Diese Lippenpflegestifte legen sich mit dir in die Sonne!

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Diese Lippenpflegestifte legen sich mit dir in die Sonne! - Gesundheit

Lippenpflegestift auftragen

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Im Sommer sollte nicht nur die Haut im Gesicht und am Körper vor der Sonne geschützt werden. Auch und vor allem die Lippen brauchen Sonnencreme. Welche Lippenpflegestifte mit Schutzfaktor die besten sind, liest du hier.

ÖKO-TEST hat 20 Lippenpflegestifte mit Sonnenschutzfaktor untersucht – viele von ihnen enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe. Es gibt allerdings auch Produkte, die mit „sehr gut“ bewertet wurden, für wenig Geld.

Lippenpflege mit Sonnenschutz

Die Haut unserer Lippen ist extrem empfindlich und viel dünner als an anderen Stellen des Körpers. Deshalb trocknet sie leichter aus und kann unter Sonnenbestrahlung keinen natürlichen Lichtschutz bilden, wie es etwa die restliche Haut im Gesicht kann. Viele Menschen nutzen daher speziell für die Lippen Produkte mit Sonnenschutzfaktor. ÖKO-TEST hat 20 davon untersucht, sechs erhielten das Zertifikat „sehr gut“.

In einigen Lippenpflegestiften wurden allerdings bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden. In zwölf Lippenpflegestiften mit Sonnenschutz sind UV-Filter enthalten, die unter dem verdacht stehen, wie ein Hormon auf den Körper zu wirken. Und über die Hälfte der getesteten Pflegestifte enthalten Paraffine – ein Nebenprodukt der Erdölproduktion. Sie sollen sich in Leber, Niere und Lymphknoten ablagern.

Gefährliche Filter

Die meisten Hersteller setzen auf eine Mischung aus verschiedenen UV-Filtern, damit das Produkt den besten UVA- und UVB-Schutz erreicht. In der EU sind 27 solche Substanzen für UV-Filter zugelassen. Einige davon stehen allerdings, wie erwähnt, im Verdacht, hormonell zu wirken. Das wurde unter anderem etwa in Tierversuchen nachgewiesen, zudem hat man UV-Filter auch schon in Muttermilch gefunden.

Die Filtersubstanz findet also ihren Weg vom Produkt in den Körper. Auch bei anderen chemischen UV-Filtern lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen nicht ausschließen. Viele davon sind noch zu wenig erforscht, um ihre Auswirkungen auf unseren Hormonhaushalt mit Sicherheit zu bestimmen. Das Centre of Endocrine Disrupters in Dänemark - was übersetzt so viel wie Zentrum für hormonwirksame Stoffe heißt - bewertete 2013 den Forschungsstand zu den UV-Filtern.

Das traurige Ergebnis: „spärlich“. Für die Mehrheit der untersuchten UV-Filter konnten die Wissenschaftler sehr wenige Informationen zum hormonellen Risiko finden. Lediglich vier Substanzen bescheinigten sie, dass es ausreichend Informationen gibt und diese keine Hinweise auf eine hormonelle Wirksamkeit liefern.

Auch die Umwelttoxikologin Margret Schlumpf, die sich seit Jahren mit UV-Filtern beschäftigt, sieht das Problem: „Weitere Forschung zu den UV-Filtern ist dringend notwendig, diese Arbeiten finden jedoch wenig Unterstützung.“

Mineralische Alternative

Daher sollte bei Produkten mit Sonnenschutzfaktor eher auf mineralische Filter, etwa Titandioxid. Zudem wird Titandioxid oft in Nanogröße eingesetzt - Verbraucher können dies auf der Verpackung erkennen, denn die Anbieter in der EU müssen den Einsatz von Nanomaterial auf Kosmetika deklarieren.

Und „Nano“ wird viel diskutiert. Diese kleinen Partikel stecken beispielsweise in Kosmetika, in Sportklamotten und Fassadenfarben. Wissenschaftler warnen vor Nanoteilchen, die eingeatmet werden. Dann könnten die Partikel in die Lunge gelangen und hier beispielsweise Entzündungen hervorrufen. Deshalb - so die Ansage - sollten Anbieter etwa auf den UV-Filter Titandioxid in Nanogröße in entsprechenden Sonnensprays verzichten. In Cremes oder Lippenpflege stellt sich die Frage des Einatmens nicht. Sie landen auf der Haut.

Und hier sehen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie andere Wissenschaftler zurzeit kein Problem: Das Eindringen „durch die gesunde menschliche Haut kann nach derzeitigen Stand des Wissens weitgehend ausgeschlossen werden“, beurteilt das BfR.

Sonnenschutz muss nicht teuer sein

Die Ergebnisse der Stiftung Öko-Test zeigen: In zwölf Produkten haben die Hersteller UV-Filter eingesetzt, für die es aus Versuchen Hinweise gibt, dass sie wie ein Hormon wirken. In Bepanthol Lipstick, Carmex Classic Lippenbalsam, Daylong Ultra Sonnenschutz-Stick, Maybelline Baby Lips und Neutrogena Lippenpflege steckt sogar mindestens ein Filter, der aus Sicht von dänischen und schweizerischen Wissenschaftlern „eine besonders besorgniserregende Substanz für die menschliche Gesundheit“ darstellt.

Die Filter verstecken sich hinter den für Nichtchemiker fast unaussprechlichen Namen Ethylhexyl, Methoxycinnamate und Benzophenone-3. Beruhigend ist allerings: Bei allen mit „sehr gut“ bewerteten Produkten ist man auf der sicheren Seite, hier sind nur unbedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Auch die beiden untersuchten Naturkosmetik-Produkte (Alverde Sonnen-Lippen-Pflegestift Schisandra LSF 20, Eco Cosmetics Lippenpflege SPF 30) sind unter den „sehr guten“. Dabei muss eine empfehlenswerte Lippenpflege mit Sonnenschutz nicht einmal teuer sein, den Sun Dance Lippenbalsam 30 Hoch (dm) gibt es schon für 0,55 Euro pro 4,8 Gramm, die Lavozon LIppenpflege Sun 20 Mittel für 0,95 Euro. Mit „sehr gut“ bewertet wurden außerdem der Annemarie Börlind Sun Care Lip Stick LSF 20 und Seba Med Schützende Lippenpflege LSF 30.

Quellen:

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=106053&bernr=10&seite=01

http://www.onmeda.de/g-rat/test-lippenpflege-mit-sonnenschutz-3984.html

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