WWF-Studie: „Kein Palmöl ist auch keine Lösung“

Worauf sollte man achten?

WWF-Studie: „Kein Palmöl ist auch keine Lösung“ - Worauf sollte man achten?

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Palmöl befindet sich mittlerweile in jedem zweiten Supermarktprodukt: In Süßwaren, Pizzen, Waschmittel, Kosmetika, … Doch ganz auf das Öl zu verzichten, sei nach einer neuen WWF-Studie auch keine Lösung.

Weltweit werden auf über 17 Millionen Hektar rund 60 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl produziert. Das meiste in Indonesien und Malysia. Der WWF errechnete, dass davon rund 1,8 Millionen Tonnen nach Deutschland fließen. Zum Vergleich: Die gesamte EU bezieht mit 15 Prozent des jährlichen Ertrags 5,5 Millionen Tonnen. Und wofür braucht Deutschland das Palmöl?

Laut WWF fließen beispielsweise

  • 41 Prozent in in Biodiesel
  • 33 Prozent in Nahrungsmittel – allen voran in Magarine und deren zubereitungen, gefolgt von Brot- und Backwaren, Pizzen und andere Fertigprodukten, Schokolade, …
  • 8 Prozent des deutschen Palmöls gehen in Futtermittel (weshalb ein eingeschränkter Fleischkonsum empfehlenswert ist)
  • 17 Prozent finden industrielle Verwertung im Pharmazie-, Kosmetik- und Reinigungsmittelbereich

Das Palmöl-Dilemma

Allerdings: „Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar noch verschlimmern“, so Ilka Petersen vom „WWF Deutschland“.

Würde Deutschland nach Berechnung des WWFs Palmöl komplett sub­s­ti­tu­ie­ren wollen, so seien für die Gewinnung anderer Pflanzenöle weltweit rund 1,4 Milllionen Hektar mehr Anbaufläche notwendig (zum Vergleich: Ein Fußballfeld misst 0,714 Hektar). Das Problem sei hierbei, dass Raps, Kokos und Sonnenblumen ertragsärmer pro Hektar seien (rund 0,7 Tonnen Öl) – wobei Ölpalmen rund 3,3 Tonnen Palmöl erwirtschafteten.

Durch diesen zusätzlichen Flächenbedarf geriete die biologische Vielfalt weiter unter Druck. Auch der Ausstoß von Treibhausgasen würde infolge des größeren Flächenbedarfs laut WWF ansteigen: „Von rund 309 Mio. Tonnen zuätzlichen Emissionen geht das WWF-Szenario aus. Das entspräche etwa einem Drittel des jährlichen CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik“, heißt es in der Pressemitteilung.

Frisches Palmöl in der Flasche

Palmöl nicht ersetzen, aber schätzen

Die Lösungsansätze des WWF: Anbau, Ernte, Transport und Anwendung von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher gestalten bei gleichzeitiger drastischer Senkung des Bedarfs.

Dieses Ziel bedarf Anforderungen an Konsumeneten, Industrie und Politik. Der WWF prognostiziert: Die Hälfte des Palmölbedarfs in Deutschland ließe sich durch veränderten Konsum einsparen. Dazu heißt es: „Dafür müsste jedoch die Nachfrage nach Schokolade, Eiscremes, Fertiggerichten, Süß- oder Knabberwaren sowie Fleisch halbiert werden. Zudem dürfe kein Palmöl mehr in Biokraftstoffen Verwendung finden.“

Des Weiteren müsste die Industrie Verantwortung gegenüber strengeren ökologischen und sozialen Kriterien übernehmen – nicht nur im Hinblick auf die Palmölproduktion. Politisch könnte diese Verantwortung beispielsweise mit Gesetzen und Nachhaltigkeitskriterien gesichert werden.

Schon jetzt gäbe es zertififiziertes Palmöl, darauf sollten Konsumeten achten – diese geben beispielsweise die genutzten Flächen zur Ölproduktion frei und bemühen sich um Artenschutz und das Verbot von Kinderarbeit.

Codecheck hilft Dir Palmöl in Lebensmitteln und Kosmetika zu erkennen.

Die komplette Studie findest Du hier.

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