Nach Glyphosat: Jetzt kommt Dicamba

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Nach Glyphosat: Jetzt kommt Dicamba - Gentechnik

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Der Kampf gegen Unkraut geht in eine neue Runde. Nachdem das einstig als Supermittel gefeierte Herbizid Glyphosat gegen mutierte Unkräuter nicht mehr ankommt, sahen sich die Agrar-Riesen um „Monsanto“ und Co. in der Pflicht, ein neues Allheilmittel gegen ungewolltes Unkraut zu entwickeln. Die Lösung dafür hatten sie schon seit über 50 Jahren in der Schublade: Dicamba.

Glyphosat war lange der Star auf dem Agrarmarkt. Das Herbizid sollte es für Farmer und Hobbygärtner gleichermaßen einfacher machen, Unkraut zu bekämpfen. Denn das von dem Agrar-Unternehmen „Monsanto“ unter dem Markennamen „Roundup“ verkaufte Glyphosat vernichtet jede Pflanze, die nicht vorher gentechnisch verändert wurde. Jahrelang machte „Monsanto“ so doppelt Gewinn: mit dem Verkauf des Herbizids sowie gentechnisch verändertem Saatgut, das diesem standhielt.

Super-Unkräuter

Seit einigen Jahren jedoch haben sich sogenannte „Super-Unkräuter“ gebildet, die gegen den Einsatz von Glyphosat resistent sind. Das führte zu erheblichen Gewinnverlusten durch Ernteausfälle bei den Landwirten. Die Unternehmen reagierten – mit einem 1967 erstmals zugelassenem Unkrautvernichtungsmittel namens Dicamba. Dicamba bekämpft auch mutierte Unkräuter erfolgreich und wird von „Monsanto“ im Doppelpack mit gentechnisch veränderten Sojabohnen sowie Baumwollsetzlingen verkauft. Diese sind wiederum resistent gegen das Mittel und werden so bei der Behandlung von Feldern mit dem Pflanzengift nicht beeinträchtigt.

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Vom Winde verweht

Dicamba hat jedoch einen großen Nachteil: Es verflüchtigt sich. Insbesondere bei sehr heißem Wetter verdunstet das Gift und kann durch Wind kilometerweit verstreut werden. So legt es sich auch auf benachbarte Felder, die ohne die Verwendung von Dicamba-resistentem Saatgut bepflanzt sind, und zerstört dort die Ernte. Das hat in den USA jüngst zu einer Welle an Klagen und Schadensersatzforderungen geführt. In den Staaten Missouri, Mississippi, Arkansas und Tennessee sollen bis zu 800.000 Hektar Agrarfläche von den Schäden betroffen sein.

Der Staat Arkansas hat auf die vielen Klagen mit einem viermonatigen Verbot von Dicamba reagiert. „Monsanto“ wiederum machte Anwendungsfehler bei der Verwendung des Gifts für die Schäden verantwortlich. Die „Environmental Protection Agency“ (EPA) kündigte an, eine Anleitung mit Hinweisen zur Nutzung des Herbizids an Farmer zu versenden. Demnach darf Dicamba unter anderem nicht gesprüht werden, wenn der Wind stärker als zehn Meilen pro Stunde weht.

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Gesundheitliche Folgen

Doch nicht nur der finanzielle Schaden für Bauern, die auf Gentechnik verzichten, bringt das Mittel in die Kritik. Wie auch Glyphosat zuvor, steht Dicamba im Verdacht, krebserregend zu wirken. In Studien wird es zusätzlich mit erhöhten Krebsraten bei Landwirten sowie Geburtsschäden bei deren Kindern in Verbindung gebracht. Doch nicht nur Farmer, die in direktem Kontakt zu dem Pflanzengift stehen, sind gefährdet. Dicamba lässt sich weder durch Wasser noch durch Erhitzen oder Einfrieren abbauen. Und auch in Lebens- und Futtermitteln halten sich die Rückstände noch bis zu einem Jahr.

Schäden für die Umwelt

Auch für die Umwelt ist der Unkrautbekämpfer nicht ungefährlich. Durch den aggressiven Wirkstoff werden auch die Pflanzen getötet, die vielen Insekten als Nahrungsquelle dienen. Dadurch gibt es beispielsweise weniger Insekten, was wiederum fatal ist für viele Vogelarten, die sich von Insekten ernähren und kein Futter mehr finden. Die biologische Vielfalt wird so durch den Einsatz von Herbiziden massiv beeinflusst.

Fazit

Glyphosat wurde jahrelang von vielen Landwirten als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Das Gift tötet alle Pflanzen ab, auf die es angewendet wird. Daher muss neben dem Unkrautbekämpfer auch genmutiertes Saatgut gekauft werden, das dagegen resistent ist. Mittlerweile sind sogenannte Super-Unkräuter allerdings ebenfalls gegen die Anwendung von Glyphosat immun.

Das alternativ eingesetzte Herbizid Dicamba tötet zwar auch die mutierten Unkräuter, jedoch kann es durch Wind auf benachbarte Äcker gelangen. Falls dort keine entsprechende Gentechnik genutzt wird, kommt es zu erheblichen Ernteausfällen und damit finanziellen Schäden für die Farmer, was in den USA zu einer Reihe von Klagen geführt hat. Hinzu kommt, dass auch Dicamba im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Schließlich wirkt sich das Herbizid durch das aggressive Vernichten von Pflanzen negativ auf die Artenvielfalt aus.

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