„Fairafric“: Ist das die fairste Schokolade der Welt?

Schokoladenproduktion in Ghana

„Fairafric“: Ist das die fairste Schokolade der Welt? - Schokoladenproduktion in Ghana

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Ein kleines Start-up verlegt den Herstellungsprozess von Schokolade nach Ghana. Vor Ort sollen Arbeitsplätze geschaffen und faire Löhne bezahlt werden. Das Crowdfunding des deutsch-ghanaischen Teams verlief erfolgreich. Gibt es sie bald, die fairste Schokolade von allen?

Die vielen Probleme mit konventioneller Schokolade sind weitgehend bekannt: Ausbeutung der Kakaobauern, häufige Kinder- und Sklavenarbeit in den Plantagen, minimale Wertschöpfung vor Ort. Unsere Liebe zur Schokolade ist trotzdem ungebrochen: Etwa 116 Tafeln pro Jahr essen die Deutschen pro Kopf. Der pro-Kopf-Verbrauch der Schweizer ist nur um 10 Tafeln geringer: Hier sind es 106 Schokoladentafeln im Jahr. Immer noch ziemlich beeindruckend.

Wo wir gerade bei Zahlen sind: Von dem Geld, das wir für die Schokoladentafel ausgeben, landet nur etwa ein Sechzehntel bei den Kakaobauern. Den größten Teil des Geldes erhält die Schokoladenindustrie, ein paar Cent pro Tafel werden auf die Zwischenhändler aufgeteilt. Die immer beliebter werdende Fairtrade-Schokolade – die sich für gerechtere Arbeitslöhne und bessere Arbeitsbedingungen einsetzt – kann den Gewinn der Kakaobauern zwar steigern, aber das „mehr“ ist nur eine kleine Anhebung des Gewinns. Lediglich ein Anfang in den Augen des StartUps „fairafric“.

Produktion vor Ort = Arbeitsplätze

„Über 70% der Kakaobohnen der Welt stammen aus Afrika. [...] Aber die Wertschöpfung findet in Deutschland, Belgien, Amerika oder der Schweiz statt“, heißt es auf der Website von „fairafric“. Das will der Gründer von „fairafric“, Hendrik Reimers, ändern. Er hat selbst in Afrika gelebt und kennt die lokalen Gegebenheiten. Zusammen mit seinem Team will er ghanaische Kakaobohnen direkt vor Ort zu Schokolade weiterverarbeiten. Die anfallenden Exportkosten, seien dabei verschmerzbar – denn ihnen stünden weit größere Werte gegenüber.

Die Weiterverarbeitung der Kakaobohnen vor Ort schafft Arbeitsplätze und ermöglicht größere Gewinne. Dadurch verbessern sich mittelfristig die Chancen auf Bildung und eine ausreichende Gesundheitsversorgung. Die Schaffung gut bezahlter Arbeitsplätze ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung eines Landes. „fairafric“ möchte die im Land verbleibende Gewinnmarge durch die lokale Produktion auf bis zu 70 Cent pro Tafel steigern.

Vorbilder und Unterstützer

Vor drei Monaten ging das Start-up ins Crowdfunding. In der Kampagne auf „kickstarter.com“ kamen in kurzer Zeit beinahe 30.000 Euro zusammen. Im August wird die erste Lieferung der in Ghana produzierten Schokolade für die Unterstützer erwartet – eine dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil.

Hendrik Reimers hat Vorreiter. So arbeitet zum Beispiel das Unternehmen „Coffee Circle“ daran, die Bedingungen für Kaffeebauern zu verbessern, indem sie weit höhere Abnahmepreise bieten und eng mit den Bauern zusammen arbeiten. Aber „fairafric“ geht mit der Verlagerung des gesamten Herstellungsprozesses noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sein Ziel: Die möglicherweise fairste Schokolade der Welt.

(Quellen: Social Startups, Good Impact)

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