Das weiße Gold der Nahrungsmittelindustrie

Zucker & Gesundheit

Das weiße Gold der Nahrungsmittelindustrie - Zucker & Gesundheit

Zucker soweit das Auge reicht

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Obwohl der Körper von Natur aus überhaupt keine Zufuhr von Zucker durch Nahrung benötigt, konsumieren wir, manchmal unwissend, so viel davon, dass es uns krank macht. Das weiße Gold ist überall.

Gemäß Studien nimmt der Zuckerkonsum stetig zu, in der Schweiz hat er sich in nur fünf Jahren um fünf Prozent gesteigert. Täglich nimmt der Normalverbraucher 128 Gramm Zucker durch Nahrung zu sich. Das entspricht 32 Würfeln. Das bleibt nicht ohne Wirkung: Rund jeder dritte Schweizer ist offiziell übergewichtig (BMI über 25).

Obwohl dieser Umstand die Gesundheitskosten für die Allgemeinheit in die Höhe treibt, setzen die zuständigen Behörden immer noch auf Aufklärung statt, wie das in anderen Ländern bereits der Fall ist, steuerliche Abgaben auf stark gezuckerte Produkte.

Alles schmeckt besser mit Zucker

Wenn Zucker nur in Süßigkeiten stecken würde, wäre das Problem einfach gelöst, in dem auf diese Produkte verzichtet. Zucker ist aber ein hervorragender Geschmacksverstärker und wird daher in fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln verwendet. Hinzukommt, dass er sehr billig ist. So findet man in einem 180-Gramm-Becher Fruchtjoghurt acht Prozent Frucht und 14 Prozent Zucker – und es schmeckt sogar vermeintlich „fruchtiger“ als ohne Süßstoff.

Insbesondere Fertigprodukte wie Suppen, Saucen, Tiefkühlpizzas und Limonaden sind oft gesüßt. Ähnlich wie beim Salz führt der ständige Konsum von Zucker dazu, dass wir die Eigengeschmack eines natürlichen Nahrungsmittels gar nicht mehr schmecken. Dieser Verlust des Geschmacksinns kommt nach nur wenigen Wochen ohne zusätzliche Süßstoffe glücklicherweise wieder zurück.

WHO spricht Klartext

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, nicht mehr als zehn Prozent des Energiebedarfs mit Zucker zu decken. Die Versuche der Lebensmittelindustrie, diese Empfehlung zu verhindern, blieben glücklicherweise ohne Erfolg. Nun möchte die WHO den deutlichen Zusatz anfügen, dass fünf Prozent besser wären. Doch auch die gesundheitsbewussten Esser unter uns konsumieren oft zu viel Zucker, ohne es wirklich zu wissen. Wie können wir das ändern?

Selber machen, selber machen, selber machen

Nur wer sein Essen selber zubereitet, hat die Kontrolle darüber, was wirklich drin ist. Dasselbe gilt für Getränke, die enthalten verhältnismäßig den meisten Zucker, bei Fruchtsäften oft getarnt als Fructose. Ein halber Liter Cola deckt bereits den maximal empfohlenen Zuckerkonsum für den ganzen Tag. Statt einem Fruchtjoghurt, auch wenn es nur aus drei Komponenten besteht, lieber ein Naturjoghurt kaufen und selber frische Früchte dazu geben.

Fertige Müeslimischungen enthalten oft gleich viel Zucker wie Schoko-Kekse und haben wenig mit einer „ausgewogenen Ernährung“ zu tun. Und wenn wir ehrlich sind: In den 30 Minuten, die die Fertiglasagne braucht, um heiß zu werden, lässt sich ohne Probleme ein Teller Pasta kochen und ein kleines Pesto mixen.

Die versteckten Zucker erkennen und meiden

Natürlich ist es nicht immer möglich, alles selbst zu kochen. Manchmal muss es schnell gehen und manchmal sieht das Produkt einfach auch zum Anbeißen aus. Wenn es also ein Fertigprodukt sein soll, dann kann man darauf achten, dass der Zucker möglichst weit untern auf der Zutaten Liste steht. Wenn die Wörter Glucose, Fruktose oder Saccharose bereits unter den erstgenannten Wörtern vorkommen: Finger weg, außer es handelt sich um eine bewusste Entscheidung für ein Dessert oder eine Süßigkeit.

Quelle: apotheken-umschau.de, beobachter.ch

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