Algen: Das neue Superfood?

Und wie steht es eigentlich um deren Öko-Bilanz?

Algen: Das neue Superfood? - Und wie steht es eigentlich um deren Öko-Bilanz?

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Sie sind Eiweißlieferant, enthalten so gut wie kein Fett, wirken mineralisierend und entgiftend und versorgen uns mit Vitaminen, Jod, Spurenelementen und Ballaststoffen – man könnte meinen, Algen sind das neue Superfood. Ob Algen wirklich so einzigartig sind, es auch alternative Produkte aus der Region gibt und wie es um ihre Öko-Bilanz steht, das klären wir hier.

Was macht Algen besonders?

Algen leisten als einer der ältesten pflanzlichen Organismen der Welt einen entscheidenden Beitrag zur weltweiten Sauerstoffproduktion. Die Artenvielfalt der Algen jedoch ist groß – so findest Du unter ihnen auch zahlreiche essbare Arten. Die zunehmende Popularität in Deutschland über Sushi hinaus rührt vor allem von der Veggie-Bewegung her, da Algen als Lieferant vieler Nährstoffe und Spurenelemente, von Ballaststoffen und hochwertigem Eiweiß gelten.

Trotz geringen Fettgehalts enthalten viele Algenarten essenzielle Fettsäuren. Sie liefern die Vitamine A beziehungsweise Beta-Carotin, C, E und B12. Sie tragen zudem zur Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen wie Jod, Zink, Eisen, Selen, Kalium und Kalzium bei. Ihr Mikronährstoffgehalt hängt von der Wasserqualität ab. Da Algen auch Schadstoffe aus dem Wasser aufnehmen, solltest Du beim Kauf auf ihre Herkunft achten.

Meeresalgen in der Hand

Welche Algenarten gibt es?

Es existieren Braunalgen wie Wakame, rote wie Nori, Grünalgen wie Chlorella und Blaugrünalgen wie Spirulina. Unterschieden wird zudem in Mikro- und Makroalgen. Letztere sind auch als Speisealgen geeignet, zu denen auch Wakame und Nori zählen. Als bekannteste Vertreter der Mikroalgen gelten Spirulina, Chlorella und AFA-Algen (Aphanizomenon flos-aquae) in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Alternativmediziner setzen sie unter anderem zur Ausleitung von Schwermetallen ein – zudem sollen sie antioxidativ wirken und das Immunsystem stärken.

Die bekannten Zubereitungsformen von Algen aus der asiatischen Küche gehen weit über Sushi (gepresste Nori-Blätter), Misosuppe und Algensalat hinaus. Sie können beispielsweise als vegetarisches Gelier-, Verdickungs- oder Bindemittel eingesetzt werden und verleihen Gerichten mit Pesto, Brühe, Salaten oder Reis und Bohnen durch ihren süßlichen bis würzig-salzigen Geschmack eine besondere Note. In Form von gerösteten Chips sind Algen auch eine gesündere Alternative zu fettreicheren Kartoffelchips.

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Jodmangelgebiet Deutschland

In Deutschland herrscht in den meisten Regionen Jodmangel. Gerade für Vegetarier und Veganer ist das Sicherstellen einer ausreichenden Jodzufuhr wichtig: Jod spielt als lebenswichtiges Spurenelement eine bedeutende Rolle für die Schilddrüse und die damit zusammenhängende Hormonproduktion.

Mit der Einnahme von Algen kannst Du dem Jodmangel vorbeugen und Abhilfe schaffen. Du solltest dabei jedoch beachten, dass der enthaltene Jodgehalt auf dem Produkt (Pulver, Tabs oder Kapseln) ausgewiesen ist, da sich dieser erheblich unterscheiden kann. Zudem solltest Du die täglich empfohlene Verzehrmenge (circa 0,2 Milligramm pro Tag) nicht überschreiten, da sich die Einnahme von zu viel Jod schädlich auswirken kann. Wenn Du an einer Schilddrüsenerkrankung leidest, solltest Du Deinen Arzt fragen, ob der regelmäßige Verzehr von Algen für Dich geeignet und somit ungefährlich ist.

Ist Algenverzehr nachhaltig?

Algen wachsen schnell nach und betreiben wie alle Pflanzen Fotosynthese. Neben wild wachsenden Algen werden viele in Zuchtanlagen angebaut. Beim Kauf solltest Du auf das Bio-Siegel achten; hier eignet sich beispielsweise das von “Naturland“, da es besonders strenge Standards vorgibt. Viele Befürworter von Algen sehen in ihnen die Lösung des Problems, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Dies ist trotz der hervorragenden Inhaltsstoffe aufgrund der relativ geringen Verzehrmengen jedoch zu relativieren.

Ein großes Manko sind die meist weiten Transportwege, weshalb es sich lohnt, regionale Produkte und heimische Superfoods in den Speiseplan zu integrieren.

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Welche Alternativen gibt es?

Im Vergleich zu Algen können viele heimische Superfoods in deutlich größeren Mengen verzehrt werden: Vergleicht man beispielsweise die Nährwerte von Spinat und Wakame, enthält Spinat bereits bei gleicher Verzehrmenge unter anderem mehr Eisen und Vitamin C, Brokkoli enthält vor allem eine größere Menge Vitamin A und C als Wakame.

Für die antioxidative Wirkung eignen sich zudem auch zahlreiche weitere grüne Gemüsesorten und Kräuter. Als Jodlieferant und bei der Versorgung mit bestimmten Fettsäuren sind Algen unter vegetarischen Lebensmitteln dagegen kaum zu schlagen.

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