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„Mehrere Erden“ statt Einschränken?

Erschöpfte Erde

„Mehrere Erden“ statt Einschränken? - Erschöpfte Erde

Mädchen am verseuchten Strand

von

Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt. Die Übernutzung der Erde zeigt: Umdenken ist angesagt. Wie kann sich die Ressourcenknappheit auf unsere Ernährung auswirken?

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1972 hat sich ein Team von Wissenschaftlern erstmals mittels einer Studie mit der Ausbeutung der Erde beschäftigt. Die Untersuchung über die „Grenzen des Wachstums“ zeigte auf, wie die Menschheit die Umwelt ausbeutet – und was die Folgen sind. Artensterben, Klimawandel und Wassermangel sind einige der Negativ-Auswirkungen.

Ab August leben wir auf Pump

Der World Wide Fund for Nature (WWF) hat im Laufe der Jahre einen Wert festgelegt, wie viel an Ressourcen die Menschheit jedes Jahr verbrauchen kann, ohne dass die Erde Schaden nimmt und sich auch selbstständig wieder von den Strapazen regenerieren kann. N-TV berichtete 2014 zeitnah, dass dieser „Welterschöpfungstag“ (engl. Overshoot day) am 19. August 2014 erreicht wurde. Den Rest des Jahres lebte die Menschheit von den stillen Reserven der Erde.

Dass dieser traurige Stichtag von Jahr zu Jahr früher kommt, ist durch Auswertungen von Messungen, beispielsweise vom ökologischen Fußabdruck, belegt. Ein „Verleih-Modell“, das auf Dauer nicht funktionieren wird, denn zukünftige Generationen kommen damit zu Schaden. Wir verbrauchen schlicht mehr Energie, als eine Erde allein hergibt. Obwohl wir keinen zweiten, oder gar dritten Planeten zur Verfügung haben, gibt es zur Veranschaulichung des allgemeinen Energieverbrauchs solche Vergleiche: Bis im Jahr 2030 würden wir zwei Erden, bis 2050 sogar drei Planeten brauchen, um unseren Bedarf an Rohstoffen und Energie zu decken.

Ausbeutung Rohstoffe

Nicht nur Kohle, Erdöl und Erdgas werden knapp

Wenn es um Ressourcenknappheit geht, ist meistens von Kohle, Erdöl und Erdgas die Rede. Überraschend: Wissenschaftler beschäftigen sich nicht mehr nur mit den klassischen Materialien, sondern auch mit erneuerbaren Quellen wie die Milch- und Fleischproduktion, dem Fischfang, die Ernten bei Getreide und Gemüse und Grundwasservorkommnisse. Sie sagen, dass keine Ressource unerschöpflich sei, auch wenn sie erneuerbar ist. Hier weitere Informationen dazu.

Ist Nahrungsverlust zu befürchten? Jein. Weltweit gehen die Erträge in der Landwirtschaft pro Hektar zurück – Folgen jahrhundertelanger Übernutzung der Böden. Hinzu kommt steigende Konsumlust und weltweiter Wirtschaftswachstum. Eine Lebensmittelverknappung ist zwar nicht in Sicht, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen.

Wissen vermitteln und Umweltbewusstsein schärfen

Wie kann man die Übernutzung stoppen? Damit der Menschheit nicht eines Tages die Nahrung ausgeht, setzen NPOs wie der WWF bei Aufklärungsarbeit an: Mit plakativen Motiven im Internet, in Broschüren, Flyern und Inseraten macht er weltweit auf Missstände aufmerksam und fordert jeden Verbraucher, jedes Unternehmen und Regierungen auf, den eigenen Verbrauch zu überdenken. Des Weiteren kämpfen Aktivisten für umweltfreundlichere Produktionsweisen, höhere Energieeffizient und schadstoffarme Mobilität.

Vegetarische, vegane und rohköstliche Ernährung sind nur einige der Strömungen, die sich zusammen mit mehr Umweltbewusstsein entwickelt haben. Bewussterer Tierkonsum hat großes Potential zur Verkleinerung unseres generellen Verbrauchs.

Bodenerosion

Künstlich hergestelltes Fleisch: In-vitro Intelligenz

Um aktuelle Ernährungstrends genauer unter die Lupe zu nehmen, geht die Reise nach Amerika. Vor allem im Silicon Valley sorgen Nahrungs-Startups für Furore. Ein Beispiel ist Soylent, dessen Erfinder des Essens überdrüssig geworden sind und kurzerhand alle Makro- und Mikronährstoffe in ein gleichnamiges Getränk verfrachtet haben. So müssen sie keine Gurken kaufen, kein saftiges Steak mehr braten und keine Kartoffeln schälen - Ein preiswertes Getränk versorgt die fleissigen Arbeiter mit allem, was nötig ist.

Weitere Produkte aus dem Zukunftslabor? Hampton Creek Foods ersetzt Eier in Lebensmitteln (kürzlich wurde künstliches Rührei vorgestellt, das anscheinend ziemlich gut schmeckt) und Beyond Meat stellt veganen Fleischersatz her. Exzentrischere Geschmäcker werden bei World Ento und Tiny Farms fündig: Sie setzen darauf, dass die Menschheit zu Insektenliebhaber mutiert und mehrheitlich Krabbeltiere verspeisen möchte. Modern Meadows verfolgt gar kühne Science-Fiction Pläne: Sie stellen Tierzell-Kulturen her, um daraus im Labor Fleisch zu züchten und es dann per 3-D-Drucker auszudrucken.

Was hat es mit In-Vitro Fleisch auf sich? Arte berichtete, dass IT- Milliardär Bill Gates und Google-Gründer Sergej Brin in „die Zukunft des Essens“ investieren. Ein Schritt in die richtige Richtung? Möglicherweise werden Kühe&Co. sogar entlastet. Vielleicht wird weniger Getreide, Wasser und Medikamente in deren Aufzucht investiert. Was man am Interesse der Finanzelite an der „Nachfleisch-Produktion“ (Beyond meat, führender Hersteller des Fleischimitats) herauslesen kann, ist das Profitpotential dieses Wissenschaftszweigs. Ob’s schmeckt, das künstliche Fleisch? Lassen wir uns überraschen.

Quellen:

http://www.n-tv.de/wissen/Ressourcen-fuer-2014-sind-schon-aufgebraucht-article13444731.html

http://green.wiwo.de/erschoepfte-erde-die-grenzen-des-wachstums-sind-ueberschritten/

http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/meadows_u_a_die_grenzen_des_wachstums_1972_1373.htm

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kuenstliche-ernaehrung-das-ende-vom-ei-1.1970054

http://future.arte.tv/de/thema/vitro-fleisch

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