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Lassen sich Tierversuchsergebnisse überhaupt auf Menschen übertragen?

Kosmetik & Medikamente

Lassen sich Tierversuchsergebnisse überhaupt auf Menschen übertragen? - Kosmetik & Medikamente

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Es gibt nicht nur ethische Gründe Tierversuche abzulehnen, sondern auch rein medizinische. Denn ein Großteil der Resultate kann gar nicht auf den Menschen übertragen werden.

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Unterschiedliche Systeme von Mensch und Tier

Tiere und Menschen unterscheiden sich in Körperbau und Stoffwechsel – zum Teil sogar grundlegend. Viele Ergebnisse, die mit Tierversuchen gewonnen werden, können nicht ohne weiteres auf den Menschen angewendet werden.

Die Zeit bezieht sich auf eine Studie, die zeitnah im International Journal of Risk Assessment and Management erscheinen soll, die besagt, dass beispielsweise Resultate von giftigen Substanzen, die an Ratten und Mäuse getestet wurden, nur zu 43 Prozent auf den Menschen übertragen werden könnten. Auch zwischen Mensch und Menschenaffen bestünden immer noch genügend Unterschiede, so dass die getesteten Medikamente zwar für die Affen unbedenklich wären, aber tödlich für den Menschen.

Bis zu 92 Prozent der Resultate von Medikamenten, die im Labor an Tieren getesteten wurden, hätten sich bei diesen Tests als sicher und wirksam erwiesen, einer klinischen Prüfung hätten sie jedoch nicht standgehalten. Sondern zeigten sich beim Menschen als unwirksam oder führten zu unerwünschten Wirkungen. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar tödliche Nebenwirkungen haben.

Wieso gibt es immer noch Tierversuche

Trotz neuen Technologien und vielen tierfreien Alternativen müssen immer noch Tiere leiden. Denn für tierversuchsfreie Verfahren stehen oft keine Forschungsgelder zur Verfügung. Die Zulassungs- und Förderverfahren werden nach wie vor ausgebremst, obwohl hunderttausende Tierversuche vermeidbar wären. Bei der Tierversuchsforschung hingegen fließen hohe Summen von Forschungsgeldern oder Stipendien.

In Deutschland entscheidet zwar die zuständige Landesbehörde, ob ein Tierversuch genehmigt wird, die Behörde ist aber verpflichtet, dem Antragsteller zu folgen. Der Forscher muss also nur wissenschaftlich begründen, warum ein Tierversuch vertretbar ist.

Die führenden Personen in der biologischen und medizinischen Forschung arbeiten seit Jahren mit Labortieren. Sie sind diejenigen, die bestimmen, welche Arbeiten in Journals publiziert werden und sie beeinflussen die Politik. Viele vertreten immer noch die Meinung „Kritik an Tierversuchen ist Karriere-Selbstmord“.

Solange keine Fördergelder für alternative Methoden zur Verfügung stehen und Kritik keinen Platz hat werden die Tests an Tieren nie enden.

Alternativen zu Tierversuchen

Computersysteme

Computersysteme stellen die Stoffwechselvorgänge im Körper dar und arbeiten mit menschlichen Daten. Die Programme können die Wirkung von Chemikalien oder Medikamenten mit einer sehr hohen Sicherheit voraussagen. Durch diese Testmethode könnte auf hundertausende von Tierversuchen verzichtet werden.

Mini Organe

Vor gut sechs Jahren präsentierte Professor Hans Clevers an der Universität Utrecht (Niederlande) ein Projekt, das die Forschung veränderte. Aus Stammzellen ist es Professor Clevers und seinem Team gelungen, ein Stück Dickdarm herzustellen. Anstatt die Zellen auf einem festen Untergrund zu züchten, haben sie eine gelatinöse Substanz verwendet, damit ein dreidimensionales Gewebe entstehen konnte. Seither werden mit dieser Methode Mini Organe wie Mägen, Dünndärme, Nieren, Brustdrüsen und Augennetzhäute für die Forschung gezüchtet. Mit den sogenannten Organoiden werden Vorgänge im Organ imitiert. Die Forscher arbeiten daran, dass ihre Technik als Alternative zu Tierversuchen verwendet wird.

Quelle: Die Zeit

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