„Foodmonopoly - das riskante Spiel mit billigem Essen“

Buch-Tipp

„Foodmonopoly - das riskante Spiel mit billigem Essen“ - Buch-Tipp

Hungersnot Herz aus Reis

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„Geiz ist geil“, so der Werbeslogan einer großen deutschen Elektrohandelskette. Dieser Slogan hat sich leider recht hartnäckig in den Köpfen Vieler festgesetzt, doch zu welchem Preis?

Für billige Lebensmittel beuten wir Menschen, Tiere und die Natur maßlos aus. Die industrielle Landwirtschaft ist gescheitert, so die Autoren von „Foodmonopoly“. Die Situation ist schlimm, aber nicht hoffnungslos.

Der Blick über den Tellerrand

„Mit Essen spielt man nicht“, lernen Kinder, wenn sie mit Nahrungsmitteln andere Dinge anstellen, als sie zu essen. Aber ist die Redensart richtig gewählt, um die Situation der globalen Nahrungsmittelproduktion zu beschreiben? Spielen wir ein riskantes Spiel mit billigem Essen? Einen Blick über den Tellerrand schenken uns Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren mit ihrem neuen Buch „Foodmonopoly“.

Wir bringen die Welt an ihre Grenzen

Niemals zuvor stand uns eine so große Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung wie heute – und doch wird unsere Ernährung immer eintöniger. Was die Landwirtschaft weltweit unter den Bedingungen einer industriellen Produktion erzeugt, landet häufig zu Spottpreisen im Discounter oder wird, vor allen in den Industriestaaten, tonnenweise weggeworfen. Der Markt zwingt Bauern, gegen die Natur zu wirtschaften und deren Belastbarkeit teilweise zu überschreiten.

Mähdrescher

Auf ihrer Reise zu den Brennpunkten der Lebensmittelproduktion – u.a. zu Rinderzüchtern in Brasilien, Kleinbauern in Afrika oder der Rohstoffbörse in Chicago – fanden die Autoren viele Beispiele, die beweisen: Trotz Massenproduktion und ungebrochener Profitgier ist eine andere Landwirtschaft möglich, um auch eine wachsende Weltbevölkerung zuverlässig mit Nahrungsmitteln zu versorgen – und zwar ökologisch, gesund und gerecht.

Die preisgekrönte Journalistin Ann-Helen Meyer von Bremen arbeitet v. a. zu den Themen Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Ihr besonderes Interesse gilt dem Weg unserer Nahrung vom Acker auf den Teller. Gunnar Rundgren war Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM. Der ehemalige Landwirt gilt weltweit als einer der renommiertesten Befürworter einer ökologisch orientierten Landwirtschaft.

Überfischung

Der Welthunger in Zahlen

  1. Weltweit haben 805 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Die Zahl der Hungernden ist seit 1990 zwar um 290 Millionen zurückgegangen, um das Millenniumsziel - die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren – zu erreichen, müssen die internationalen Anstrengungen noch verstärkt werden. (Quelle: State of Food Insecurity in the World, FAO 2014)
  2. Auf der Erde leben mehr als 7 Milliarden Menschen. Einer von neun Menschen weltweit geht jeden Abend hungrig schlafen. (Quelle: State of Food Insecurity in the World, FAO 2014)
  3. Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko weltweit. Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. (Quelle: World Hunger and Poverty Statistics, WHO 2013)
  4. Die große Mehrheit der Hungernden (98 Prozent) lebt in Entwicklungsländern, ca. 525 Millionen in Asien. (Quelle: State of Food Insecurity in the World, FAO 2013)
  5. Unterernährung trägt jährlich zum Tod von 2,9 Millionen Kindern unter fünf Jahren bei – mehr als 45 Prozent aller Sterbefälle von Kindern weltweit. (Quelle: Levels & Trends in Child Mortality, UNICEF 2013)
  6. 162 Millionen Kleinkinder in Entwicklungsländern sind chronisch unterernährt. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren ist untergewichtig. (Quelle: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht, UN 2014)
  7. Jedes vierte Kind weltweit ist von “stunting” beeinträchtigt, einer zu geringen Körpergröße im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen. (Quelle: Prevalence and Trends of Stunting among Pre-school Children, UNICEF 2012)
  8. Es kostet das UN World Food Programme (WFP) nur 20 Cent am Tag, einem Kind alle wichtigen Vitaminen und Nährstoffen zu geben, die es braucht, um gesund aufzuwachsen. (Quelle: Zwei Minuten über Schulmahlzeiten, WFP 2012)
  9. Hunger ist das größte lösbare Problem der Welt. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren.

Es ist möglich, das Blatt zu wenden

Trotz der wachsenden Weltbevölkerung und der ungebrochenen Profitgier ist eine bessere, d.h. eine nachhaltigere Landwirtschaft möglich. Was es dazu braucht? Auf der einen Seite verantwortungsvolle Konsumenten, auf der anderen Seite eine Politik, die dafür sorgt, dass die Landwirtschaft von anderen Werten als kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen gelenkt wird.

Die preisgekrönte Journalistin Ann-Helen Meyer von Bremen arbeitet v. a. zu den Themen Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Ihr besonderes Interesse gilt dem Weg unserer Nahrung vom Acker auf den Teller. Gunnar Rundgren war Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM. Der ehemalige Landwirt gilt weltweit als einer der renommiertesten Befürworter einer ökologisch orientierten Landwirtschaft.

Ann-Helen Meyer von Bremen/Gunnar Rundgren: Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigem Essen. Oekom Verlag, München 2014, 240 Seiten, 19,95 Euro (E-Book: 15,99 Euro).

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