Gift im Haushalt |Viele Putzmittel schaden mehr als sie helfen

Gift im Haushalt |Viele Putzmittel schaden mehr als sie helfen -

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Nicht nur sauber, sondern rein soll der perfekte Haushalt sein. Der Feldzug gegen schädliche Bakterien und Keime birgt jedoch Gefahren für Gesundheit und Umwelt.

Bakterien sind überall. Sie lauern in der Küche, im Bad und im Kinderzimmer - und müssen beseitigt werden, so die Botschaft vieler Putzmittelhersteller. Hinter dem Wunsch vieler Verbraucher nach absoluter Hygiene und Keimfreiheit steckt die Angst vor gefährlichen Erregern und Bakterien, die Krankheiten übertragen können. Immer mehr Verbraucher greifen beim Hausputz deshalb zur chemischen Keule: Reiniger mit antibakteriellen Wirkstoffen und Desinfektionsmittel haben im Haushalt Hochkonjunktur.

Zum Einsatz kommen sie vielfach beim normalen Hausputz: Antibakterielle Zusätze finden sich in Allzweckreinigern, Spülmitteln, WC- und Badreinigern und auch Vollwaschmitteln. Doch Experten warnen vor allzu übertriebener Hygiene: Viele Reiniger gehören nicht in den Putz-, sondern in den Giftschrank. Antibakterielle Pflegeseifen und Hygienespüler zur Wäschedesinfektion stehen bei Verbraucherschützern, Umweltverbänden und Stiftung Warentest auf dem Index. Denn sie können selbst banale Krankheiten nicht verhindern und sogar Allergien auslösen. Die Risiko-Reiniger erkennt man an ihren Labeln: "antibakteriell", "Antibacteria", "Bakterienstopp" oder "Santizid".

Starke Reiniger schwächen das Immunsystem

Viele Putzmittel schaden mehr, als sie helfen: Ihre chemischen Wirkstoffe können Allergien und Hautreizungen auslösen, da die Reinigungsmittel auch die nützlichen Bakterien der Haut angreifen. Sie schwächen das Immunsystem , stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und können Resistenzen gegen Antibiotika hervorrufen. Laut "Stiftung Warentest" beseitigen antibakterielle Reinigungsmittel schädliche Keime nicht besser als herkömmliche Putzmittel.

Inzwischen schlagen auch Allergologen Alarm: "Im Haushalt werden Desinfektionsmittel in Konzentrationen eingesetzt, die dafür sorgen, dass nur ein Teil der Keime abgetötet wird. Das hat zur Folge, dass sich Resistenzen entwickeln, das heißt, dass die Keime unempfindlich gegenüber dem Desinfektionsmittel werden", erklärt Allergologe Dr. Herbert Lichtnecker in der Sendung "Servicezeit Familie". Wissenschaftler der Universität Massachusetts beispielsweise fanden heraus, dass gegen Krankheitserreger, die gegen das häufig eingesetzte Desinfektionsmittel "Triclosan" resistent sind, bestimmte Antibiotika nicht mehr eingesetzt werden können. Fest steht auch: Für Kinder ist eine keimfreie Umgebung alles andere als gesund. Nur im Kontakt mit Bakterien kann sich das kindliche Immunsystem stärken und ausbilden. Die meisten Keime im Haushalt sind ohnehin ungefährlich.

Gefahren im Bad und beim Teppichreinigen

Gesundheitsgefahren stecken auch in vielen anderen scharfen Haushaltsreinigern. So sollte auf Teppichreiniger nach Möglichkeit verzichtet werden; sie gelten als allergieauslösend und leberschädigend. Verwendet man sie dennoch, dann: Handschuhe tragen nicht vergessen! Verschmutzte Teppichböden lassen sich hingegen einmal im Jahr mit einem "Sprühextraktionsgerät" (Waschsauger) reinigen, das selbst porentiefen Schmutz aus dem Gewebe zieht. Das Gerät kann man im Baumarkt oder Teppichfachhandel mieten.

In Bad und WC sollte man auf Schaumreiniger mit Wirkstoffen wie Aerosol, Propan und Butan verzichten. Sie sind nicht nur entzündlich, sondern bilden auch gefährliche Gase. Auf keinen Fall sollte man verschiedene Putzmittel vermischen, denn es können sich tödliche Dämpfe bilden. Entsprechend hoch ist auch die Umweltbelastung: Die Chemie-Keulen landen allesamt im Abwasser und in den Kläranlagen.

Tipps für den Hausputz

Antibakterielle Produkte nur auf ärztlichen Rat hin verwenden - etwa bei Infektionskrankheiten, Durchfallerkrankungen oder in der häuslichen Altenpflege.

Nur milde Allzweck-und Neutralreiniger (ohne chemische Zusätze) für Fußböden, Fliesen und Oberflächen benutzen.

Lediglich hartnäckiger Schmutz erfordert den Einsatz von Scheuermilch.

Leichte Verschmutzungen und Fenster mit Spülmittel reinigen.

Zum Entkalken auf Zitronensäure zurückgreifen.

Bad, Küche und WC trocken halten; Feuchtigkeit gilt als Brutstätte für Krankheitserreger.

Hände regelmäßig waschen.

Nach dem Kochen alle Arbeitsgeräte und Küchenutensilien gut säubern, Holzbretter heiß abspülen, abbürsten und vor allem gut trocknen lassen.

Tücher und Lappen nach Gebrauch trocknen lassen und regelmäßig waschen: Textiles in der Waschmaschine, Bürsten im Geschirrspüler.

Ob Chemiekeule oder Bio-Produkt , grundsätzlich gilt: Reinigungsmittel sparsam verwenden.

Auf die Umweltzeichen "Blauer Engel" und "Euroblume" achten.

Quelle: ARD Online

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