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Insekten: Alternativer Proteinlieferant für Hunde

Reich an Fetten, Eiweiß und Proteinen

Insekten: Alternativer Proteinlieferant für Hunde - Reich an Fetten, Eiweiß und Proteinen

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Immer mehr Hunde leiden unter einer Fleischallergie, dabei liefern Rind, Schwein und Pute essenzielle Proteine für die Vierbeiner. Viele Hersteller weichen deshalb bereits auf alternative Proteinquellen mit weniger Allergiepotenzial aus, wie beispielsweise Insekten. Auch umwelttechnisch können Mehlwürmer, Heuschrecken und Co. mit ihrer weitaus nachhaltigeren Herstellung gegenüber der Fleischproduktion punkten.

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Proteine sollten im Hundefutter nicht fehlen

Herkömmliches Hundefutter besteht neben Getreide, Obst, Gemüse, Eiern, Milch und Knochen zu ungefähr 50 bis 70 Prozent aus Fleisch. Rind, Schwein oder Pute versorgen den Hund mit wichtigen Eiweißen, Fetten und anderen Vitalstoffen. Vor allem Proteine sind besonders wertvolle Energielieferanten und deshalb einer der wichtigsten Bausteine in der Ernährung des Hundes.

Umso bedenklicher ist es, dass immer mehr Hunde eine Fleischallergie entwickeln. Ohrentzündungen, blutig gekratzte Haut und Verdauungsbeschwerden sind Symptome, die auf eine Fleischunverträglichkeit hindeuten können. Die Problematik: Kontrollierte Studien fehlen bisher, Blut- und Hauttests im Labor liefern meist keine verlässlichen Ergebnisse. Tierärzte und Experten raten deshalb, per Ausschlussdiäten die Ursache für das Leiden der Vierbeiner herauszufinden. Für Professor Jürgen Zentek vom „Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin“ ist dies der einzige Weg zu einer sicheren Diagnose.

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Wenn das Fleisch schließlich vom Speiseplan des Vierbeiners verschwinden muss, sollte eine andere Proteinquelle gefunden werden. Sowohl Futterindustrie als auch Heimtierbedarf spezialisieren sich deshalb zunehmend auf Allergiker und weichen auf exotischere Alternativen aus. Der neueste Trend: Hundefutter aus Insektenprotein.

Insekten – Reich an wertvollen Fetten, Eiweiß und Vitaminen

Eiweiße aus Fleisch und Insektenproteine sind sich strukturell sehr ähnlich. Die krabbeligen Tierchen können deshalb eine adäquate aber auch allergenfreie Alternative zu fleischhaltigem Hundefutter darstellen. Der Grund: Gegenüber vielen Fleischsorten haben Hunde mittlerweile Allergene entwickelt, Insekten hingegen stellen eine ganz neue Nahrungsquelle dar.

Das aus ihnen hergestellte Futter ist sehr gut bekömmlich und gerade für den Magen-Darm-Trakt von Hunden besonders schonend. Auch mit Blick auf den Nährwertgehalt erscheint es sinnvoll Insekten in den Speiseplan der Vierbeiner zu integrieren: Neben vielen ungesättigten Fettsäuren und wenig Kohlenhydraten enthalten Insekten reichlich Vitamine und Mineralstoffe, wie Kalzium, Magnesium, Selen, Phosphor, Eisen und Zink. Die Larve des Mehlkäfers zum Beispiel enthält genauso viele Omega-3-Fettsäuren wie Fisch. Weiterer Pluspunkt: In der Insektenzucht werden keinerlei Antibiotika eingesetzt, wohingegen der Einsatz des Arzneimittels in der Viehzucht geläufig ist.

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Insekten benötigen 10 Mal weniger Futtermittel als Rinder

Auch im umwelttechnischen Kontext können Hundehalter mit dem Kauf von Futter auf Insektenbasis ein wichtiges Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Und sogar für die Menschen könnten Insekten eine innovative Lösung in Bezug auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln darstellen. Hochrechnungen zufolge wird es bereits 2050 mit der traditionellen Viehzucht nicht mehr möglich sein, alle Menschen mit tierischem Eiweiß zu versorgen.

Laut dem niederländischen Insektenforscher Arnold Huis von der Universität Wageningen sind rund 80 Prozent der weltweit vorkommenden Insektenarten essbar. Bei Rindfleisch liegt der Anteil nur bei circa 40 Prozent. Für die Insektenzucht wird zudem wesentlich weniger Platz benötigt, auch der Wasserverbrauch könnte erheblich gesenkt werden. Laut „WWF“ benötigt man im Vergleich zu Rindern für Insekten sogar rund 10 Mal weniger Futtermittel. Weiterer Vorteil: Insekten produzieren wesentlich weniger Methan. Eine 2011 veröffentlichte Studie der Universität Wageningen bestätigt: Ein Schwein produziert etwa hundertmal mehr Treibhausgase pro Kilogramm, als zum Beispiel Mehlwürmer.

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Insekten standen bereits in der Antike auf dem Speiseplan

Was zunächst nach einem exotischen Trend aus Asien oder Afrika klingt, hat eigentlich auch in Europa schon eine lange Tradition. Bereits in der Antike wurden Heuschrecken und andere Krabbeltiere regelmäßig verzehrt. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ist die Insektenkultur jedoch aus Europa verschwunden. In den meisten Ländern der Welt stehen Insekten aber immer noch auf dem Speiseplan. In der Schweiz wurde das Speisetabu im Mai 2017 gebrochen: Mehlwürmer oder Grillen finden sich nun in den verschiedensten Varianten offiziell in den Supermarktregalen.

Egal ob für einen Burgerpatty aus Heuschrecken oder im Hundefutter – Insekten werden genauso wie Fleisch und Fisch besonders sorgfältig verarbeitet. Als Verbraucher muss man sich also keine Sorgen machen, einzelne Bestandteile, wie Beinchen oder Flügel in den Produkten zu finden. So unterscheidet sich auch Hundefutter auf Insektenbasis in Optik und Geruch nicht von herkömmlichem Futter. Bei einer kompletten Ernährungsumstellung des Hundes empfiehlt es sich, jedoch immer einen Tierarzt oder Fachmann zurate zu ziehen.

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