Welche Beere ist gesünder und nachhaltiger?

Gojibeeren vs. Sanddorn

Welche Beere ist gesünder und nachhaltiger? - Gojibeeren vs. Sanddorn

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Sie soll ein wahrer Jungbrunnen sein und viel Vitamin C enthalten, heißt es über die asiatische Gojibeere. Doch ist sie wirklich so exotisch? Denn hierzulande wächst auch eine wunderbare Konkurrenz: der Sanddorn. Was du unbedingt vor dem Kauf dieser Superfoods wissen musst.

Sanddorn und Gojibeere – woher kommen sie?

Sanddorn, auch „Zitrone des Nordens“ genannt, kennen die meisten aus dem Urlaub an Ost- oder Nordsee – wobei Sanddorn in Bayern und anderen Teilen Deutschlands ebenfalls natürlich vorkommt. Was die wenigsten wissen: Ursprünglich stammt der Sanddorn aus: Nepal. Von dort aus verbreitete sich die Pflanze nach Ost- und Westasien und schließlich bis nach Europa.

Die Gojipflanze, deren botanischer Name „Gemeiner Bocksdorn“ ist, hat auch asiatische Wurzeln. In China spielen Gojibeeren bereits seit 6.000 Jahren eine essentielle Rolle in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Laut Wildkrautgarten kommt Goji vor allem in südlichen Ländern verwildert vor. In Deutschland findet man das Superfood vor allem im Osten Deutschlands.

sanddorn

Wie steht es um die Ökobilanz?

Selbst wenn Goji hierzulande auch wild wächst und sich einfach kultivieren lässt, hat der Großteil der Ware im Handel einen langen Weg hinter sich: 99% der getrockneten Gojibeeren kommen aus China. Im Jahr 2013 exportierte China rund 9.500 Tonnen getrockneter Gojibeeren, schreibt Goji-Plantage.

„Die langen Wege der meisten Superfoods sind auch kein besonders gutes Kriterium für die Ökobilanz der Lebensmittel. Gojibeeren nehmen sehr leicht Pestizide auf und Kritiker sehen insbesondere Produkte aus China daher als problematisch an“, berichtet die WDR-Sendung „Servicezeit“.

Sanddorn schneidet nicht besser ab

Ähnlich sieht es leider beim Sanddorn aus. Auch wenn dieser ebenfalls wild in Deutschland wächst, wird viel importiert. Bislang werde ein Großteil der in Deutschland verarbeiteten Sanddornbeeren im Kühlcontainer aus China importiert – mit Abstrichen bei der Qualität, sagt Frank Spaethe, Geschäftsführer der Sanddorn Storchennest GmbH, gegenüber Topagrar.

Daher gilt bei Gojibeeren genau so wie bei Sanddorn: Achte beim Kauf auf die Herkunft und bevorzuge regionale oder zumindest deutsche oder EU-Produkte. Und wer Platz im Garten hat, kann sich ja auch selbst im Anbau versuchen.

Goji Beere

Was ist gesünder?

Nährwerte von 100g Gojibeeren:

  • 12g Eiweiß
  • 5g Fett
  • 55g Kohlenhydrate
  • 11g Ballaststoffe

Nährwerte von 100g Sanddornbeeren:

  • 1,4g Eiweiß
  • 7,1g Fett
  • 60g Kohlenhydrate
  • 3g Ballaststoffe

Goji- und Sanddornbeeren weisen eine sehr ähnliche Zusammensetzung auf. Goji liegt allerdings hinsichtlich des Eiweißgehaltes (um rund das achtfache) und der enthaltenen Ballaststoffe (um rund das vierfache) vorn.

Viel Eisen und andere wertvolle Spurenelemente

Gojibeeren enthalten jede Menge gesunde Inhaltsstoffe und Vitamine. Dazu gehören 21 Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Mangan, Chrom, Selen, Aluminium, Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor, Cadmium, Kobalt, Lithium, Molybdän, Nickel, Niobium, Silber-Strontium, Titanium, Vanadium, Yttrium, Zinn und Zirkonium, sowie Germanium, das gegen Krebs wirkt.

Nur 50 Gramm Gojibeeren decken den Bedarf an Eisen, das den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht (Goji-Beere.info).

Sanddornbeeren haben mit 15 Spurenelementen nur sechs weniger als Gojibeeren. In Sanddorn steckt unter anderem Aluminium, Bor, Eisen, Mangan, Magnesium, Silizium und Titan (Sanddornquelle.de, Superfoods ABC).

Vitamine in Goji- und Sanddornbeeren

Sanddorn pro 100g im Durchschnitt:

  • Vitamin A: 2 - 12mg
  • Vitamin B1: 0,02 - 0,35mg
  • Vitamin B2: 0,03 - 0,3 mg
  • Vitamin B3/Niacin: 0,743mg
  • Vitamin B9: 0,8mg
  • Vitamin C: 200 bis 800mg
  • Vitamin E: 5 - 15mg
  • Vitamin K: 1 - 12mg
  • Vitamin F/ungesättigte Fettsäuren: 75 - 100mg

Gojibeeren pro 100g im Durchschnitt:

  • Vitamin A: 1,4mg
  • Vitamin B1: 0,15mg
  • Vitamin B2: 1,6mg
  • Vitamin B3/ Niacin: 4,5mg
  • Vitamin B6: 2mg
  • Vitamin C: 15 - 20mg

Beide Früchte glänzen mit ihrem besonders hohen Vitamin-C-Gehalt. Beim Sanddorn sind es pro 100 Gramm durchschnittlich 450mg und bei Gojibeeren 15mg. Damit schneidet Sanddorn hinsichtlich des Vitamin-C-Gehalts um ein vielfaches besser ab.

Pestizide bei Goji-Beeren!

Achtung: Beim Kauf von Gojibeeren bitte darauf achten, dass die Ware rückstandskontrolliert ist. Bei chinesischen Gojibeeren wurden schon mehrfach hohe Pestizidbelastungen festgestellt, das berichtet unter anderem Die Presse.

Da Sanddorn ebenfalls zum Großteil aus China importiert wird, ist auch hier Vorsicht geboten.

Alle Beeren sind Superfoods

Sowohl Sanddorn als auch Goji wachsen wild in Deutschland und lassen sich sogar im eigenen Garten kultivieren. Die Ökobilanz: Beide Pflanzen werden zum Großteil aus China importiert. Daher bitte auf Bio- und Fairtrade-Siegel achten.

Und zu guter Letzt: Es muss nicht immer ein Exot wie Goji auf den Tisch. Ob heimische Himbeere, Heidelbeere, Brombeere, Schwarze Johannisbeere oder Sanddorn: „Jede Beere hat vielfältige ernährungsphysiologische Vorteile“, erklärt Gerhard Rechkemmer vom Max Rubner-Institut (MRI), dem Bundesforschungsinstitut für Lebensmittel und Ernährung gegenüber dem „Spiegel“.

Rechkemmer rät möglichst häufig zu Beeren zu greifen, die aus Deutschland und Europa stammen: „Die exotischen Beeren kommen aus Ländern wie China und Brasilien, in denen nicht die gleichen hygienischen Vorgaben gelten wie bei uns.“

Tipp für viel Vitamin-C: Wer auf der Suche nach Beeren mit viel Vitamin C ist, der findet in schwarzen Johannisbeeren und Hagebutten eine ähnlich hohe Konzentration wie in Sanddorn.

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