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Keiner kauft Fairtrade – 5 gute Gründe das zu ändern

Einkauf mit gutem Gewissen

Keiner kauft Fairtrade – 5 gute Gründe das zu ändern - Einkauf mit gutem Gewissen

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Bio ist in aller Munde, aber was hat es eigentlich mit Fairtrade-Siegeln auf sich? Die Umsatzzahlen von fairen Produkten sind trotz steigender Tendenzen immer noch verschwindend gering. Wir finden: Das sollte sich ändern. Wir zeigen Dir, warum es sich lohnt, fair gehandelte Produkte zu kaufen.

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Wofür steht Fairtrade?

„Fair Trade“ meint „fair gehandelt“. Im Gegensatz zum konventionellen Handel werden bei Fairtrade-Produkten sowohl bei der Herstellung, als auch in den Handelsbeziehungen bestimmte Standards eingehalten. Dabei geht es vor allem um faire Bedingungen für die Arbeiter und Händler, Umweltschutz und transparente Handelsbeziehungen.

DKV Umweltlogo Fairtrade

Wie viel „fair“ kaufen wir?

Die Kauf-Tendenz von Fairtrade-Produkten hat sich positiv entwickelt. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der Umsatz im fairen Handel mehr als verdoppelt.

Im Vergleich zum gesamten Handelsbereich ist der Fair-Anteil jedoch immer noch verschwindend gering. Gerade einmal 1,7 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2017 für fair gehandelte Produkte aus.

Zum Vergleich: Die Gesamtausgaben für Lebensmittel betrugen knapp 350 Milliarden Euro. Davon macht allein der Bereich Zahnpflegeprodukte und Zahnpasta 1,9 Milliarden Euro aus.

99 Prozent des Handels sind „un-fair“

Das Wachstum im Fairtrade-Bereich dürfe „nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin geschätzte 99 Prozent des Handels nicht fair sind“, so Manuel Blendin, Geschäftsführer des „Forums Fairer Handel“.

2017 gaben die Deutschen pro Kopf im gesamten Jahr durchschnittlich gerade einmal 20,50 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. Im Vergleich dazu lassen wir uns in der Regel schon einen einzigen Einkauf im Supermarkt mehr kosten.

Wir finden, das sollte sich ändern und zeigen Dir deshalb fünf gute Gründe für Fair Trade.

5 Gründe für faire Produkte

1. Bessere Bedingungen für Arbeiter

Faire Produzenten versprechen, das Wohl ihrer Angestellten besonders im Blick zu haben. Sie verpflichten sich unter anderem:

  • Kooperativen in demokratischen Gemeinschaften zu organisieren.
  • Geregelte Arbeitsbedingungen der Angestellten zu garantieren.
  • Ausbeuterische Kinderarbeit und Diskriminierung zu verbieten.
  • Auf Plantagen die gewerkschaftliche Organisation zu fördern.

Kaffee Fairtrade

2. Gut für die Umwelt

Wenn wir Fairtrade-Produkte kaufen, tragen wir dabei auch etwas zum Umweltschutz bei. Denn Fairtrade-Siegel stehen auch für:

  • umweltschonenden Anbau
  • den Schutz natürlicher Ressourcen
  • das Verbot von gefährlichen Pestiziden und gentechnisch verändertem Saatgut
  • die Förderung von Bio-Anbau durch den Bio-Aufschlag

3. Vorteile für die Händler

Auch die Handelsunternehmen selbst profitieren von den Standards des Fairtrade-Siegels. Für sie werden besondere Handelsvorteile garantiert. Dazu gehört die Bezahlung von Mindestpreisen und Prämien. Auch eine Vorfinanzierung ist möglich.

4. Sicherheit beim Kauf

Transparente Handelsbeziehungen gehören zu den Forderungen des Fairtrade-Siegels. Unternehmen, die fair handeln, verpflichten sich, Nachweise über Waren- und Geldfluss zu erbringen. So kann der Kunde die Herkunft des Produktes genau nachvollziehen.

5. Besser als „nur“ Bio

Die steigende Nachfrage im Bio-Bereich führt zu großem Preisdruck, der die Betriebe enorm unter Druck setzt. Deswegen lohnt es sich beim Kauf eine Kombination von Bio- und Fairtrade-Standards.

Einige Fairtrade-Siegel haben auch die Existenzsicherung von Bio-Produzenten im Blick. Dies soll durch langfristige Partnerschaften und faire Produktpreise gewährleistet werden.

Ein Beispiel dafür ist die „Naturland-Fair“-Zertifizierung. Sie vereint ökologische Standards und fairen Handel in einem Siegel.

Aber: Fair ist nicht gleich fair

Im Gegensatz zu dem Begriff „bio“ ist die Bezeichnung „fair“ oder „Fairer Handel“ rechtlich nicht geschützt. Zudem gibt es kein einheitliches Siegel für faire Produkte.

Deshalb wurden Grundlagen festgelegt, die den internationalen und inhaltlichen Rahmen für den fairen Handel darstellen. Diese beinhalten unter anderem faire Preise, geregelte Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Methoden. Darüber hinaus hat jedes Siegel ergänzende Standards entwickelt.

Trotz Siegel-Vielfalt ist also eine solide Basis im Fairtrade-Handel gegeben.

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Vorsicht bei Mischprodukten

Zu beachten ist, dass bei Mischprodukten, wie Keksen, der Fair-Anteil in Produkten je nach Akteur im fairen Handel sehr unterschiedlich sein kann. Er schwankt zwischen 20 und 100 Prozent wie Marktchecks mehrerer Verbraucherzentralen gezeigt haben.

Monoprodukte, wie Kaffee, Reis oder Tee, die nur aus einer Zutat bestehen, müssen hingegen zu 100 Prozent faire Zutaten enthalten.

Im Zweifelsfall gilt es, beim Kauf genauer hinzusehen, denn der Anteil fairer Zutaten muss auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

Fazit: Fair lohnt sich

Trotz Siegelvielfalt und schwankender Anteile der fairen Zutaten in den Produkten, empfehlen wir, häufiger zu Fairtrade-Produkten zu greifen.

Zusammengefasst beziehen sich Fairtrade-Standards in erster Linie auf bessere Bedingungen für die Arbeiter und Händler, ohne dabei den Umweltschutz aus dem Blick zu verlieren. Durch Fairtrade-Initiativen können so beispielsweise die Hersteller in den Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig gefördert werden.

So können wir als Verbraucher durch den Griff zu Fairtradeprodukten ganz einfach etwas zur Verbesserung der Lebensbedingungen unserer Mitmenschen und dem Schutz der Umwelt beitragen.

Weiterführende Links:

- Forum Fairer Handel: Zahlen und Fakten zum fairen Handel in Deutschland

- Fairtrade-Deutschland: Fairtrade Standards

- WTFO-Standards für Organisationen des Fairen Handels

- Verbraucherzentrale: Fairtrade – Einkauf mit gutem Gewissen

- Naturland Fair: Öko und Fair aus einer Hand

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