Neue Methode: Muss bei Karies bald nicht mehr gebohrt werden?

Licht am Ende des Tunnels

Neue Methode: Muss bei Karies bald nicht mehr gebohrt werden? - Licht am Ende des Tunnels

Zahnarzt ohne Bohren

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In Deutschland sind 98 Prozent der Bevölkerung von Karies betroffen. Doch nicht nur die Deutschen haben ein Faible für Süßes; weltweit ist Karies die am häufigsten auftretende Krankheit. Bis jetzt half oftmals nur eines: Der unbeliebte Bohrer … aber es gibt Licht am Ende des Tunnels!

Denn Zahnärzte preisen Methoden an, die Karies ohne Bohrer stoppen und sogar rückgängig machen können. Wie der Spiegel schreibt, fand in der letzten Zeit ein Umdenken bei den Zahnärzten statt.

Hendryk Meyer-Lückel von der Klinik für Zahnerhaltung der RWTH Aachen erklärt, dass Zahnärzte „sich (im Falle von Karies) auf das Minimum konzentrieren und nur das Nötigste machen sollen“. Das heißt: Je früher die Karies entdeckt wird, desto weniger intensiv muss der Zahnarzt ran.

Zunächst: Was ist Karies?

Karies ist eine „Erkrankung, welche die Zahnhartsubstanzen des Zahnes, den Schmelz, und das Dentin, langsam zerstört.“ „Löcher in den Zähnen“ sind vor allem ein Problem der westlichen Industrienationen.

In indigenen Völkern wie den Inuit oder den Massai tritt dieses Problem kaum auf. Der Grund: Indigene Völker verspeisen meist naturbelassene Lebensmittel, während wir meist zu einer zucker- und kohlenhydratreichen Kost greifen. Zudem enthält ihre Kost geringe Mengen niedermolekularer Kohlenhydrate („Zucker“) und insgesamt wird weniger häufig gegessen. Denn auch die Häufigkeit der Malzeiten spielt eine Rolle – je häufiger man isst, desto mehr sind die Zähne Säureattacken ausgesetzt.

Kariesbehandlung: Ein Kunststoff macht Patienten Hoffnung

In der Zahnmedizin unterscheiden die Experten zwischen nicht-invasiven, mikro-invasiven und invasiven Maßnahmen. Invasiv wäre der Bohrer, nicht-invasiv eine Fluorid-Behhandlung der entsprechenden Stellen. Und was liegt in der Mitte? Die Hoffnung!

Denn: Die zweite Methode, die mikro-invasive Behandlungsweise, verwendet einen flüssigen Kunststoff zur „Karies-Infiltration“. Das System: Der Kunststoff dringt in die Poren des Zahns ein und unterbindet die schädliche Wirkung der Säuren.

Meyer-Lückel, der dieses System mitentwickelt hat, beobachte 22 Patienten im Jahr 2010. Er führte entweder Scheinbehandlungen oder dann die mikro-invasive Methode durch. Die Scheinbehandlungs-Patienten hatten 37 Prozent mehr Karies nach 18 Monaten im Vergleich zu sieben Prozent mit der Karies-Infiltration. Nach drei Jahren betrug der Unterschied 46 zu vier Prozent.

Ein Kunststoff, der Karies unschädlich macht – was eine süße Verlockung!

Die Studienergebnisse wurden im Dezember veröffentlicht. Die Forscher stellten fest, dass das Kariesrisiko deutlich reduziert ist. So sind in der Kontrollgruppe 30 bis 50 Prozent weniger Füllungen notwendig gewesen, wenn sie das „Karies-Management-System“ angewendet haben.

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