Inhaltsstoffe in Kosmetik

Seit 1997 ist in der Europäischen Union die Angabe kosmetischer Inhaltsstoffe nach dem INCI-System (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, engl. für Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) gesetzlich vorgeschrieben. Darum deklarieren Hersteller auf der Packung die in den Kosmetika enthaltenen Stoffe. Das hilft jedoch wenig - weil Konsumenten oftmals nicht wissen, dass sich hinter „Benzophenone“ ein hormonaktiver Lichtschutzfilter verbirgt oder das "Imidazolidinyl Urea" ein Konservierungsmittel ist.

CodeCheck erklärt, was einzelne Inhaltsstoffe bedeuten

Das heißt: Manchmal zeigen Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten ungewollte Effekte. Immer mehr Verbraucher leiden unter Unverträglichkeiten, Allergien oder anderen Beschwerden. Die Informationen auf CodeCheck beschreiben deshalb nicht nur den kosmetischen Inhaltsstoff, sondern auch dessen potenzielle Wirkung auf Organismus und Umwelt. Um für die große Anzahl der Inhaltsstoffe differenzierte Bewertungen liefern zu können, beurteilt CodeCheck die Inhaltsstoffe auf der Basis von verschiedenen Datenquellen.

Zusätzlich setzt Codecheck auf Informationspartner - beispielsweise bei den Spezialbewertungen für Mikroplastik, Nanopartikel und Duftstoffe.

Mikroplastik

Einige Kosmetikhersteller setzen in Reinigungs- und Peeling-Produkten, in Cremes, Shampoos, Haarsprays oder Sonnencremes Mikroplastik ein. Mikroplastik sind kleine Plastikteilchen, die sich zumeist hinter Begriffen wie Polyethylene, Nylon-6, Nylon-12 oder Acrylates Copolymer verbergen. Sie werden zum Beispiel als Schleifmittel in Peelings, als Filmbildner in Duschgels oder schlicht als günstiger Füllstoff eingesetzt. Über die Kosmetik landet das Mikroplastik im Abwasser und kann dann von den Kläranlagen nicht vollständig gefiltert werden und gelangt in die Umwelt. Forscher konnten die Kleinstpartikel bereits in Fischen, Flusskrebsen oder Muscheln nachweisen. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), auf dessen Beurteilung die Mikroplastikbewertung von CodeCheck basiert, spricht sich daher gegen die Verwendung von synthetischen Polymeren jeglicher Form in Kosmetik aus.

Nanopartikel

In kosmetischen Produkten wie zum Beispiel Sonnencreme oder Make-up werden sogenannte Nanopartikel als Inhaltsstoffe eingesetzt. Diese Partikel sind zwischen einem bis hundert Nanometer klein. Die geringe Größe kann neben einigen vorteilhaften Eigenschaften auch möglicherweise negative Effekte haben, welche noch nicht ausreichend erforscht sind. Deshalb setzt sich der BUND, auf dessen Beurteilung die Nanopartikelbewertung von CodeCheck basiert, für einen Einsatzstopp von synthetischen Nanomaterialien in umweltoffenen und verbrauchernahen Anwendungen ein.

Duftstoffe

Duftstoffe werden in sehr vielen Alltagsprodukten eingesetzt - insbesondere in Kosmetika wie Parfums, Deodorants, Duschgels oder Cremes, um den Geruchseindruck von Produkten zu beeinflussen oder zu ändern. Der DAAB (Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.) hat basierend auf Forschungsergebnissen 26 natürliche und synthetische Duftstoffe identifiziert, von denen vier Stoffe als hochpotente und sieben Stoffe als potente Allergene gelten. Diese Stoffe können allergische Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz, Bläschen oder Schwellungen hervorrufen und unterliegen daher der Deklarationspflicht bzw. müssen in den Inhaltsstoffen einzeln aufgelistet werden. Menschen mit Kontaktallergien, Asthmatiker und Personen mit überempfindlichen Atemwegen, MCS-Betroffene (d.h. Menschen mit vielfacher Chemikalienunverträglichkeit) und sehr empfindliche Personen wie Babys, Kinder oder Schwangere sollten laut DAAB auf Kosmetika bzw. Produkte mit Duftstoffen verzichten.

Silikone

Silikone verbergen sich hinter Bezeichnungen wie Methicone oder Dimethicone. Sie werden häufig in Shampoos oder Conditionern als Weichmacher eingesetzt. Vor allem cyclischen Siloxanen wie zum Beispiel Cyclotetrasiloxane (D4) oder Cyclopentasiloxane (D5) werden mit negativen Eigenschaften auf die Gesundheit und die Umwelt in Verbindung gebracht. Sie werden als wassergefährdend eingestuft und sind schwer abbaubar. Der Stoff D4 beeinträchtigt Studien zufolge vermutlich die Fruchtbarkeit.

Aluminium

Aluminium-Verbindungen werden vor allem in kosmetischen Produkten wie Deodorants eingesetzt. Das Leichtmetall verschließt die Poren, hemmt die Schweißbildung und verringert so den Schweißgeruch. Bei der Verwendung ist jedoch Vorsicht geboten. Einige Verbindungen wie zum Beispiel Aluminium Chlorohydrate stehen im Verdacht, Hautreizungen zu verursachen. Doch nicht nur das: Aluminium bleibt nicht auf der Haut, sondern dringt in diese ein und kann sich in der Brustdrüse sammeln. Weil Brustkrebs sich häufig dicht an der Achselhöhle bildet, vermuten Experten schon lange, dass Aluminium in Deos die Krebserkrankung auslösen könnte.

Quellen für die Bewertung kosmetischer Inhaltsstoffe

Als Grundlage für die Bewertung werden unter anderem die Funktionen der Europäischen Kommission, Informationen der Verbraucherzentrale oder auch Informationen des California Department of Public Health verwendet. Stehen keine geeigneten Datenquellen zur Verfügung, werden die Inhaltsstoffe auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse von CodeCheck selbst bewertet. Zusätzlich setzt CodeCheck auf Informationspartner - beispielsweise bei den Spezialbewertungen für Mikroplastik, Nanopartikeln und Duftstoffen.

Kosmetische Inhaltsstoffe

Europäische Kommission | Europa
https://www.verbraucherzentrale.de/kosmetik

Hormonell wirksame Inhaltsstoffe, Mikroplastik, Nanopartikel

BUND | Deutschland

Allergene Duftstoffe

DAAB | Deutschland