Kontaktlinsen: Mikroorganismen können gefährliche Entzündung auslösen

Gefährliche Bakterien

Kontaktlinsen: Mikroorganismen können gefährliche Entzündung auslösen - Gefährliche Bakterien

kontaktlinse-153411689 Kopie

von

Kontaktlinsen haben unser Leben einfacher gemacht. Ohne eine Brille tragen zu müssen, ermöglichen sie uns eine perfekte Sicht. Doch was lebt eigentlich auf unseren Linsen? Und wie gefährlich sind die winzigen Organismen?

Um es gleich vorweg zu nehmen – sehr gefährlich. Unter Kontaktlinsen leben Mikroorganismen, die potenziell zur Erblindung führen können. Klingt nicht gerade toll. Aber erst der Reihe nach. Was für Tierchen sind das eigentlich?

Klein und heimtückisch

Auf der Hornhaut unserer Augen landen täglich unzählige Bakterien, Pilze und Amöben. Dies gilt für alle Menschen, nicht nur für Kontaktlinsenträger. Diese „schmutzigen“ Objekte können von überall her stammen und beispielsweise über die Finger ins Auge übertragen werden.

Unsere Augen haben aber eine exzellente Abwehr entwickelt, um diese Keime blitzschnell zu töten. Die Abwehrmechanismen sind so stark, dass Wissenschaftler das menschliche Auge zu studieren beginnen, um an neue Informationen zu gelangen, wie man unseren Körper erregerfrei halten kann.

Antimikrobielle Lösung hilft nicht

Allerdings sind diese Keime, dank ihrer Fähigkeit, sich an neue Umgebungen anzupassen, weit verbreitet. Nun kommt die Kontaktlinse ins Spiel. Normalerweise eliminiert das Auge die meisten gefährlichen Erreger sofort. Befinden sich aber Bakterien, Pilze oder Amöben auf unserer Hornhaut, und wir legen die Kontaktlinse darüber, so bleiben diese Objekte zwischen Hornhaut und Linse gefangen. Einige sterben ab, andere jedoch überleben, gewöhnen sich an die neue Umgebung und vermehren sich sogar. Sogar die antimikrobielle Lösung überstehen sie, wenn die Linsen über Nacht aufbewahrt werden.

Fleischfressende Bakterien

Genau diese Super-Bakterien sind es, die ihren Weg durch unsere Hornhaut fressen und eine böse Entzündung auslösen können. Diese Krankheit nennt sich „Mikrobielle Keratitis“ und kann im schlimmsten Fall zum Verlust der Sehfähigkeit führen. Zwar betrifft dies nur 0,2 Prozent der Menschen, die Kontaktlinsen auf einer erweiterten Basis tragen – dennoch, es klingt nicht nur gruselig, es ist es auch!

Schnell reagieren

Wer Schmerzen im Auge verspürt oder das Gefühl nicht los wird, es sei etwas im Auge stecken geblieben, der sollte die Linse sofort herauszunehmen. Sollte das Gefühl weiter anhalten, dürfen die Linsen nicht wieder eingesetzt werden und es muss ein Arzt aufgesucht werden. Wer zu lange wartet, geht das Risiko ein, dass die körpereigene Entzündungsreaktion erste Schäden dem Auge zufügt. Meist sind es nämlich nicht die „gefährlichen“ Objekte, sondern die Entzündung selbst, die zur Blindheit führt.

Obwohl das Risiko einer mikrobiellen Keratitis vernichtend gering ist, sollte man dennoch immer den Anweisungen des Augenarztes folgen, nie mit Linsen schlafen gehen und regelmäßig die Hände waschen.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 4 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

haushalt
Alltagsgegenstände als Brutstätten für Bakterien –
kombucha
Trendgetränk oder Medizin? –
augenpflege
Die Technik macht’s –

Umwelt und Klima schützen

garten

Blumenerde unbedingt ohne Torf kaufen

Der Großteil der im Garten- und Baumarkt erhältlichen Blumenerden besteht überwiegend aus Torf. Für dessen Abbau werden Moore zerstört. Mit der Entscheidung für torffreie Erde verbesserst Du nicht nur die Bodenqualität Deines Gartens, sondern hilfst aktiv mit, Klima und Artenvielfalt zu schützen.

Mikroplastik

Kleidung

Warum Deine Kleidung die Meere verschmutzt

Nicht nur unser Plastikabfall oder das Plastik in unserer Kosmetik, sondern auch der Inhalt unserer Kleiderschränke trägt zum Plastikproblem bei. Denn rund 60 Prozent unserer Kleidung weltweit enthält Polyester-, Nylon oder Polyacrylfasern. Und bei jedem Waschen dieser synthetischen Materialien gelangt Mikroplastik in das Abwasser und später in unser Ökosystem. Was Du dagegen tun kannst, erklären wir Dir hier.