„Crowdfarming“: Adoptiere einen Orangenbaum

Frische Ware direkt vom Erzeuger

„Crowdfarming“: Adoptiere einen Orangenbaum - Frische Ware direkt vom Erzeuger

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Mit ein paar Klicks und einem kleinen Investment kann heute jeder Internet-User die Patenschaft für Nutzpflanzen und -tiere übernehmen. Die Rendite: Frische Ware direkt vom Erzeuger.

2010 haben Gabriel und Gonzalo Úrculo, zwei Brüder aus Ostspanien, die stillgelegte Orangenplantage ihres Großvaters übernommen. Sie wolltem das abgewirtschaftete Stück Land zu neuer Blühte verhelfen und starteten einen Online-Direktvertrieb für geschmacksintensive Bio-Zitrusfrüchte.

Weil dafür aber viel Eigenkapital eingebracht werden musste und der Preiskampf mit den großen Vertriebsketten den Profit drückte, schrieb das Brüderpaar jahrelang rote Zahlen – bis die Beiden 2015 das „Crowdfarming“ erfanden.

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User adoptieren Obstbäume

Statt Orangen unmittelbar zu verkaufen, bieten sie ihren Kunden eine Patenschaft über einen Orangenbaum an. Interessierte gehen einfach auf die Firmen-Webseite „naranjasdelcarmen.com“ und pflanzen virtuell einen Setzling, den die Angestellten der Úrculos dann tatsächlich eingraben und versorgen.

Ist er zu einem fruchtbaren Baum herangewachsen, bekommt der Auftraggeber pro Jahr 80 Kilogramm der Orangen, die das Gewächs abwirft. Sollte der Baum (wie etwa in den ersten Jahren nach der Pflanzung) nicht ertragreich genug sein, wird die Menge einfach mit Früchten von anderen Bäumen aufgefüllt. Oder sein Besitzer lässt sich in Mandarinen „auszahlen“.

Frische Ware auf Bestellung

Während der Erntezeit können sich die Paten ihre Orangen ganz nach ihrem Bedarf in 10-, 15-, 20- und 30-Kilo-Paketen nach Hause schicken lassen. In der Regel werden sie laut Webseite binnen zwei Tagen geerntet und versendet. Der Kunde zahlt neben den Versandkosten im ersten Jahr 80, dann 60 Euro per annum für den Dienst.

Abgründe in der Orangenindustrie

Erfolgreich und ökologisch wertvoll

Die Idee kommt sehr gut an. Heute verzeichnet „Naranjas des Carmen“ 2.000 Kunden aus 16 Ländern. Die freuen sich über frische und garantiert unbehandelte Früchte und die Gründer über die Möglichkeit, mit ihrem Konzept die Welt ein wenig besser zu machen.

Denn ihr Ziel sei es, „die Umweltverschmutzung durch Produktion, Nachbehandlung, Zwischenlagerung, Transport und Verkauf zu reduzieren – und damit weggeschmissenes Obst und Gemüse zu verringern“, wie das Online-Portal „all-in.de“ schreibt.

Weitere Crowdfarming-Ideen sind bereits geboren

Ihr Erfolgsrezept kopieren Gabriel und Gonzalo Úrculo inzwischen sogar selbst. „Auch kleine oder große Bienenfamilien können adoptiert werden. Als Gegenleistung gibt es dann 4 Kilogramm (70 Euro) oder 12 Kilogramm (180 Euro) Honig“, wie die „Neue Wesfälische“ berichtet.

Doch nicht nur die Erfinder entwickelten das Crowdfarming-Modell weiter: In Deutschland gibt es zum Beispiel den Bauernhof „Gasswies“, bei dem User online für 36 Euro eine Patenschaft für einen Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Zwetschgenbaum übernehmen können.

Und wer bei der Biomolkerei „Andechser“ 96 Euro im Jahr investiert, darf eine Kuh adoptieren. Als Gegenleistung gibt es unter anderem regelmäßige Informationen über Tier und Hof sowie zwei Genusspakete mit Biomilchprodukten.

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