Noch ein Grund aufzuhören: Wie Rauchen der Umwelt schadet

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Rauchen ist ein Laster, womit viele aus gesundheitlichen Gründen als Neujahrsvorsatz aufhören möchten. Ein weiterer Grund dafür, an deinem Neujahrsvorsatz dran zu bleiben: Rauchen hat auch starke negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Von täglich 15 Milliarden verkauften Zigaretten, landen 10 Milliarden am Ende einfach in der Umwelt. Laut WHO sterben jedes Jahr mehr als sieben Millionen Menschen an tabakbedingten Erkrankungen. Dabei sind die schädigenden Auswirkungen auf den Körper durchaus bekannt. Die Aussicht auf Herzinfarkt, grauen Star oder Krebs schreckt viele ab oder ist Grund mit dem Rauchen aufzuhören. Doch nicht nur für die menschliche Gesundheit wird der Tabakkonsum zum Problem – unsere Umwelt leidet massiv.

Rodung von Waldflächen für Anbau und Trocknung

Die Hauptanbaugebiete für Tabak liegen in Südamerika, Asien und Afrika – 85 Prozent des Tabaks werden in Entwicklungs- und Schwellenländern produziert. Die jährliche Erntemenge hat sich in den letzten 50 Jahren fast verdoppelt – 2013 waren es ca. 7.5 Mio. Tonnen.

Auch die Anbauflächen haben sich demnach stark ausgedehnt. So wurde in den Jahren zwischen 2000 und 2005 weltweit eine Fläche von der Größe Bayerns, Rheinlandpfalz und Niedersachsens zusammen für die Tabakindustrie abgeholzt. Mittlerweile liegt die jährlich abgeholzte Fläche bei 200.000 Hektar.

Tabak

Kinderarbeit

Tabak hat nicht nur Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt, er kann auch ein Unfaires Produkta sein. Bei der Herstellung in Entwicklungs- und Schwellenländern arbeiten oft sehr arme Menschen und Kinder auf den Feldern, um ihr Überleben zu sichern.

Laut einem Bericht der „Weltgesundheitsoganisation“ (WHO) gingen 10 bis 14 Prozent der Kinder aus Familien, die vom Tabakanbau leben, nicht zur Schule, da sie auf den Feldern arbeiten müssten.

Allein in Malawi sollen 2011 laut einer Schätzung des Kinderhilfswerks „Plan International“ 78.000 Kinder in der Tabakindustrie gearbeitet haben. Viele hätten unter anderem Anzeichen einer akuten Nikotinvergiftung – wie Husten, Atembeschwerden und Übelkeit – gezeigt. Dies kommt zustande, weil die Kinder auch die Qualität der Tabakblätter testen müssen. Dabei kommen sie direkt mit den Pflanzen in Berührung und das 30 bis 50 mal pro Tag. Dabei nehmen sie bis zu 54 Milligramm Nikotin auf, was 50 gerauchten Zigaretten gleicht. Auch Dünger und giftigen Pestiziden sind sie zumeist ohne Schutzkleidung ausgeliefert.

Zigarettenstummel

Chemie und Müll

Schon beim Anbau der Tabakpflanzen werden Massen an Chemikalien verwendet. Beim Anbau der empfindlichen und aufwendigen Tabakpflanze wird von vielen Bauern eine große Menge an Düngern und Pestiziden verwendet. Böden werden verseucht, Gewässer verschmutzt und die Artenvielfalt massiv gefährdet. Zudem gibt es in den Anbaugebieten meist nur wenige Umweltauflagen, die häufig nicht eingehalten werden.

Ein weiteres Problem stellt der entstehende Müll durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen dar. 50 Prozent der weltweit achtlos weggeworfenen Dinge sind benutzte Zigarettenfilter. Das ergibt einen Müllberg von 750.000 Tonnen.

Die Filter sind mit Chemikalien wie Nikotin, Teer, Arsen, Blei und Pestizidrückständen angereichert und sind nur sehr langsam abbaubar – auf natürlichem Wege dauert der Abbau 10 bis 15 Jahre. Während dem Abbau gibt der Filter die toxischen Stoffe an die Umwelt ab.

Vor allem in Wassernähe sind weggeworfene Filter eine Gefahr, weil schon ein Stummel pro Liter Wasser Fische töten kann. Experten raten daher, dass man „Zigarettenstummel immer in den Restmüll schmeißt,“ wie Leif Miller, Bundesgeschäftsführes des NABU im Interview gegenüber „EcoWoman“ sagte. Wasserlebewesen und Vögel fressen außerdem die Filter, weil sie diese mit Nahrung verwechseln.

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Wie entsorgt man Zigarettenstummel aber wirklich korrekt?

Anstattsie einfach wegzuwerfen, kann man sie fachgerecht entsorgen. Unternehmen wie Terracycle helfen dabei. Das Unternehmen sammelt Stummel, indem die Raucher sich für ein Programm registrieren und ihnen ihre gerauchte Ware zusenden können. Danach recycelt das Unternehmen die Zigarettenabfälle und produziert daraus neue Produkte Transportboxen, Aschenbecher oder andere Plastikprodukte.

Neben Stummeln werden auch Zellophanhüllen, Aromaschutzfolien, Zigarettenpapier, Rolltabak-Packungen und Asche recycelt. Wenn man sammeln möchte, kann man sich auf dieser Webseite registrieren, um am Recycling-Programm teilzunehmen.

Problemlösung: Ökologisch abbaubare Filter

Eine weitere Firma namens GreenButts stellt Filter aus einer Kombination von Flachs, Hanf, Baumwolle und anderen Materialien her. Maximal innerhalb eines Monats sind die Inhaltsstoffe abgebaut. Diese Firma hat zum Ziel, dass möglichst viele Tabakriesen ihre Filter in ihre Produkte integrieren.

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