Desinfektionsmittel Triclosan lagert sich in Zahnbürsten ein

Umstrittenes, gesundheitsschädliches Biozid (Lesezeit: 3 Minuten)

Desinfektionsmittel Triclosan lagert sich in Zahnbürsten ein - Umstrittenes, gesundheitsschädliches Biozid (Lesezeit: 3 Minuten)

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Das Biozid Triclosan ist aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung in vielen Alltagsprodukten enthalten, unter anderem in Zahnpasta. US-Forscher haben nun herausgefunden, dass sich der umstrittene Stoff in Zahnbürsten festsetzt und dort hoch konzentriert anreichert. Eine weitere Gesundheitsgefahr?

Was ist Triclosan?

Triclosan ist ein antimikrobieller Wirkstoff, der zum Abtöten von Keimen eingesetzt wird. Er dient sowohl als Desinfektions- als auch Konservierungsmittel.

Das Biozid steht im Verdacht gesundheitsschädlich zu sein. Unter anderem wird vermutet, dass es Krebs auslösen kann. Tierversuche zeigten zudem eine muskelschwächende Wirkung von Triclosan. Der Stoff kann des Weiteren Kontaktallergien auslösen und Bakterien gegen Antibiotika resistent werden lassen.

Triclosan stellt auch eine Belastung für die Umwelt dar, da es in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut und so in die Gewässer gespült wird. Aus diesen Gründen fordern Forscher, Ärzte und Gesundheitsorganisationen seit längerem ein weltweites Verbot. In den USA ist Triclosan in Seifen seit 2016 bereits verboten.

Worin kommt Triclosan vor?

Hersteller von Kosmetikprodukten setzen Triclosan insbesondere dann ein, wenn eine antibakterielle und geruchshemmende Wirkung erwünscht ist. So findet man den Stoff unter anderem in Körperseife, nicht sprühbaren Deos, Rasierschaum, Gesichtswasser, Mundwasser oder Zahnpasta. Auch in Schminke oder Gesichtspuder kommt Triclosan vor.

In Produkten wie Fußcremes oder Körperlotionen, die auf der Haut verbleiben und die eine großflächigere Anwendung erfordern, ist Triclosan laut der „Verbraucherzentrale“ mittlerweile verboten.

Triclosan vergiftet Zahnbürsten

Forscher um Jie Han von der „University of Massachusetts“ konnten nun in einem Experiment nachweisen, dass sich Triclosan in Zahnpasta auf die Zahnbürste überträgt und dort anreichert. Sie hatten einen Roboter drei Monate lang mit 22 verschiedenen Bürsten und sechs verschiedenen triclosanhaltigen Zahnpasten die Zähne putzen lassen.

Insbesondere weiche Zahnbürsten waren kontaminiert. Im Test enthielten über ein Drittel der Bürsten Triclosan-Mengen, die der sieben- bis zwölffachen Konzentration einer Zahnpastaportion entsprachen. Obwohl diese Werte nicht die erlaubten Grenzwerte überstiegen, sieht die Hochschule ein Problem: „Während der Wirkstoff in den triclosanhaltigen Zahnpasten zum großen Teil an Partikel gebunden und damit immobilisiert ist, ist die frei gelöste Form stärker bioverfügbar“.

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Wie lässt sich Triclosan vermeiden?

Vorsicht ist laut „Verbraucherzentrale“ besonders angesagt, wenn mit antibakterieller Wirkung oder geruchshemmender Wirkung geworben wird. Diese ist eventuell auf zugesetztes Triclosan zurückzuführen.

Wer Naturkosmetik verwendet, geht auf Nummer sicher. Hier sind Triclosan und andere problematische Inhaltsstoffe wie Mineralöl und Mirkroplastik verboten.

Die Anreicherung in der Zahnbürste kann durch regelmäßiges Wechseln gemindert werden. Zahnärzte raten daher, diese etwa alle zwei Monate auszutauschen.

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