Nachhaltig reisen – geht das?

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Vanillaholica bloggt über Nachhaltigkeit - das verfolgen über 13.000 Menschen! Eindeutiger Hingucker dabei: Die tollen Reisebilder. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie passen Nachhaltigkeit & Reisen eigentlich zusammen? CodeCheck hatte die Bloggerin im Interview und hat sie gefragt.

Wer steckt hinter Bloggerin Vanillaholica?

Seit 2015 dreht sich auf dem Blog von Vanillaholica alles darum, wie man das tägliche Leben auf eine pfiffige, kreative und einfache Art und Weise nachhaltiger und umweltbewusster gestalten kann.

Vanillaholica heißt eigentlich Vivien (23) und kommt aus Wien. Dort studiert sie auch Lebensmittel-und Biotechnologie. Das Studium war auch eines der Beweggründe ihren Blog zu gründen sowie die Serien „The True Cost“, „Cowspiracy“ und „101 reasons to go vegan“ – die sie jedem ans Herz legt.

Reisen vs. Nachhaltigkeit

Mit dem Bloggen wurde auch das Thema „nachaltiges Reisen“ für Vivien immer wichtiger, denn: „Die Natur gibt uns so vieles und oft mehr als wir überhaupt mitbekommen, da bin ich der Meinung, dass wir ihr durch bewusstes Verhalten auch etwas zurückgeben sollten.“

Und das tut sie: Zum Beispiel sucht sie für ihre Trips grüne Hotels zum Übernachten, die sich durch alternative Energie, lokale & biologische Küche, Saisonalität und wenig Müllproduktion bzw. recycelte Materialien auszeichnen.

Wer jetzt meint, dass das einen großen Mehraufwand bedeutet, den kann Vivien beruhigen: „Man unterschätzt wie viele nachhaltige Hotels und auch kleinere Übernachtungsmöglichkeiten, die diese Philosophie teilen, es schon allein in Österreich gibt.“ Deshalb macht sie in letzter Zeit immer mehr Mikroreisen. Heißt Tagestrips, Ausflüge oder Wochenendtrips in ländliche Gebiete und naturbelassenen Regionen innerhalb ihrer schönen Heimat.

Um dort hinzukommen setzt Vivien auf Zug oder Bus – so hält sie den ökologischen Fußabdruck beim Reisen niedrig. Zum Vergleich: Nur 8% reisen mit der Bahn in den Urlaub, gerade mal 5% mit dem Bus und rund 46% nehmen das Auto und schaden so mit einem höheren CO2-Ausstoß so der Umwelt.

Im Durchschnitt produziert jeder Deutsche pro Jahr zwischen zehn und elf Tonnen CO2-Äquivalente. Eine Tonne davon entsteht laut „WWF“ auf Reisen. Erschreckend: Um die Erderwärmung bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen, dürfte jeder Erdbewohner nicht mehr als 2,5 Tonnen CO2-Äquivalente produzieren, heißt es beim „Umweltbundesamt“.

Doch nicht nur bei der Mobilität achtet Vivien darauf, umweltfreundlich und bewusst zu handeln, auch bei Lunch-Breaks achtet sie darauf weniger Verpackungsmüll zu produzieren und kauft die Lebensmittel vorab unverpackt ein.

✨ Wie du am Ende deines Lebens wünschest gelebt zu haben, so kannst du jetzt schon leben. -Mark Aurel

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Mehr als nur eine „ Reise-Bloggerin“

Neben dem Reisen will Vanillaholica außerdem auch unser Konsumverhalten in Sachen Shopping beeinflussen. Das tut sie, indem sie sich kritisch mit dem Thema Fast Fashion auseinandersetzt und ihren Followern die Hintergründe und Folgen der Produktion erklärt. Denn jeder Einzele von uns hat mit seinen Entscheidungen Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen am anderen Ende der Welt. Wie?

Durchschnittlich kauft der Deutsche im Jahr 40-70 neue Kleidungsstücke. Nicht zuletzt, weil in immer kürzeren Abständen Fast-Fashion-Modeketten neue Trends produzieren. Die günstigen Kopien von Designer-Mode werden massenhaft gekauft und wieder weggeworfen. Die süchtig machenden kurzen „Must-have-Zyklen“ bergen verschiedene Probleme.

fast fashion2

Zum einen findet kaum noch richtiges Recycling statt – und das ist kritisch, weil Fast Fashion gar nicht ohne Polyester möglich wäre – 60 Prozent unserer Kleidung enthalten die billige Kunstfaser, die aus Erdöl hergestellt wird und als Mikroplastikfasern – beispielsweise durchs Waschen – im Abwasser landet. Im Jahr 2000 wurden weltweit 8.3 Millionen Tonnen Polyester für Kleidung genutzt, im Jahr 2016 war die Verwendung der Kunstfaser bereits auf etwa 21.3 Millionen Tonnen gestiegen sein, so „Greenpeace“.

Zusätzlich sind die Arbeitsbedingungen für Fast Fashion in den Produktionsländern oftmals katastrophal. Denn die Arbeiter bekommen nicht nur Löhne unter den Existenzminimum, sie begeben sich auch in Lebensgefahr. Kein Einzelfall hierfür ist der Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch vor wenigen Jahren, bei dem 1.127 Menschen starben und über 2.000 Menschen schwer verletzt wurden.

Was sind die Alternativen?

Zum Beispiel Dein Konsumverhalten überdenken und auf Fair Fashion zurückgreifen. Außerdem seien auch Secondhandshops eine tolle Möglichkeit tolle Lieblingsteile zu finden, an denen alle möglichst lange Freude haben, empfiehlt Vivien.

Erst denken, dann handeln!

Vivien bezieht als Bloggerin also ganz klar eine Meinung zu kritischen Themen und bietet an Nachhaltigkeit interessierten tolle Tipps und Alternativen. Das ist es, was Vivien mit ihrem Blog bewirken will: Aufklären und ihre Follower zum Handeln motivieren. Und genau das macht die Wienerin auch so sympathisch, finden wir: Ihre Art anzupacken!

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