Lebensmittelbetrug: Wo wird am meisten geschummelt?

Olivenöl, Milch oder Kaffee

Lebensmittelbetrug: Wo wird am meisten geschummelt? - Olivenöl, Milch oder Kaffee

supermarkt

von

Seitdem mit Lebensmitteln gehandelt wird, gibt es auch Lebensmittelbetrug. Doch bei welchen Produkten wird besonders oft geschummelt und wie kannst Du Dich als Verbraucher davor schützen? Wir klären auf!

Als Lebensmittelbetrug gilt laut „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ das „Inverkehrbringen von Lebensmitteln mit dem Ziel, durch vorsätzliche Täuschung einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erlangen.“ Eine Möglichkeit der Täuschung ist beispielsweise die Änderung der Zusammensetzung eines Lebensmittels, die dann auf dem Etikett nicht angegeben ist. Häufig werden dabei wertvolle Inhaltsstoffe gegen billigere Ersatzstoffe ausgetauscht. Der Verbraucher bekommt davon in der Regel nichts mit.

Nach Angaben des „Bundesinstituts für Risikobewertung“ können Verfälschungen durch verschiedene Analyseverfahren aufgedeckt werden. Da bei zielgerichteten Verfahren nur nach bereits bekannten Verfälschungen gesucht wird, gibt es inzwischen auch nicht-zielgerichtete Verfahren. So können auch unerwartete Zusätze entdeckt werden.

supermarkt-psychologie-257029183 Kopie

Gesundheitliche Risiken

Wenn Lebensmitteln minderwertige oder verbotene Stoffe hinzugefügt werden, kann dies gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Als Beispiele für derlei Risiken nennt das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ das Hinzufügen von Frostschutzmitteln zu Wein oder das Beimengen von Sudanrot-Farbstoffen in Gewürzen. Vor allem, wenn lebensmittelfremde Stoffe hinzugefügt werden, besteht eine gesundheitliche Gefährdung.

Zum Glück führt aber nicht jeder Lebensmittelbetrug zu gesundheitlichen Auswirkungen. Produkte mit lediglich falsch deklarierten, aber nicht gefährlichen Inhaltsstoffen, stellen in der Regel keine gesundheitliche Gefahr dar. Ärgerlich ist der Betrug dennoch, da viele Produkte zu deutlich höheren Preisen verkauft werden, als sie es eigentlich wert sind.

Betroffene Produkte

Die am häufigsten von Lebensmittelbetrug betroffenen Produkte sind, laut „Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ folgende:

  1. Olivenöl (wird häufig mit billigen Ölen vermischt oder sogar mit Chlorophyll versetzt)
  2. Fisch und Meeresfrüchte (Garnelen werden zur Gewichtserhöhung mit Gel aufgespritzt, günstiger Fisch wird als besonders teurer Edelfisch verkauft, Zuchtfisch wird als Wildfang gekennzeichnet)
  3. Bio-Lebensmittel (konventionelle Produkte werden als Bio-Lebensmittel deklariert)
  4. Milch (Proteingehalt wird durch Melamin manipuliert, Angaben zur Herkunft und Haltbarkeit werden gefälscht)
  5. Getreide (mit Pflanzenschutzmitteln belastetes Getreide kommt in den Handel, wird häufig als Bio-Getreide verkauft)
  6. Honig und Ahornsirup (werden mit Zucker gestreckt)
  7. Kaffee und Tee (werden mit verschiedenen Zusätzen gestreckt oder falsch deklariert)
  8. Gewürze (z. B. Safran wird mit Stärke, Zwiebeln oder gefärbtem Gras gestreckt)
  9. Wein (wird mit Ethanol, Diethylenglykol oder anderen Stoffen vermischt)
  10. Obstsäfte (werden mit Wasser verdünnt oder künstlich gesüßt)

olivenöl 2

Das kannst Du tun

Für Verbraucher ist es kaum möglich, einen Lebensmittelbetrug zu erkennen. Sicherheit können allerdings verschiedene Siegel bieten, bei denen die Lebensmittel häufig kontrolliert werden. Außerdem lohnt es sich, regelmäßig Verbrauchertests zu lesen. So kannst Du Dich über geprüfte Lebensmittel informieren und weißt Bescheid, welche gut bewertet wurden. Wer einen Bauern in der Nähe kennt, hat es besonders einfach: Hier weiß man, woher die Lebensmittel kommen.

Ansonsten hilft es, bei niedrigen Preisen für hochwertige Lebensmittel skeptisch zu sein. Eine Flasche hochwertiges Olivenöl für nur drei Euro ist beispielsweise sehr verdächtig.

Beim Kauf im Internet solltest Du besonders vorsichtig sein. Auch hier gibt es spezielle Siegel, die vertrauenswürdige Shops kennzeichnen. Dazu gehören das Trusted Shops- und das EHI-Siegel.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 5 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

müsli
„Für einen guten Start in den Tag“ –

UmweltBank

Sparschweine-im-Gras 650x286- - Florian Schultz (1)
Anzeige

Wie Du mit kluger Geldanlage die Umwelt schützen kannst

Die Umwelt schonen und nachhaltig Leben – das wollen immer mehr Menschen. Im Alltag kaufen viele daher regionale Bio-Produkte ein oder steigen auf Ökostrom um. Doch damit hört ein umweltfreundlicher Lebensstil nicht auf. Wusstest Du, dass Du auch Dein Geld nachhaltig und ökologisch sinnvoll anlegen kannst?

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Pack an!

müll

So geht’s: Per App ganz einfach Gewässer retten

Unsere Gewässer von Müll zu befreien ist jetzt noch einfacher. Mit der Gewässerretter-App des NABU können Müllfunde gemeldet und eigene Sammelaktionen gestartet werden. So wurden allein im letzten Jahr 10.000 Kilogramm Müll aus deutschen Gewässern entfernt – und so kannst Du mitmachen.

Braucht meine Waschmaschine das?

waschmmaschine

Wasserenthärter: Sinnvoll oder umweltschädliche Marketingstrategie?

Vor den hiesigen Waschmittelregalen haben wir als Verbraucher die Qual der Wahl: Neben Hygiene- und Weichspülern greifen Kundengerne zu Wasserenthärtern von „Calgon“ & Co. – denn gerade vor kalkhaltigem Wasser lehrt uns die Werbung seit Jahren das Fürchten: Völlig verkalkte Heizstäbe, poröse Rohre und Dichtungen, schmutzige Wäsche und nichts geht mehr. Aber decken sich die Horrorszenarien der Werbewelt wirklich mit der Realität in unseren Waschmaschinen und wie sinnvoll sind die viel beworbenen Entkalker-Tabs?