Mit Superfoodreis gegen die Armut?

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Mit Superfoodreis gegen die Armut? - Ernährung

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Reis ist in Thailand fester Bestandteil des Lebens und der Kultur. Doch ausgerechnet die Bauern, die ihn produzieren, können von ihrem Einkommen kaum noch überleben. Kann ein neuer Superfood-Reis das Problem lösen?

Thailand ohne Reis ist quasi undenkbar. Und das nicht nur, weil eigentlich zu jedem guten Thai-Gericht etwas Reis serviert wird. Das Land ist auch der größte Reisexporteur der Welt. Doch ausgerechnet die dort lebenden Reisbauern können inzwischen kaum noch von dem leben, was sie für das Grundnahrungsmittel bekommen: 40 Cent (US-Dollar) verdienen die 17 Millionen Reisbauern im Schnitt am Tag und liegen damit weit unter der nationalen Armutsgrenze.

Nur was kann man dagegen tun? Diese Frage hat sich der Thailänder Peetachai Dejkraisak während seines MBA-Studiums gestellt und hatte eine Idee: Der Superfoodreis Jasberry soll helfen, die Situation etwas zu verbessern.

Entwickelt hat die Sorte der Reisforscher Apichart Vanavichit. Das Besondere an ihr ist, dass in den Körnern zehn Mal so viele Antioxidantien stecken wie in grünem Tee, zudem viel Vitamin E und Beta-Carotine. Hinzu kommt: der Anbau ist vergleichsweise günstig.

Ein Wettbewerbsvorteil also gegenüber teuren Superfoods wie Acai-Beeren oder Granatäpfeln. Dejkraisaks Idee ist, dass davon am Ende die Reisbauern profitieren. Denn mit dem Anbau des Superreis steigen ihre Einkünfte um ein Vielfaches.

Mehr als Superfood-Reis

Inzwischen hat der Thailänder, der in Australien aufgewachsen ist, seine Idee umgesetzt und mit vier Freunden das soziale Unternehmen Siam Organic gegründet. Zu ihrem Geschäftskonzept gehört, dass die Bauern in nachhaltigen, ökologischen Anbaumethoden geschult werden. In einer Kooperative sollen sie sich anschließend gegenseitig beibringen, wie sie den Reis effektiver herstellen und weiterverarbeiten können.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der Plan aufgeht. 1800 Bauern bauen mittlerweile den Jasberry-Reis an und verdienen damit das 14-Fache eines durchschnittlichen Reisbauern. Doch Dejkraisaks Ziele gehen noch deutlich darüber hinaus: In den nächsten drei Jahren will der Unternehmer mit dem Superreis möglichst 20.000 thailändische Farmer aus der schlimmsten Armut holen.

Und es scheint, als könnte das klappen. Denn in Los Angeles hat er beim diesjährigen Start-up-Wettbewerb Chivas Venture 400.000 US-Dollar Preisgeld gewonnen und kann sein Geschäft damit ausbauen. Darüber hinaus ist der Markteintritt in den USA auch schon geschafft: Inzwischen wird der Reis in New York verkauft. In Europa gibt es ihn allerdings noch nicht im Angebot.

Dieser Artikel von Xenia von Polier erschein zuerst im „enorm Magazin“.

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