Was sind eigentlich Faszien? Und wie du sie trainierst!

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Was sind eigentlich Faszien? Und wie du sie trainierst! - Mit Experten-Tipps

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Das es sie gibt, weiß man schon länger. Aber welche Rolle Faszien in unserem Körper spielen und inwiefern sie unsere Gesundheit mitbestimmen, daran wird aktuell geforscht. Klar ist schon jetzt: Sie wurden zu lange unterschätzt und können bei Schmerzen sowohl Auslöser als auch Helfer sein. Auch die deutsche Nationalmannschaft vertraut auf einen Faszien-Experten …

Gesunder Körper, entspannte Faszien

Faszien sind feine Bindegewebsfasern, die flächig Muskeln, Organe, Knochen, Gelenke, Blutgefäße und Nerven umgeben – so stützen sie unseren Körper und geben ihm Struktur. Faszien können sich zusammenziehen und entspannen, sie enthalten Lymphflüssigkeit und Nerven, nehmen Schmerzen wahr und können diese an das Gehirn weiterleiten. Deshalb bezeichnen manche Mediziner sie inzwischen als zusätzliches Sinnesorgan, das unsichtbar verborgen im Körper wichtige Arbeit leistet.

Im gesunden Zustand liegen die Faszien entspannt in geordneten Bahnen. Bei Krankheit, einer Verletzung, einer Unter- oder Überbelastung der Muskeln oder aber psychischem Stress reagiert das Bindegewebe. Annika Stein vom Bildungswerk des Landessportbundes Rheinland-Pfalz erklärt Codecheck: „Diese Faktoren führen dazu, dass sich das Fasziengewebe in seiner Struktur verändert und verfilzt, verklebt und verhärtet. Folgen sind dann z.B. unangenehme Verspannungen und Schmerzen im Nacken-, Schulter und Rückenbereich.“

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Faszien-Stimulation als Therapie auch zu Hause möglich

Therapiemöglichkeiten? Manuelle Therapie ist das Stichwort! Durch die richtige Stimulation durch Druck, Akupunktur, Massagen oder auch einfache Übungen können die Verklebungen der Faszien gelockert und nach und nach gelöst werden.

So gibt es einfache und unkomplizierte Möglichkeiten seine Faszien auch zu Hause oder im Büro zu trainieren: „Das „Ausrollen“ mit einer Schaumstoffrolle oder einem Tennisball beispielsweise kann man gefahrlos durchführen, wenn man sich nach seinem eigenen Schmerzempfinden richtet“, so Annika Stein vom Bildungswerk Sport.

Generell rät die Expertin sich regelmäßig und möglichst abwechslungsreich zu bewegen! Vielsitzern könne ein höhenverstellbarer Schreibtisch helfen, um monotone Bewegungsabläufe im Alltag zu verringern. Außerdem: „Variantenreiche Dehnungen in alle mögliche Richtungen und Winkel, wie sie z.B. im Yoga durchgeführt werden, sprechen optimal die myofaszialen Ketten an. Belebend wirken sich außerdem federnde Sprünge aus, wie du sie beim Seil springen durchführst.“

Erste Effekte spüre man dabei bereits unmittelbar nach dem „Ausrollen“ oder einem variantenreichen Dehnen: Nämlich ein wohliges, lösendes Gefühl. „Effekte in Bezug auf eine verbesserte Beweglichkeit sowie die kollagene Erneuerung benötigen allerdings mehrere Monate. Ein regelmäßiges Training – mindestens 2-3 mal die Woche à 10 Minuten – ist daher unbedingt empfehlenswert“, so Stein.

Auch die Profis sind auf ihre Faszien angewiesen

Im Ärzte-Team der deutschen Fußballnationalmannschaft kümmert sich Klaus Eder, Chef-Physiotherapeut des DFB um die Faszien der Spieler. Er setzt bereits seit Jahrzehnten auf die gezielte Behandlung des muskulären Bindegewebes.

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Mit den richtigen Massagegriffen können muskuläre Probleme nachhaltig gelöst – doch mit dem richtigen Training können sie sogar vermieden und Fähigkeiten wie Schnelligkeit und Sprungkraft verbessert werden, sagt Experte Dr. Robert Schleip in einem Interview mit dem DFB: „Ein gutes Beispiel für Sportler mit stark ausgebildeter Faszienstruktur sind die erfolgreichen afrikanischen Langstreckenläufer. Sie haben nicht kräftigere Muskeln als die Europäer, dafür aber besser ausgebildete Sehnen, die eine höhere elastische Speicherkapazität für Bewegungsenergie haben. Neben der Genetik kommt das bei vielen dieser Läufer auch durch ein spezielles Training im Wachstumsalter mit viel Hopserläufen, Barfußarbeit, Geländeläufen, Rückwärtslaufen, rhythmischen Sprungvariationen und mehr.“

Faszien gut, alles gut - so einfach ist es natürlich nicht. Aber mit der Anerkennung der Leistung dieses Gewebes und der weiteren Erforschung der Wirkungsmechanismen ist die Forschung auf einem sehr guten Weg, noch vielen Patienten mit natürlichen Mitteln zu helfen und unnötige Operationen zu vermeiden.

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