Energydrinks: Zielgruppe Jugendliche

Marketing vs. Gesundheit

Energydrinks: Zielgruppe Jugendliche - Marketing vs. Gesundheit

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Energydrinks sollen wach machen und die Konzentration fördern. Aber Ärzte warnen immer eindringlicher vor den Powergetränken. So können schon zwei der beliebten Drinks für eine Koffeinüberdosis sorgen – mit Folgen.

In Frankreich waren sie bis 2008 als gesundheitsschädigend verboten: Energydrinks wie Red Bull, Power Up oder Monster Drink. In Lettland sind sie per Gesetz ab Juni für Jugendliche unter 18 Jahren verboten.

Die Wachmacher enthalten Koffein und sollen die Leistungsfähigkeit und Konzentration steigern. Vor allem bei den jüngeren Generationen sind sie beliebt; sowohl für lange Partynächte als auch für anstrengende Arbeitstage oder Klausurenphasen. Viele sehen in ihnen wahre Wundermittel, z.B. gegen Jetlag.

Die Zielgruppe wird immer jünger

Der WDR warnt in einem Beitrag davor, dass viele Hersteller von Powerdrinks verschärft die jüngere Generation sehr stark bewerben. Mehr noch: Sie verbinden ganz bewusst das Marketing für ihr Produkt mit dem Konsum von Drogen, wie z.B. bei Koks Energy. Das Bild, das die Werber absichtlich erzeugen, ist eines von Exklusivität, Illegalität und Rebellion.

Süße Erfolge verheißt (geht’s nach Red Bull) auch die Kombination von Sport und Energydrinks. Die Mutter aller Koffeindrinks hat marketingmäßig gefühlt alle Extremsportarten an sich geklebt: Rennfahrer Sebastian Vettel wurde mit dem Red Bull Racing-Team Weltmeister, Felix Baumgartner hüpfte mit Red Bull-Antrieb durch die Stratosphäre …

Doch wie gefährlich sind die praktischen Durchhalte-Helfer?

Aber immer mehr Ärzte warnen vor dem Konsum von Energydrinks.

Über die Inhaltsstoffe kursieren hübsche Mythen. So ist in vielen Energydrinks Taurin enthalten, das einer urbanen Legende zufolge direkt aus Stierhoden gewonnen wird. Die Wahrheit liest sich viel nüchterner: Taurin wird in seiner natürlichen Form vom Körper selbst hergestellt und regelt Vorgänge in der menschlichen Zelle. Die synthetische Form soll den Entwicklern von Red Bull zufolge für eine Leistungssteigerung sorgen. Erwiesen ist diese Wirkung zwar nicht, schädlich ist die Aufnahme von synthetischem Taurin aber wohl laut Welt auch nicht.

Anders sieht es da mit der Zucker-Koffein-Kombination der Drinks aus: Die meisten enthalten viel von beidem, und zwar etwa 80 Milligramm Koffein (so viel wie ein starker Kaffee) und fast 30 Gramm Zucker (entspricht etwa 9 Stück Würfelzucker). Das macht zwar tatsächlich wach und konzentriert, kann aber vor allem bei jüngeren Menschen sehr schnell zu einer Überdosierung mit Koffein führen. Puls und Blutdruck steigen an, das Herz kann mit Herzrhythmusstörungen reagieren. Auch Nervosität, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen und Kopfschmerzen können die Folge sein. Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden werden vor dem Konsum von Energydrinks daher gewarnt.

Energy Drinks

Besser lassen: Energydrinks und Alkohol

Richtig gefährlich werden können die gezuckerten Koffeinschübe in Kombination mit Hochprozentigem. Denn Alkohol erweitert die Blutgefäße. Während der Blutdruck steigt, wird dem Körper durch Alkohol und Koffein Wasser entzogen, was unangenehme Folgen haben kann. Die angstlösende Wirkung von Alkohol wird durch das Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit noch verstärkt und führt zu Selbstüberschätzung. Die aufputschende Wirkung des Energydrinks kann den Alkohol überlagern – wir werden also betrunken, fühlen uns aber noch recht klar. Gerade bei der Einschätzung, ob man noch Autofahren kann, also eine echte Gefahr. Und auch hier sind vor allem junge Menschen betroffen.

Doch auch wesentlich banalere Probleme hängen mit einem hohen Konsum von Energydrinks zusammen:

Einen kleinen Moment auf der Zunge, ein Leben lang …

Wie gefährlich und gesundheitsschädigend die Energydrinks wirklich sind, ist ohne Langzeitstudie nicht genau zu beantworten. Ein weiterer Fakt, der gegen die Powergetränke spricht, ist allerdings: Der hohe Zuckeranteil in den Getränken wird zu einem wesentlichen Teil in Fett umgewandelt. Die Wachmacher müssen also auch als Kalorienfallen richtig ernst genommen werden.

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