Anzeige
Anzeige

Gibt es eine Kälteallergie?

Gesundheit

Gibt es eine Kälteallergie? - Gesundheit

frau-frierend360355580 Kopie

von

Die einen lieben Winter und Kälte, die anderen sind froh, wenn’s wieder Frühling wird. Aber für einige Menschen bedeutet zu große Kälte Gefahr – sie leiden unter der sogenannten Kälteurtikaria.

Anzeige

Allergie oder doch nicht?

Kälte löst bei den Betroffenen die Freisetzung von Histamin durch Mastzellen aus, so wie das auch bei einer Allergie der Fall ist. Allerdings ist der umgangssprachliche Ausdruck „Kälteallergie“ falsch, wie Allergologe Professor Ulf Darsow von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum rechts der Isar in München. Vielmehr handle es sich dabei um eine physikalische Form der Nesselsucht, die sogenannte Kälteurtikaria, sagt er in der Apotheken-Umschau. Die Bezeichnung Kälteallergie sei irreführend, erklärt er weiter, denn „zwar wird wie bei einer Allergie Histamin ausgeschüttet, es werden aber keine Antikörper gegen Allergene gebildet“.

Ein typischer Fall

Die Apotheken-Umschau schildert denn auch gleich einen typischen Fall: Ein Besuch im Wildpark Poing endete für eine neu Betroffene mit extrem juckenden Quaddeln, vor allem an den stark geröteten Oberschenkeln, und mit einer dick geschwollenen Oberlippe. Die dicke Oberlippe trat nur einmal auf, die juckenden Quaddeln aber seither immer wieder.

Das ist ganz typisch: Die Kälteallergie kommt unerwartet und verschwindet oft nach durchschnittlich fünf bis sieben Jahren genauso plötzlich wieder. In Deutschland leiden geschätzte 50‘000 bis 75‘000 Menschen an Kälteurtikaria. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer, einige sind sehr stark betroffen, andere nur schwach, die sogenannte Schwellen-Hauttemperatur ist sehr unterschiedlich und individuell.

Ständige Angst vor einer Schockreaktion

Das größte Problem der Betroffenen ist, dass sich die Kälteurtikaria nicht nur auf die Lufttemperatur beschränkt. Denn sie reagieren ganzjährig auf den physikalischen Reiz Kälte. Ein normales Leben sei damit nicht mehr möglich, erklärt Professor Marcus Maurer, Forschungsdirektor an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Berlin der Apotheken-Umschau. Denn die Betroffenen leben in ständiger Angst vor einer Schockreaktion, einem sogenannten anaphylaktischen Schock. Der Sprung ins kühle Nass des Schwimmbads im Sommer, Salat waschen, ein Joghurt essen, ein kaltes Getränk. Sogar Toilettengänge können laut Maurer eine Reaktion hervorrufen.

frierend-40514932 Kopie

Ursachen und Therapie

Über die Ursachen wird viel spekuliert, im Moment haben Ärzte und Forscher aber keine Ahnung, was eine Kälteurtikaria auslösen könnte. An der Charité laufen deshalb Studien. Maurer hofft, dass man in ein paar Jahren mehr weiß.

Und welche Therapieformen gibt es, außer der Vermeidung von Kälte? Eine Therapie mit (hochdosierten) Antihistaminika hilft 50% der Patienten. „Weiteren 25 Prozent kann eine Therapie mit dem monoklonalen, also zielgerichtet wirksamen, Antikörper Omalizumab gut helfen. Sie werden symptomfrei“, sagt Maurer. Bei den restlichen 25% sinkt dank der Therapie immerhin die individuelle Schwellen-Hauttemperatur etwas, was für Betroffene die Lebensqualität deutlich erhöht.

Eine weitere Möglichkeit bietet die sogenannte Hardening-Therapie. Das sei „eine stationär erfolgende Kälte-Gewöhnungstherapie, ähnlich der Desensibilisierung bei Allergien“, erklärt Maurer. Der Schutzeffekt bleibt aber nur bestehen, wenn die Patienten zu Hause jeden Tag kalt duschen.

So oder so: Um sich gegen einen anaphylaktischen Schock zu schützen brauchen alle Betroffenen ein Notfallset, bestehend aus Kortison und einem Adrenalin-Pen.

Anzeige

Quelle: apotheken-umschau.de

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 1 Stimme

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

Frau trinkt Tee
Wenn die Tage dunkler werden! –
haare2
Beautytrend Blowtox –
Abhärten geht
Winter –

Gesunde Alternativen

Joghurt

Diese Joghurts sind keine Zuckerfalle

Während dem Fettgehalt von Joghurts vermehrt Beachtung geschenkt wird, überprüfen die wenigsten den darin enthaltenen Zuckeranteil. Bis zu elf Zuckerstücke und damit die Hälfte der Tagesmenge für Erwachsene können jedoch in nur einem Becher Joghurt versteckt sein. Mit welchen Joghurts Du nicht in eine Zuckerfalle tappst und warum Bio-Varianten nicht besser sind, wir verraten es Dir.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?

PEGs

Duschen

Diese Duschgele trocknen Deine Haut aus

Es ist paradox: Wir duschen, um uns etwas Gutes zu tun. Doch stattdessen strapazieren wir mit jedem Gang unter die Brause regelmäßig unsere Haut. Der Grund dafür sind Polyethylenglykolverbindungen in Duschgelen, die unsere körpereigene Schutzhülle schwächen können.