Lebensmittelverschwendung stoppen: Warum Dänemark Vorreiter ist

Elf Millionen Tonnen landen jährlich im Müll

Lebensmittelverschwendung stoppen: Warum Dänemark Vorreiter ist - Elf Millionen Tonnen landen jährlich im Müll

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Dänemark ist Vorreiter in Europa, wenn es um die Bekämpfung von Lebensmittelbekämpfung geht. Gemeinsam mit Jungunternehmern und einer Foodwaste-Aktivistin hat die Regierung Lösungen gegen die Wegwerf-Mentalität erarbeitet.

Wir werfen zu viel weg

Um die Lebensmittelverschwendung greifbar zu machen: Nach einer Studie der Universität Stuttgart werfen die Deutschen pro Kopf und Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – was in etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen entspräche. So informiert die Initiative „Zu gut für die Tonne“; wobei Obst & Gemüse mit 44% die am meisten wegeschmissene Lebensmittelgruppe seien. Fleisch & Fisch würde mit einem Anteil von 6% im Abfall landen.

Nicht zur der ethische Fokus steht hier mahnend im Vordergrund – auch die Belastung für die Umwelt, welche mit der Verschwendung einhergeht, muss bedacht werden: Ressourcenverbrauch, Treibhausgase, Wasserverbrauch. Für nichts.

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Was macht Dänemark anders?

Zum einen hat Dänemark Selina Juul – eine „Food-Waste Ikone“. Als sie mit 13 aus Russland nach Dänemark kam, war sie schockiert, wie viel Essen weggeworfen wurde. Seit 2008 kämpft sie mittels der von ihr gegründeten Organisation „Stop Wasting Food“ („Stop Spild Af Mad“)gegen Lebensmittelverschwendung. Sie lancierte Kampagnen, schrieb ein Buch, organisierte Events und sprach sogar vor dem Europäischen Parlament.

Zum anderen stärkt die dänische Regierung solchen Ideengebern den Rücken: Ab diesem September soll ein Subventionspool von rund 670.000 Euro für Projekte gegen Lebensmittelverschwendung bereitstehen.

Das Ziehen an einem Strick trägt Früchte: Dänemark hat mehr Lösungsansätze gegen Verschwendung entwickelt als jedes andere europäische Land. Die Bevölkerung wurde erfolgreich sensibilisiert: Seit 2010 konnte Dänemark seinen Foodwaste um 25 Prozent reduzieren – und das soll nur der Anfang sein. Momentan landen noch rund 700.000 Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll. (Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 11 Millionen Tonnen.)

Dänemarks Strategien auf einen Blick

  • Viele dänischen Supermärkte nehmen Nahrungsmittel, die bald ablaufen, nicht aus dem Sortiment, sondern richten Ecken ein, in denen man diese Lebensmittel viel günstiger anbietet. Gemüse, das nicht der „Norm“ oder den ästhetischen Ansprüchen der Bürger genügt, wandert in Salate. So werden „unschöne“ Kartoffeln beispielsweise zu Kartoffelsalat verarbeitet.
  • Das Startup „Too Good To Go“ hat eine App entwickelt, die hungrige Kunden auf Restaurants und Bäckereien aufmerksam machen, die kurz vor Ladenschluss sind. Dort angekommen kann man Essensboxen mit Gerichten oder Lebensmitteln kaufen, die sonst weggeschmissen würden.
  • Etwas besonderes ist in diesem Zusammenhang der im Februar eröffnete Lebensmittelladen „Wefood“. Weltweit ist das der erste Supermarkt, der ausschließlich abgelaufenes Essen verkauft, das zuvor von anderen Lebensmittelhändlern ausrangiert wurden. Der Andrang in Kopenhagen ist schon seit der Eröffnung hoch.
  • Einer der kreativen Ansätze der Foodwaste-Aktivistin Juul: Die UFO-Strategie. Die Bürger werden dazu aufgerufen, jeden Monat einen „UFO-Tag“ einzulegen. UFOs sind „unidentified frozen objects“, also Lebensmittel, die im Tiefkühler vor sich hinschlummern. Mindestens einmal pro Monat soll ein solches Lebensmittel verbraucht werden.

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Innovativer Ansatz in Zürich

Auch in Zürich bekämpft man Food Waste mit einem strategischen Ansatz. Im Hotel Belvoir zum Beispiel ließ man sich vom Branchenzusammenschluss „United Against Waste“ beraten.

Dafür sammelte und analysierte die Organisation einen Monat lang Essensabfälle. Danach wurde das Angebot angepasst: Das Brot schneidet man nur noch nach Bedarf zu, Buffets werden nur noch dann angeboten, wenn es wirklich nötig ist. Anstelle von Tagesmenüs gibt es eine Wochenkarte. Das Resultat: Ein Drittel weniger Foodabfälle – und eine Ersparnis von 3.000 Franken (rund 2.800 Euro) im Monat.

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