4 Erkältungsmittel und ihre Wirkung

Erkältungswelle

4 Erkältungsmittel und ihre Wirkung - Erkältungswelle

Verschnupfte Frau

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Die Nase läuft, der Hals schmerzt – jetzt hat die Erkältung Saison. Wer sich die fiesen Viren eingefangen hat, versucht so einiges um sie wieder los zu werden. Aber welche Mittel helfen wirklich?

Tipps gegen die Erkältung gibt es viele: Sie reichen von Zwiebelsaft oder warmem Bier bis zu Senfmehl und Hühnerbrühe. Diese Hausmittel kommen allerdings heute nur noch selten zum Einsatz. Die Pharmaindustrie hat für jedes Erkältungssymptom ein Gegenmittel im Angebot und lockt jetzt in der kalten Jahreszeit vor allem mit Kombipräparaten – über eine Milliarde Euro geben die Deutschen jährlich für Erkältungsmittel aus.

Auf Tees, Immunbooster und ätherische Öle schwören viele im Kampf gegen die Erkältung. Doch helfen diese Mittel wirklich und wie sollte man sie am besten einsetzen?

1. Erkältungstees

Erkältungstees mit Weidenrinde, Lindenblüten, oder Quendelkraut wurden schon von unseren Großmüttern als Hausmittel verwendet. Sie halten die Atemwege warm und können die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen. Die Teesorten haben immer auch besondere Vorteile: Lindenblütentee wirkt beispielsweise nicht nur abwehrsteigernd, sondern auch schweißtreibend und damit entgiftend. So kann er den Krankheitsprozess abkürzen. Tee konnte sich über Jahrhunderte als wirksames Hausmittel bewähren.

Allerdings liegen laut Stiftung Warentest keine ausreichend aussagekräftigen Studien vor, welche die Wirksamkeit wissenschaftlich untermauern. Hier sollte man selbst für sich ausprobieren, ob einem die verschiedenen Tees helfen.

Tees können helfen, wer aber lieber kalt trinkt, kann auch Wasser zu sich nehmen. Das wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

2. Immunstimmulanzien

Mittel wie Echinacea und Zink sollen die Immunabwehr stärken. Seit Jahren ist Echninacea, ein Pflanzenextrakt aus dem Sonnenhut, ein besonders beliebter Immunbooster. Der Wirkstoff soll die Schleimhäute unempfindlicher gegenüber Krankheitserregern machen und deshalb vor allem vorbeugend wirken. Auch Zinkpräperate sollen einer Erkältung entgegenwirken und sie verkürzen. Jedoch kommen wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirksamkeit von Immunstimulanzien bisher nicht zu einheitlichen Ergebnissen.

Über die Wirksamkeit von Echinacea und Zink ist sich die Wissenschaft uneinig, hier heißt es wohl: probieren geht über studieren.

Erkältungsmedizin

3. Ätherische Öle

Ob Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, oder Kiefernnadelöl: Ätherische Öle können bei einer Erkältung Linderung verschaffen. Als Salbe zum Einreiben, oder Zusatz beim Inhalieren und in Erkältungsbädern – die Öle können das Atmen erleichtern und helfen den Schleim abzutransportieren.

Die Krankheitsdauer einer Erkältung können die Öle zwar nicht wesentlich beeinflussen, dafür lindern sie Beschwerden und können auch die eventuelle Behandlung mit Medikamenten unterstützen. Allerdings sollte die Zusammensetzung der Mittel übersichtlich sein – mehr als drei Kombinationspartner sind nicht sinnvoll.

Ätherische Öle sind zu empfehlen, aber Finger weg von zu vielen Wirkstoffen auf einmal.

Achtung: Cineol-, kampfer-, pfefferminzöl- und mentholhaltige Präparate dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern keinesfalls im Bereich von Nase und Mund angewendet werden. Einreiben in diesem Bereich und Inhalieren mit diesen Wirkstoffen ist tabu.

4. Grippemittel (Kombipräparate)

Kombipräparate versprechen alle Erkältungssymptome gleichzeitig zu behandeln. Deshalb kombinieren sie verschiedene Stoffe: Von Schmerzmitteln, über gefäßverengende Mittel bis zu Hustenlösern und Wachmachern ist alles dabei.

Das Problem: Normalerweise tauchen die Symptome nicht gleichzeitig auf. Man schluckt also beispielsweise ein Schmerzmittel, ohne Schmerzen zu haben. Das würde bei einem Einzelpräparat nicht passieren. Stiftung Warentest vergibt für Kombipräparate durchgehend das Urteil „wenig geeignet“.

Also Finger weg von Kombigrippemitteln. Sie sind teuer und behandeln Symptome, die oft gar nicht vorhanden sind. Die damit verbundenen Nebenwirkungen können aber trotzdem auftreten.

Erkältungsmedikamente im Test

Für Pharmakonzerne und Apotheken sind Erkältungsmedikamente vor allem ein riesiger Markt: Halsschmerzmittel, Hustenpräparate und Nasentropfen sind eine der absatzstärksten Produktgruppen. So waren von Januar bis Oktober 2013 laut Branchendienst IMS Health mehr als ein Viertel der insgesamt 1,3 Milliarden Arzneimittelpackungen, die in deutschen Apotheken verkauft wurden, Produkte zur Bekämpfung von Erkältungssymptomen.

Da kann man erahnen, dass auf den Produktverpackungen oft mehr versprochen wird, als eigentlich an Wirkung drin steckt.

In der Apotheke

Anhand der Ergebnisse des Handbuchs „Rezeptfreie Medikamente“ der Stiftung Warentest vom 1.12.2014 werden im Folgenden einige bekannte Erkältungsmittel auf ihre Wirksamkeit bewertet:

Wick DayMed Kombi

Wirkstoffe: Paracetamol 500 mg, Phenylephrin 10 mg, Guaifenesin 200 mg

Stiftung Warentest: Das Medikament enthält eine nicht sinnvolle Kombination aus Schmerz- und Hustenmittel und einem anregenden Mittel, das über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und auch die Schleimhäute abschwillt.

Snup

Wirkstoff: Xylometazolin Hydrochlorid 0,1%

Stiftung Warentest: Snup ist geeignet bei Schnupfen für Schulkinder und Erwachsene als schleimhautabschwellendes Mittel zur kurzzeitigen Anwendung. Mit Einschränkungen ist es auch bei Nebenhöhlenentzündungen geeignet, ebenfalls nur zur kurzzeitigen Anwendung. Das Medikament kann den Sekretabfluss unterstützen. Allerdings reichen die bisher vorliegenden Studien noch nicht aus, um den therapeutischen Stellenwert endgültig zu bestimmen.

Aspirin Complex Heißgetränk

Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure (ASS) 500 mg, Pseudoephedrin-Hydrochlorid 30 mg

Stiftung Warentest: Wie bei Wick Daymed Kombi handelt es sich auch hier um eine nicht sinnvolle Kombination von Wirkstoffen.

Dorithricin

Wirkstoffe: Tyrothricin 0,5 mg, Benzalkoniumchlorid 1 mg, Benzocain 1,5 mg

Stiftung Warentest: Wenig geeignet bei Halsentzündungen. Es handelt sich um eine nicht sinnvolle Kombination: Das Antibiotikum Tyrothrizin wirkt nur oberflächlich und erreicht tiefer im Gewebe siedelnde Bakterien nicht. Außerdem kann Benzocain leicht Allergien hervorrufen.

Lemocin

Wirkstoffe: Tyrothricin 4 mg, Cetrimoniumbromid 2 mg, Lidocain 1 mg

Stiftung Warentest: Es handelt sich um eine nicht sinnvolle Kombination, die bei Halsentzündungen wenig geeignet ist. Das Antibiotikum Tyrothricin wirkt nur oberflächlich und erreicht tiefer im Gewebe siedelnde Bakterien nicht.

Besser mit Hausmitteln probieren

Wen eine Erkältung erwischt hat, der sollte nicht zu Kombipräparaten greifen, oder blindlings Medikamente einkaufen. Besser ist da immer, altbewährte Hausmittel auszuprobieren, Manuka-Honig ist beispielsweise ein wirksames Naturheilmittel. Im Zweifelsfall sollte man aber immer zum Arzt gehen.

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