Macht ungesundes Essen dumm?

Gesundheit

Macht ungesundes Essen dumm? - Gesundheit

Blumenkohl wie Gehirn

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Zucker hat viele negative Wirkungen auf den Körper. Der Süßstoff macht antriebslos, depressiv und krank. Doch macht zu viel Zucker auch dumm? Eine Studie an Ratten soll das jetzt bewiesen haben.

Dass sich unser Essverhalten auf das eigene Körpergewicht auswirkt, ist wohl den meisten klar. Dass aber auch unsere Gehirnleistung negativ betroffen sein kann, wurde kürzlich in US-amerikanischen Studien belegt. Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles gaben zwei Gruppen von Ratten über mehrere Wochen eine fruchtzuckerartige Lösung als Nahrung. Eine Gruppe bekam zusätzlich gesunde Omega-3-Fettsäuren. Die Tiere hatten zuvor tagelang den Weg durch ein kompliziertes Labyrinth trainiert. Im Anschluss an die 6-wöchige Zucker-Diät wurden die zwei Gruppen noch mal durch den Parcours geschickt.

Das Ergebnis war erschreckend: Während die Ratten, die zusätzlich gesunde, ungesättigte Fettsäuren bekamen, sich an den Weg aus dem Irrgarten gut erinnern konnten, hatte die andere Gruppe sichtlich Mühe, ans Ziel zu kommen. Sie waren „dümmer“ geworden.

Viel Zucker schadet dem Gehirn

Die Studie ist die erste, die zeigt, dass eine Ernährung mit einer konstant hohen Dosis Fruktose die Gehirntätigkeit verlangsamt und das Erinnerungsvermögen schwächt. Problematisch ist nicht der in Früchten natürlich vorkommende Zucker, sondern Zuckersirup, der zum Beispiel aus hochkonzentriertem Maissirup gewonnen wird. Viele industriell hergestellte Lebensmittel und Getränke werden so gesüßt.

Burger und Pommes

Eine zweite Untersuchung vom Nathan Kline Institute für Psychiatrieforschung in New York, beweist zudem, dass eine langfristige, schlechte Ernährung zu akuten Schäden im Gehirn führen kann. Die Forscher analysierten mittels Magnetresonanztomografie Dutzende Gehirne von übergewichtigen und normalgewichtigen Personen, die über 50 Jahre alt waren. Zu viel Wasser weist auf Schäden im Nervengewebe hin, während erhöhte Blutwerte des Eiweißstoffs Fibrinogen auf Entzündungsprozesse im Nervensystem deuten.

Die übergewichtigen Probanden wiesen insgesamt einen erhöhten Fibrinogen-Wert und einen größeren Wassergehalt auf. Wichtige Regionen im Gehirn, die für das Geschmacksempfinden und Belohnungssystem verantwortlich sind, waren beschädigt. Die Forscher vermuten daher einen direkten Zusammenhang zwischen den veränderten Hirnregionen und dem Essverhalten der übergewichtigen Versuchspersonen. Sie könnten zum Beispiel so stark beeinflusst werden, dass ihnen nur noch stark zuckerhaltige Nahrung schmeckt. Somit würde ein Mensch, der sich konstant schlecht ernährt in eine teuflische Spirale geraten – denn je mehr Zucker man zu sich nimmt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die verantwortlichen Gehirnregionen so verändert werden, dass einem nur noch Süßes schmeckt! Somit würde man mehr und mehr Zucker essen wollen und sein Gehirn noch weiter schädigen. Von all den anderen negativen Auswirkungen ganz abgesehen.

Gehirnfutter gegen die „Verdummung“

Wir sind es gewohnt, Zucker im Überfluss zu konsumieren. Wer aber nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit bleiben möchte, sollte seine Ernährung anpassen. Ungesättigte Fettsäuren, wie zum Beispiel Omega-3, kommen in Fischsorten wie Lachs und Thunfisch, aber auch in Walnüssen und Traubenkern-Öl vor. Diese gesunden Fette sind ein wichtiger Bestandteil im Gehirn und bedeutsam für die Bildung neuer Nervenzellen. Komplexe Kohlenhydrate, die in Produkten wie Vollkornbrot, Hafer, Gerste, Gemüse und Obst vorkommen, sorgen für einen konstanten und gleichmäßigen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Der Körper ist somit ständig mit Energie versorgt und dies steigert die Denkfähigkeit. Für einen intakten Zellstoffwechsel sind Aminosäuren nötig. Fisch, mageres Fleisch, Eier, Sojabohnen und Erdnüsse sind reich an Eiweiß und liefern die benötigten Bausteine fürs Gehirn. Vitamine und Mineralstoffe sind vielseitige Funktionsträger und wichtig für die Gehirnfunktion. Sie sollten in keiner ausgewogenen Nahrung fehlen.

Gesunde Omega-3-Fettsäuren

Natürlich muss man nicht gänzlich auf Süßes verzichten. Ab und an etwas naschen ist schon in Ordnung. Ob jedoch ein bunter Früchteteller nicht doch ein leckereres Dessert ist, als eine Packung Chips, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ein kleiner Tipp: Wenn einem Abends das Verlangen nach Süßem überkommt, sollte man sich ein kleines Stück Schokolade, am besten dunkle, auf die Zunge legen und langsam zergehen lassen. Das Gehirn hat somit seine gewünschte Dosis Zucker bekommen und das Bedürfnis verschwindet.

Typische westliche Kost ist reich an Zucker und gesättigten Fettsäuren. Bei Mäusen und Menschen kann das zu einer Beeinträchtigung der Denkleistung führen, und das schon bevor der Betroffene dick wird. Veränderungen im Gehirn bleiben dabei vermutlich über viele Jahre subtil, doch spätestens im fortgeschrittenen Alter kann es zu ernsthafteren Beeinträchtigungen kommen. Wer also nicht nur Krankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit vorbeugen, sondern auch seine mentale Fitness aufrecht erhalten will, sollte gut darauf achten, wie viel und was für Zucker er zu sich nimmt. Nahrungsmittel die gut fürs Gehirn sind, gibt es zuhauf – ob sie uns im besten Fall aber auch schlauer machen, kann noch nicht gesagt werden.

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