Kochst du noch oder isst du schon Rohkost?

Nächster Ernährungstrend

Kochst du noch oder isst du schon Rohkost? - Nächster Ernährungstrend

Salat essen

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Im Moment jagt ein Ernährungstrend den nächsten, zuerst kamen die Vegetarier, dann die Veganer — ist nun die Zeit der Rohköstler gekommen? Welche Vor- und Nachteil hat die Rohkost-Ernährung?

Ob Pferdefleisch oder Vogelgrippe, die Lebensmittelskandale scheinen sich zu häufen. Da weiß man oft nicht mehr, was man überhaupt noch guten Gewissens essen kann. So verzichten immer mehr Menschen auf bestimmte Lebensmittel. Als Vegetarier bezeichnen sich nach Angaben des Vegetarierbunds Deutschland (Vebu) mittlerweile über sieben Millionen Menschen in Deutschland.

Ihnen zugerechnet werden die rund 700 000 Veganer, die nicht nur den Verzehr von Fisch und Fleisch, sondern jeglicher tierischer Produkte wie Milch, Eier oder Honig ablehnen. Rohköstler dürften inzwischen bis zu 500 000 Menschen sein, so schätzt man beim Vebu.

Was bedeutet Rohkost eigentlich?

Rohköstler verzehren ihre Lebensmittel so naturbelassen wie möglich. Deshalb werden alle Speisen oder Getränke gemieden, die bei der Zubereitung, oder während des Herstellungsprozesses der Bestandteile, auf über 42 Grad Celsius erhitzt wurden.

Denn ab 42 Grad leiden hitzeempfindliche Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Die Rohkost-Ernährung beruht vor allem auf Früchten, Gemüse, Kräutern, Nüssen und Samen. Vom Kochen im herkömmlichen Sinne kann man also bei der Zubereitung eines Rohkost-Menüs nicht sprechen. Die Zutaten werden vielmehr bearbeitet: Sie werden gemahlen, geschrotet, im Mixer zerkleinert und in Spezialöfen getrocknet oder gedörrt.

Rohkost

Wieso gibt es immer mehr Rohköstler?

Nun mag man sich fragen, was Menschen dazu bewegen könnte, sich für Rohkost zu entscheiden, schließlich wird der Speiseplan extrem eingeschränkt. Viele Lieblingsessen wie Pizza, Nudeln, oder Eis sind Tabu. Und auch unterwegs gibt es wenig Alternativen für Rohköstler. Im Restaurant bleibt oft nur Salat — ohne Käse oder Brot natürlich.

Pro Rohkost:

• Mehr Obst und Gemüse

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, am Tag fünf Portionen frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die meisten Menschen in Deutschland liegen allerdings weit unter dieser Empfehlung. Generell ist ein Mehr an Rohkost also wünschenswert, denn rohes Obst und Gemüse ist sehr gesund.

• Mehr Nährstoffe aus Obst und Gemüse

Früchte und Gemüse enthalten in ihrem Grundzustand einen besonders hohen Anteil an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und anderen wichtigen Inhaltsstoffen. Diese gehen bei Garvorgängen teilweise verloren. Außerdem ist Rohkost reich an Ballaststoffen, die wichtig für die Darmgesundheit sind.

• Weniger Zusatzstoffe

Rohkost verzichtet auf stark verarbeitete Lebensmittel wie Chips, Fast Food, Süßigkeiten oder andere Industrie-Speisen. Das ist gut für die Gesundheit, denn diese Speisen haben einen niedrigeren ernährungsphysiologischen Wert. Das heißt sie haben eigentlich keine positiven Eigenschaften für den Menschen, sondern enthalten viel ungesunde Fette, Zucker und Salz.

Avocado aufgeschnitten

Kontra Rohkost:

• Nährstoffmangel befürchtet

Neben den Vorteilen der Rohkost, gibt es auch einige Gegenstimmen, die von Nachteilen, oder sogar Gefahren sprechen. Bei veganer Rohkost, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vor einer möglichen Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen, allen voran Vitamin B 12, was sich in Blutarmut äußern kann.

Bislang wurde ein Vitamin B-12-Mangel vor allem durch den Verzehr fleischlicher Nahrung vorgebeugt. Allerdings kann auch pflanzliche Nahrung wie etwa Weizengras oder Süßlupinen Vitamin B 12 liefern und darüber hinaus auch körpereigene Darmbakterien anregen, das Vitamin in ausreichendem Maße bereitzustellen.

Auch ein möglicher Mangel an Fett und Eiweiß wird von Kritikern der Rohkost genannt. Es gibt allerdings einige Möglichkeiten Eiweiß und Fett aus pflanzlicher Nahrung zu beziehen. So sind beispielsweise Avocados reich an Fett und die meisten Pflanzen haben, mit Ausnahme von Nüssen und Samen, einen Eiweißanteil von ca. 2 %. Das ist natürlich nicht besonders viel, woran sich das nächste Problem anschließt:

• Gefahr der Unterernährung

Um ausschließlich mit Rohkost seinen Nährstoffbedarf zu decken und auch genug Energie aufzunehmen, muss man mengenmäßig sehr viel mehr Essen als bei anderen Ernährungsformen. Denn die üblichen Energielieferanten wie Zucker oder tierisches Eiweiß und Fett werden gemieden. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Menschen Rohkost nicht besonders gut vertragen und unter Darmbeschwerden und Durchfällen leiden können.

• Der Kostenfaktor

Jeder weiß: Obst und Gemüse sind im Supermarkt nicht gerade günstig. Da eine Ernährung nach Rohkost fast ausschließlich auf diesen Lebensmitteln basiert, können die Ausgaben für Essen möglicherweise steigen — vor allem, wenn man auf die gesündere Bio-Ware zurückgreifen möchte. Hier heißt es geschickt sein: Am besten auf dem Wochenmarkt saisonale Produkte einkaufen, diese sind meist weitaus günstiger.

Fazit: Rohkost ja oder nein?

Wie bei den meisten Ernährungsfragen gibt es auch bei der Rohkost kein eindeutiges Ja oder Nein. Letztendlich hat jede Ernährung ihre Vor- und Nachteile. Jeder muss für sich eine Ernährung finden, mit der er fit und gesund bleibt.

Dass Obst und Gemüse und möglichst naturbelassene Lebensmittel gesund für den Menschen sind, ist unumstritten. Und auch die Tatsache, dass eine gesunde Ernährung den Gesundheitszustand verbessern und ernährungsmitbedingten Krankheiten vorbeugen kann, gilt als allgemeiner Konsens.

Für viele ist es aber im Alltag und vor allem unterwegs häufig aufwendig sich nur von Rohkost zu ernähren. Zudem vertragen einige Menschen rohe Nahrung nicht sehr gut. Hier kann es eine Alternative sein Gemüse zu dünsten.

Zusammengefasst heißt das: Viel rohes Obst und Gemüse zu essen ist wünschenswert, sollte aber nicht erzwungen werden und im Stress enden. Denn letztendlich sollte die Ernährung immer auch Spaß machen.

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