Auf unser Wohl!

Auf unser Wohl! -

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In der Schweiz ist Wasser das am besten kontrollierte Lebensmittel. Egal ob direkt aus dem Hahn oder teures Mineralwasser: Hauptsache, wir trinken mindestens anderthalb Liter täglich.

Beim Welt-Wasser-Forum der Unesco vom vergangenen März in Japan warnten die Fachleute, dass «Trinkwasserknappheit die grösste Bedrohung werden könnte, der die Menschheit je ausgesetzt war». Trinken ist lebenswichtig, bekanntlich bestehen wir zu siebzig Prozent aus Wasser.

2.5 Liter Flüssigkeit verlieren wir täglich durch Atem, Schweiss und Urin. Etwa 1.5 Liter ersetzen wir über die Ernährung, mindestens 1.5 Liter müssen wir flüssig auftanken. Knapp zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung trinkt regelmässig Hahnenwasser, der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser liegt bei 95 Litern pro Jahr. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat kürzlich 47 Mineralwässer getestet. Ergebnis: Mehr als die Hälfte davon enthielt nicht mehr positive Stoffe als Trinkwasser.

Kleine Wasserkunde

Trinkwasser. Gilt als Lebensmittel, wird streng kontrolliert und unterliegt einer Grenzwertverordnung. Trinkwasser muss einwandfrei sein bezüglich Geschmack, Geruch, Aussehen sowie in mikrobiologischer, chemischer und physikalischer Hinsicht. Der Höchstwert für Nitrat liegt bei 40 Milligramm pro Liter. Trinkwasser besteht überwiegend aus Grundwasser, kommt aber auch aus Seen und Flüssen. Und es gibt regionale Unterschiede: Wasser aus dem Hahn schmeckt in Genf anders als in Zürich und wird zum Beispiel in Basel mit Fluor angereichert.

Mineralwasser. Sprudelt aus natürlichen oder künstlichen Quellen und muss amtlich anerkannt sein. Mineralwasser darf mit Kohlensäure versetzt und gefiltert werden, zum Beispiel, um Eisen zu entfernen. Ökologisch ist das Flaschenwasser nicht: Abfüllung, Verpackung und Transportwege verbrauchen Energie und belasten die Umwelt. Dafür verfügt es zum Teil über höher dosierte Mineralstoffe als das Wasser aus dem Hahn, vor allem bei Kalzium, Magnesium, Fluorid, Natrium und Sulfat. Teuer heisst dabei nicht unbedingt besser, da lassen sich die Hersteller vor allem das Flaschendesign bezahlen.

Quellwasser. Stammt aus unterirdischen Wasservorkommen, enthält aber weniger wertvolle Inhaltsstoffe als Mineralwasser.

Tafelwasser. Ist eine Mischung aus Trinkwasser und Quellwasser.

Heilwasser. Gilt als Arzneimittel. Es muss bewiesene vorbeugende, lindernde oder heilende Eigenschaften besitzen.

Sauerstoffwasser. Enthält bis zu 25-mal mehr Sauerstoff (bis zu 150 Milligramm pro Liter) als normales Trinkwasser und soll Leistungsfähigkeit und Konzentration fördern. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Trink-Tipps

+ 1.5 bis 2 Liter täglich sind ideal. Am besten Wasser, verdünnter Saft, Kräuter- und Früchtetees.

+ Hahnenwasser vor dem Trinken laufen lassen, bis es kühl und damit frischer fliesst.

+ Sportlerinnen sollten Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt trinken, da sie beim Schwitzen viel Natrium verlieren. Ideal: 200 Milligramm pro Liter. Vorsicht: ungeeignet bei Bluthochdruck.

+ Schwangere, Stillende und Frauen in der Menopause sollten Mineralwasser mit mehr als 400 Milligramm Kalzium pro Liter wählen.

+ Magnesium hilft Stressgeplagten, Sportlerinnen, Schwangeren und Menschen, die dauerhaft Medikamente nehmen. Mineralwasser mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter sind hochdosiert.

+ Wer einen empfindlichem Magen hat, sollte schwach kohlesäurehaltiges oder stilles Mineralwasser trinken.

+ Auch Säuglinge unter sechs Monaten können Hahnenwasser trinken, wenn es vorher abgekocht wird.

+ Achtung Altbau: Alte Blei-, Zink- und Kupferleitungen können die Qualität des Wassers beeinträchtigen. [01.05.2003]

Text: Franziska Bubel; Illustration: Daniel Müller

Quelle: Tages Anzeiger

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