Alten Handys & Computern ein zweites Leben geben

Bloß nicht verstauben lassen!

Alten Handys & Computern ein zweites Leben geben - Bloß nicht verstauben lassen!

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Ständig kommen verbesserte elektronische Geräte heraus. Die Folge: Die Vorgängermodelle sind immer kürzer in Gebrauch und landen (wenn sie nicht verkauft werden) immer schneller in irgendwelchen Ecken. Dabei lassen sich alte Smartphones und PCs ganz leicht umfunktionieren. Das kommt auch der Umwelt zugute.

Der ITK-Branchenverband Bitkom geht davon aus, dass rund 100 Millionen ausrangierte Handys und Smartphones sowie etwa 22 Millionen PCs und Notebooks in deutschen Haushalten ungenutzt verstauben. Das ist bei näherer Betrachtung eine Verschwendung von Ressourcen: Für die Produktion eines Mobiltelefons werden über 60 verschiedene, teils seltene Rohstoffe verarbeitet. In Computern finden sich unter anderem Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin.

Obendrein benötigten die Fabrikanten 2009 unter anderem 1.500 Liter Wasser, 22 Kilogramm verschiedener Chemikalien und 240 Kilogramm fossiler Energieträger, um einen einzigen Rechner samt Monitor zu bauen. Von den Belastungen, denen Mensch und Umwelt beim Abbau erforderlicher Rohstoffe zum Teil ausgesetzt sind, ganz zu schweigen.

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Recyceln – oder neue Aufgaben geben

Deswegen ist es eigentlich wichtig, ausrangierte Geräte bei Sammelstellen oder beim Hersteller selbst abzugeben, die sie fachgerecht recyceln lassen. Denn bei einer professionellen Demontage lässt sich der größte Teil der verbauten Materialen zurückgewinnen und wieder einsetzen. Selbst Kunststoffteile helfen, Ressourcen zu sparen. Sie sind als Brennstoff verwendbar, um die für Schmelzprozesse notwendige Energie zu erzeugen.

Wer alte Geräte nicht weggeben kann oder will, sollte darüber nachdenken, ihnen neue Aufgaben zu geben. Selbst IT-Technik, die schon in die Jahre gekommen ist, lässt sich häufig zweckentfremden und für einfache Dienste nutzen. Das spart den Kauf und damit die Produktion des Equipments, das für eben diese Dienste eigentlich gebraucht wird.

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Neue Ideen für alte Smartphones und Handys

Schon Smartphones, die noch mit dem überholten Betriebssystem Android 2.2, iOS 3 oder Windows Phone 7.5 laufen, lassen sich beispielsweise zu Modems machen. Die implementierte Tethering-Funktion baut über das Mobilfunknetz eine Internetverbindung auf und bringt bei Bedarf Notebooks oder Tablets unterwegs ins Netz.

Mit den Bordmitteln ist es ebenso leicht, das Smartphone in ein Mediencenter zum Abspielen von Audio- oder Videodaten zu verwandeln. Sofern das GPS-Modul nicht beschädigt ist, sind Einsätze als Navi denkbar. Da Taschenrechner-, Wecker- und Notizoptionen zur Software-Ausstattung eines modernen Mobilgeräts gehören, können sie außerdem auf dem Nacht-, Küchen- oder Schreibtisch eine neue Heimat finden.

Noch viel mehr Möglichkeiten gibt es, wenn sich auf dem Smartphone noch Apps installieren lassen. Kleine Programme wie „Audials“ machen aus ihm ein rauschfreies, portables Radio. Natürlich sind einige Spielereien für Kinder oder zur Bildbearbeitung erhältlich. Genauso gibt es in den App-Stores Praktisches wie „Notfall-Hilfe“ mit Tipps für Ersthelfer, Dokumenten-Scanner wie „Camscanner“ und Fernbedienungssoftware zur Steuerung von Smart-TVs, Funksteckdosen oder -thermostate. Zudem empfehlenswert: „Presence“ macht Fotos oder versendet Nachrichten bei Bewegungen oder Geräuschen, was die App zum Diebstahlschutz und Babyphone-Ersatz macht.

Aber auch ältere Klapp-, Slider- und Barrenhandys können noch nützlich sein. Da sie eine wesentlich längere Akkulaufzeit als Smartphones haben, eignen sie sich zum Beispiel als Zweitapparat, der im Handschuhfach verstaut wird. Wenn die betagten Mobilgeräte mit in den Urlaub genommen werden, lässt sich der Verlust am Stand, im Wasser oder beim Spazierengehen verschmerzen.

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Der PC als Schreibmaschine, Fotospeicher und Internet-Zugang

Selbst die simpelsten Rechner eigenen sich in der Regel zumindest noch als elektronische Schreibmaschine oder digitales Zeichenbrett. Bei schwachen Computern kann man bei www.oldversion.com nach frühen Fassungen der Software suchen, die man auf seinem PC oder Notebook haben möchte. Sie sind für gewöhnlich schlanker als die aktuellen Versionen und wenig ressourcenhungrig.

Alternativ kann der Nutzer bei einigen Anwendungen auf portable Modifikationen zurückgreifen, die eigentlich zur Installation auf Speichermedien gedacht und deswegen auf die wesentlichen Funktionen reduziert sind. Mehr als 300 entsprechend angepasste Programme lassen sich über die Plattform www.portableapps.com herunterladen.

Ist es möglich, den Rechner über eine Netzwerkkarte oder einen WLAN-Stick ins Internet zu bringen, reicht sogar ein einfacher Browser, um Büroarbeiten zu erledigen. Die Cloud ermöglicht das Werkeln im Surfprogramm. Viele Web-Firmen bieten neben Office-Paketen zum Beispiel Online-Kalender, -Adressbücher und –Bildbearbeitung an. Ansonsten ist ein Einsatz als Server zur Weitergabe von Daten ebenfalls denkbar. Anleitungen zur Einrichtung eines Mail-Servers für die E-Mail-Korrespondenzen oder eines FTP-Servers für diverse Files finden sich zuhauf im Web.

Über neue Einsatzmöglichkeiten freut sich auch die Umwelt. Denn den kleinsten ökologischen Fußabdruck hinterlassen immer noch die Altgeräte, die so lange wie möglich in Betrieb sind.

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