit „ohne Silikone“ beworben werden. Allerdings wirkt Polyquaternium ähnlich, denn Haut und Haare können unter der künstlichen chicht austrocknen. Polyquaternium kann außerdem über das Abwasser in die Natur gelangen, wo er kaum wieder abgebaut werden kann. Natürlich und umweltschonend sieht anders aus.

BHT

Butylhydroxytoluol, abgekürzt BHT, ist ein Antioxidationsmittel, das in chemischer Synthese hergestellt wird und Produkte länger haltbar machen soll. BHT ist eine Substanz, die noch nicht ausreichend für die Anwendung in kosmetischen produkten erforscht ist. Hier gibt es noch große Datenlücken.

Bekannt ist aber, dass BHT reizend und sensibilisierend wirken kann. Bereits geringe Spuren stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. BHT wurde vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission (SCCS) aufgrund des sensibilisierenden Potenzials als sehr bedenklich eingestuft.

Unter Umweltaspekten gilt BHT als schwer biologisch abbaubar. Die Auswirkungen von Butylhydroxytoluol auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt werden derzeit durch die Europäische Chemikalien Agentur (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung von Frankreich seit 2016 geprüft.

Naturkosmetik wird immer beliebter

Dass die Marke mit einem grünen Image punkten möchte, ist kein Wunder. Inzwischen ist der Wunsch nach naturbasierten Stoffen im Mainstream angekommen. In Deutschland lag der Umsatz mit Naturkosmetik im Jahr 2017 bei über 1 Milliarde Euro. Produkte, die im grünen Gewand daher kommen, werden immer häufiger bevorzugt und auch deren höhere Preise werden von den Kunden in Kauf genommen.

Das Problem dabei ist allerdings, dass Aussagen auf der Verpackung keine Sicherheit bieten. Begriffe wie „Naturkosmetik“ oder „100 % natürliche Inhaltsstoffe“ sind nicht gesetzlich geschützt.

Wer keine Produkte mit synthetischen Inhaltsstoffen möchte, sollte daher auf zertifizierte Naturkosmetik setzen oder die Inhaltsstoffe und ihre Herkunft genauestens überprüfen. Für eine schnelle Einschätzung kannst Du die CodeCheck-App nutzen. Einfach Produkte scannen und die App zeigt Dir, ob kritische Stoffe enthalten sind.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 11 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

duschen
In Deinem Duschgel! –
Schnecken Gesicht
Schneckenschleim, Erbrochenes & Vorhaut –
sonne
Strahlende Zeiten für trockene Haut –

Gesunde Alternativen

Joghurt

Diese Joghurts sind keine Zuckerfalle

Während dem Fettgehalt von Joghurts vermehrt Beachtung geschenkt wird, überprüfen die wenigsten den darin enthaltenen Zuckeranteil. Bis zu elf Zuckerstücke und damit die Hälfte der Tagesmenge für Erwachsene können jedoch in nur einem Becher Joghurt versteckt sein. Mit welchen Joghurts Du nicht in eine Zuckerfalle tappst und warum Bio-Varianten nicht besser sind, wir verraten es Dir.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?

PEGs

Duschen

Diese Duschgele trocknen Deine Haut aus

Es ist paradox: Wir duschen, um uns etwas Gutes zu tun. Doch stattdessen strapazieren wir mit jedem Gang unter die Brause regelmäßig unsere Haut. Der Grund dafür sind Polyethylenglykolverbindungen in Duschgelen, die unsere körpereigene Schutzhülle schwächen können.