Ja, es geht auch ohne!

Beispielhafte Marken ohne Palmöl

02. Feb. 2016 von

Palmöl. Es steckt überall drin – seine Produktion gefährdet aber Lebensräume und Umwelt. Es gibt aber immer mehr Marken, die versuchen, ohne den Palmöl-Einsatz auszukommen. Wir stellen einige vor.

Die Palmölproblematik dürfte inzwischen bekannt sein: Regenwald und Lebensraum für Wildtiere müssen riesigen Plantagen weichen, Dumpingpreise und verletzte Menschenrechte, nur um einige zu nennen. Utopia.de berichtet, dass pro Jahr etwa 60 Millionen Tonnen Palmöl von 17 Millionen Hektar Monokulturen kommen. Das ist eine Fläche, die halb so groß ist wie Deutschland. Genau dieses Öl befindet sich jedoch in vielen Produkten, die wir täglich konsumieren oder benutzen.

Nun machen verschiedene Plattformen darauf aufmerksam, dass sich Palmöl auch in Kosmetik-Produkten verbirgt. Die Vorteile von Palmöl liegen auf der Hand: Es ist geruchsfrei, glättet die Haut, leicht zu verarbeiten und zudem ist es hochwertig – und billig im Einkauf.

Nach WWF-Angaben werden 68% des weltweiten Palmölertrags für Lebensmittel verarbeitet. Stolze 27% wandern in kosmetische Produkte wie Seifen, etc. Marken, die ohne ohne Palmöl Auch Codecheck möchte auf diesen Fakt aufmerksam machen und darauf hinweisen, dass wir als Konsumenten die Verantwortung haben, auf die Inhaltsliste zu schauen.

Diese Marken gehen mit gutem Beispiel voran

Dr. Bronner’s nutzt Fairtrade-zertifiziertes Palmöl von Serendipalm aus Ghana, das auch Unternehmen wie Gepa und Rapunzel beliefert.

Dr. Hauschka nutzt kein reines Palmöl aus südostasiatischen Ländern und hat den Verbrauch minimiert: Die Firma benutzt nach eigenen Angaben 25 Kilo Palmöl pro Jahr – allesamt für Abdeckstifte. Hauschka sucht auch aktiv nach Alternativen, zum Beispiel Bio-Kokosöl für Glycerin.

Gepa benutzt Wachs aus Reiskleie anstelle von Palmöl für Seifen.

Lavera ist ebenfalls auf der Suche nach Alternativen für Zwischenprodukte. Das Unternehmen bemängelt jedoch: „Andere Inhaltsstoffe gibt es in diesem Maße leider nicht, was auch damit zusammenhängt, dass Alternativen nicht immer die bessere Lösung wären“.

Marina Gebhardt verwendet Emulgatoren wie Wollwachs, Honig, Bienenwachs und Sojalecithin von Rapunzel.

Regenwaldladen versucht, Produkte aus Wildsammlungen anzubieten und gleichzeitig mit der dortigen Bevölkerung zusammenarbeiten. Die Produkte sind meist palmölfrei und kommen aus Brasilien.

Sanoll, eine österreichische Marke, verwendet Seifenkrautextrakte für ihre zertifizierte Naturkosmetik.

Palmölfreie Kosmetik? Generell Schwer zu finden!

Diese Marken gehen mit gutem Beispiel voran. Doch außerhalb dieser Einkaufsliste wird es auch schon schwierig! Denn bei Kosmetik gibt es keine Deklarationspflicht, wie sie bei Lebensmitteln herrscht. Das heißt, dass sich Palmöl hinter mindestens 55 Produktnamen verstecken kann.

Leider macht auch Naturkosmetik da keine Ausnahme: Gerade, weil Palmöl ein Naturprodukt ist, darf es auch die zertifizierte Naturkosmetik verwenden. Interessant zu wissen, ist, dass oft auch Palmölderivate verwendet werden. Utopia erklärt: Das sind „Zwischenprodukte, die auf der Basis von Palmöl hergestellt werden. Sie enthalten zwar nur noch minimale Anteile des Öls, bewegen sich aber trotzdem im selben Kreislauf. Palmölderivate finden sich z.B. in Tensiden, aber auch andere wichtige Kosmetik-Inhaltsstoffe wie Emulgatoren, Konsistenzgeber und Stabilisatoren.“

Schwierig zu sagen ist aber, ob palmölfreie Produkte tatsächlich „besser“ oder umweltfreundlicher sind als andere: Obwohl die Produkte ohne Palmöl auskommen, sind sie nicht unbedingt bio, vegan oder Naturkosmetik-zertifiziert. Deshalb Augen auf beim Einkauf.

Alternativen zu Palmöl

Wie in der Lebensmittelindustrie gibt es auch in der Kosmetik Öl-Alternativen. Es kommen beispielsweise Raps-oder Sonnenblumenölprodukte in Frage. Diese Shops ( veganese.de, memolife.de, duftundschaum.net und Shanti) führen deklarierte „palmölfrei-Produkte“.

Wie sieht es mit zertifiziertem Palmöl aus?

Laut WWF sind nur 10% der weltweiten Palmölproduktion zertifiziert. Bereits seit Längerem arbeitet man mit Zertifikaten, eines davon hat inzwischen vermehrt Bekanntheit erlangt. So wurde 2004 der RSPO, den „Roundtable for Sustainable Palm Oil“ entwickelt. Wenn ein Produkt so zertifiziert ist, dann weiß man zumindest, dass sich die Plantagen für Menschenrechte und Naturschutz stark machen und mehr beitragen, als gesetzlich vorgeschrieben wird.

Seit 2013 ist das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) aktiv: Dabei handelt es sich um eine öffentliche Selbstverpflichtung von Herstellern, die sich für faire Standards (v.a. RSPO-Standards) stark machen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Nivea (Beiersdorf), Börlind, dm, Logocos Naturkosmetik und Weleda. Du möchtest weitere Informationen zum Thema? Dieser Link führt zur WWF-Palmöl-Scorecard, während hier eine Liste mit Produkten ohne Palmöl aufgelistet wird.