„Gender Pricing“ und „Pink Tax“: Wann Frauen draufzahlen

Höhere Preise für vergleichbare Produkte

„Gender Pricing“ und „Pink Tax“: Wann Frauen draufzahlen - Höhere Preise für vergleichbare Produkte

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Wenn Frauen für vergleichbare Produkte oder Dienstleistungen mehr bezahlen als Männer, nennt sich das „Gender Pricing“ oder auch „Pink Tax“ – „Frauensteuer“. Vor allem Drogerien wollen für ihre Frauenprodukte mehr Geld. Und die Frauen zahlen.

Schon seit Jahren ist bekannt, dass Cremes, Rasierschaum oder Duschgels für Männer in aller Regel billiger sind als für Frauen. Die „Verbraucherzentrale Hamburg“ kommt nach einer Untersuchung zu einem deutlichen Ergebnis: Zwischen 17 und 42% werden bei den Frauenprodukten aufgeschlagen.

Auch Reinigung und Friseursalon haben häufig höhere Preise für ihre Dienstleistung, wenn die Kundin eine Frau ist. Das scheint noch einigermaßen logisch beim Friseurbesuch einer langhaarigen Frau, aber völlig sinnlos bei der Reinigung einer Frauenbluse. Und die kostet laut einer Stichprobe der hessenschau.de doppelt- bis dreimal so viel wie die Reinigung eines Herrenhemdes.

„Gender Pricing“? Deutliche Worte von „Rossmann“

Die Drogeriekette „Rossmann“ wurde nach dem Aufschlag auf ihre Frauenprodukte gefragt. Die Antwort des Unternehmens: In einer Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Übersetzt heißt das so viel wie: „So lange die Frauen freiwillig mehr bezahlen als die Männer, passen wir die Preise nicht an“. Zudem stünde es natürlich jeder Frau frei, in der Männerabteilung einzukaufen.

Warum Frauen sich die „Pink Tax“ gefallen lassen, hat unterschiedliche Gründe. Zum einen ist ein direkter Preisvergleich schwierig, selbst wenn die Verbraucherinnen den Gang in die Herrenabteilung antreten. Denn die Hersteller verwenden zum Teil unterschiedliche Füllmengen. Um auf den richtigen Preisunterschied zu kommen, muss also gerechnet werden. Zum anderen spielen aber auch psychologische Faktoren eine Rolle. So erwarten Frauen von ihren Produkten in aller Regel eine sanftere Pflege als von vergleichbaren Männerprodukten.

Gemacht wird, was möglich ist

Außerdem zeigen Studien immer wieder, dass Frauen bereit sind, mehr Geld in ihr Äußeres zu investieren als Männer. Wenn also Hersteller behaupten, in den Frauenprodukten hochwertigere Inhaltsstoffe zu verarbeiten, ist das gelogen. Der Preis hat tatsächlich vor allem mit dem Kaufverhalten der Kundinnen zu tun, und nicht mit den Produkten selbst.

Und so heißt einmal mehr die Devise der Kosmetikhersteller, Unternehmen und Dienstleister: Gemacht wird, was möglich und gerade noch legal ist. Daher rufen Verbraucherschützer immer wieder zum Boykott von speziellen Frauenprodukten auf. Auch erste erfolgreiche Klagen gegen die Pink Tax gab es bereits (codecheck berichtete). Eine faire politische Lösung steht aber aus.

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Politische Lösungen gesucht!

In Österreich ist das „Gender Pricing“ seit 2008 verboten. Genützt hat das Verbot aber bisher wenig, denn nach wie vor gibt es Unterschiede beim Preis.

In Deutschland wird das Thema seit dem letzten Jahr von Verbraucherschutzministerien aufgegriffen. Ziel ist es, die Preisdiskriminierung abzuschaffen und dabei den Druck auf die Händler und Unternehmen zu erhöhen. Ob das erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

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