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Wie der Darm unsere Gesundheit beeinflusst

Darm-Hirn-Achse

Wie der Darm unsere Gesundheit beeinflusst - Darm-Hirn-Achse

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Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, funktioniert ein Großteil der Abwehrarbeit des Körpers nicht mehr. Das Immunsystem des Darms schützt uns nämlich vor Bakterien, Pilzen und anderen Eindringlingen. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun: Störungen im Darm begünstigen nicht nur körperliche Erkrankungen, sondern beeinflussen sogar das Gehirn!

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Beim Menschen besteht die Darmflora aus knapp 1000 verschiedenen Bakterienarten – insgesamt aus knapp 100 Billionen Bakterien! Jeder Mensch besitzt dabei eine eigene individuelle Darmflora, die durch Ernährung und andere immunologische Prozesse beeinflusst wird.

Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass sich die Zusammensetzung der Darmflora erheblich auf das Gehirn auswirkt. In Fachkreisen spricht man von der sogenannten „Darm-Hirn-Achse“, mit der die Wechselwirkungen zwischen der menschlichen Darmflora und neurologischen Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Alzheimer festgestellt werden können. Auch Depressionen sollen mit der Darmflora in Verbindung stehen.

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Entstehen Depressionen im Darm?

Für eine Studie wurden sowohl depressiven als auch gesunden Patienten Stuhlproben entnommen und in den Darm von Ratten gespritzt. Das Ergebnis: Das physiologische Gleichgewicht der Darmbakterien veränderte sich bei den Versuchstieren die den „kranken“ Stuhl erhalten hatten. Die Tiere entwickelten depressives und ängstliches Verhalten.

Außerdem nahmen die Botenstoffe Tryptophan und Kynurenin zu, die als Mitverursacher von Depressionen gelten.

Ein Mangel an Darmbakterien kann Multiple Sklerose begünstigen

In Studien wurde zudem festgestellt, dass Multiple-Sklerose-Patienten eine geringere Bakterienvielfalt im Darm haben als gesunde Menschen.

Die Ursachen dafür, konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Fakt ist aber, dass Bakterien normalerweise kurzkettige Fettsäuren produzieren, das sogenannte Propion, auch Probinsäure genannt. Diese beeinflussen die Immunzellen im Gehirn, die an der Entstehung und dem Verlauf von Multipler Sklerose beteiligt sind. Die Immunzellen funktionieren nur einwandfrei, wenn genug Propion aus der Nahrung freigesetzt wird.

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Weitere Studien von Forschern aus Schweden & der Schweiz konnten zeigen, dass Darmkeime durch Verstrickungen mit dem Immunsystem, Entzündungen im zentralen Nervensystem verstärken oder dämpfen könnten. So fanden die Forscher an einer Studie mit Mäusen heraus, dass eine veränderte Darmflora Alzheimer-Demenz verursachen kann.

Aufgrund dieser Ergebnisse hoffen die Forscher neue Therapieansätze für die jeweiligen Krankheiten entwickeln zu können, beispielsweise durch neue Medikamente auf Propionsäurebasis. Bisherige Erkenntnisse zeigten bei Verabreichung der Präparate, eine Vermehrung der Abwehrzellen um 30 Prozent und eine deutliche Abnahme der Entzündungszellen. Klinische Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Heilung durch Stuhltransplantationen?

Forscher arbeiten außerdem zunehmend daran Erkrankungen mit sogenannten Stuhltransplantationen zu heilen.

Dazu wird eine kleine Menge fremder Stuhl in den Darm gespritzt. Neue gesunde Bakterien können sich so im Darm ansiedeln und die ursächliche Krankheit mildern oder sogar ganz beseitigen.

Das kann entweder während einer Darmspieglung vorgenommen werden, der Stuhl kann aber auch über eine Nasensonde oder seit neuestem auch über Kapseln verabreicht werden. Gespendet wird dabei von Personen aus dem gleichen Familienkreis, da sich die Darmflora meist sehr ähnelt. Nach der Spende wird der Stuhl speziell aufbereitet und gefiltert, bevor er verabreicht werden kann.

Veränderte Darmflora in westlicher Welt

Probiotische Ernährung für einen gesunden Darm

Eine gesunde Dramflora kann man mit der richtigen Ernährung stärken – wie probiotischen Lebensmitteln (Joghurt), ausreichend ballaststoffreicher Kost und viel Milchsäure (Kefir, Buttermilch, Dickmilch).

Zu einer darmfreundlichen Ernährung gehören aber auch viel frisches Obst und Gemüse, Körner, ungesättigte Fettsäuren, pflanzliche Fette und wenig Zucker.

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