Alles super

Superfood

Alles super - Superfood

Superfood auf dem Löffel

von

Ach, Superfood. Schon wieder so ein Marketing Begriff, dem jetzt alle veganen Hipsterlis nachrennen. Oder steckt da wirklich mehr dahinter?

In seinem Buch „Superfoods: The Food and Medicine of the Future“ (2009) beschreibt der Amerikaner David Wolfe die Wirkung von zehn Nahrungsmitteln, die er als Superfood bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche im Labor entworfenen High-Tech Tabletten, sondern um Produkte, die in der chinesischen und indischen Tradition schon seit Jahrtausenden verwendet werden.

Um als Superfood bezeichnet werden zu dürfen, muss das Produkt eine sehr hohe Nährstoffdichte besitzen, also einen hohen Vitamin- oder Mineralstoffgehalt aufweisen oder andere besondere Inhaltsstoffe besitzen wie Anthozyane, die Farbstoffe in Beeren beispielsweise. Viele Nahrungsmittel büßen während der industriellen Verarbeitung einen großen Teil ihrer Nährstoffe ein. Dies soll bei Superfoods nicht der Fall sein, diese strotzen nur so vor guten Nährstoffen, dass sie bei Kindern, Schwangeren und Stillenden überstimulierend wirken können, und deshalb mit Vorsicht konsumiert werden sollten.

Her mit den Wundermitteln!

Hier eine kleine Auswahl von Nahrungsmitteln, welche als Superfood kategorisiert wurden. Es gibt gute Nachrichten: Kakao gilt offiziell als Superfood! Er enthält besonders viel Magnesium sowie Eisen, Zink und Mangan. Dank seiner essentiellen Aminosäure Tryptophan fördert er im Körper die Produktion von Serotonin, welches auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Man sagt deshalb auch, Kakao wirke – regelmäßig verzehrt - als Antidepressivum.

Wer bei Hanf nur ans Rauchen denkt, sollte einmal Hanfsamen probieren. Die stammen von der Hanfpflanze, die praktisch auf der ganzen Welt gut gedeiht. Ihre essenziellen Amino- und Fettsäuren sind für den Körper sehr gut verträglich. Daneben sorgen die Samen für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und gleichen Stimmungsschwankungen aus.

Entgiftungshelfer

Weniger bekannt dürfte die Goji-Beere sein. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist sie seit Jahrtausenden etabliert und gilt als Frucht der Langlebigkeit, Jugend und Schönheit. Ihre antioxidativen Inhaltsstoffe schützen die Zellen vor äußeren Einflüssen wie UV-Strahlen oder schädlichen Umweltstoffen. Die Beeren wirken außerdem stresslindernd und verbessern den Säure-Base-Haushalt im Körper. Auch Heidelbeeren und Granatapfel sind reich an Antioxidantien, letztere sollen auch den Blutdruck senken.

Die heimische Brennnessel hat ebenfalls eine entgiftende Wirkung und weist einen sehr hohen Eisengehalt aus. Man verwendet sie als Heilpflanze bei Harnwegserkrankungen, zur Blutreinigung und auch zur Anregung des Haarwuchses.

Energiereiches aus den Anden und Mexiko

Chia-Samen wurden schon von den Maya wegen ihres hohen Gehaltes an wichtigen Nährstoffen als energiespendendes Nahrungsmittel genutzt. Die glutenfreien Samen haben einen hohen Omega-3-Fettsäuren Gehalt, sind reich an Ballaststoffen, Eiweiß und Antioxidantien. Sie sättigen anhaltend und lindern Sodbrennen und Verdauungsstörungen.

In den peruanischen Anden gedeiht eine andere erstaunliche Pflanze: Die Macawurzel. Wie die Chia-Samen weist auch sie sehr viele Mineralstoffe und Vitamine aus. Sie wirkt leistungssteigernd und hilft beim Muskelaufbau. Die Inkas sollen die Wurzel auch als natürliches Aphrodisiakum eingesetzt haben, weil sie die Libido steigern, sowie die Spermienbeweglichkeit und Erektionsfähigkeit fördern soll.

Alles super, aber ...

Dass diese Produkte das Prädikat „super“ erhalten, heißt nicht, dass alle anderen Nahrungsmittel deshalb schlecht sind. Man kann sich irgendwie auch nicht vorstellen, alleine von Samen und Pflanzen zu leben. Also gut. Manche können das. Aber wie EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ganz richtig bemerkt hat, besitzen auch weniger exotische Gemüse und Früchte wie Karotten, Äpfel und Zwiebeln sehr viele gesundheitsfördernde Nährstoffe.

Ballaststoffe können wir auch über Vollkornvarianten von Brot, Nudeln oder Reis zu uns nehmen. Anstatt also gleich ins Reformhaus zu rennen und sich mit all diesen Superfood Produkte einzudecken, könnte man auch einfach einmal etwas mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen und allgemein etwas vielseitiger essen. Mal schauen, ob das nicht schon richtig super ist.

Quelle: sueddeutsche.de, tum.de

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 1 Stimme

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

Rhababer und Erdbeeren
Gut für Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel –
Gesundes Frühstück
Ernährung –

Kaktusfeigenkernöl, Arganöl,...

winter skin
Anzeige

Trockene Haut im Winter - Öle sind die wahren Helfer

Die Vögel fliegen in den Süden, die Bären verkriechen sich zur Winterruhe in ihre Höhle und manche Insekten versetzen sich gar in eine Winterstarre - wir Menschen nicht. Wir sind wahre Überwinterer und somit der Kälte ausgesetzt. Darunter leidet besonders unsere Haut. Doch spröde und rissige Haut muss nicht sein! Erfahre hier, wie es natürliche Öle schaffen, Deine Haut in einen Winterschlaf zu versetzen.

Ob gesund kochen oder schlemmen...

SWICA-Gesunder Gruss-Wettbewerb-650x371
Anzeige

Wettbewerb: Jetzt mitmachen und doppelt gewinnen

Eine gesunde Ernährung macht Spass und fördert das Wohlbefinden – bei SWICA gehört sie deshalb in den Bereich der Gesundheitsvorsorge. Sie unterstützt ihre Versicherten mit vielseitigen Gesundheitsangeboten rund um die Ernährung und attraktiven Präventionsbeiträgen. Hier erfährst Du, wie Du profitieren kannst. Zudem kannst Du gleich bei zwei Wettbewerben tolle Preise gewinnen.