Spielzeug aus Müll: Der andere Bastelspaß für Kinder

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Spielzeug aus Müll: Der andere Bastelspaß für Kinder - Upcycling

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© Re-Cycle-Me

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Bunte Roboter, gefährliche Tiere, Raketen oder ein Prinzessinnen-Outfit – die Boxen des niederländischen Spielzeugherstellers Fun2Give bieten unter der Marke Re-Cycle-Me kreative Bastelboxen für Kinder zwischen vier und neun Jahren. Das Besondere: Sie bestehen überwiegend aus Müll.

Gründerin Ellen Boekraad ist bereits seit 20 Jahren in der Spielzeugbranche aktiv. Seit 2007 verkauft die Niederländerin mit ihrem Unternehmen Fun2Give selbst designtes Spielzeug. Begonnen hat sie mit komplett ausgestatteten Spielzelten, die vor allem die Fantasie für Rollenspiele anregen. Doch schon immer hatte sie den Wunsch nachhaltiges Spielzeug zu entwerfen – nur nie die richtige Idee. Doch die kam 2015 beim Müllherausbringen. „Ich bin Mutter von sechs Kindern und bei uns fällt entsprechend viel Müll an. Auf einmal kam mir der Gedanke: kann man mit Müll nicht viel besseres machen, als ihn nur wegzuwerfen?“, sagt Boekraad heute.

Sie suchte sich Toilettenrollen, Milchpackungen und Eierkartons heraus und begann, daraus Spielzeug zu basteln. „Wichtig war mir, dass es sich um alltäglichen Müll handelt, der überall auf der Welt verfügbar ist. Mit Re-Cycle-Me wollen wir Kinder spielerisch auf der Müllproblem aufmerksam machen und sie mit dem Recycling in Berührung bringen“, sagt Boekraad.

Müll sammeln, kombinieren, fertig

Die Kindern müssen lediglich den auf der Verpackung abgebildeten Müll sammeln und ihn mit den in der Box enthaltenen Teilen kombinieren – fertig ist das Spielzeug aus Müll. Die Anleitung dazu ist mit Bildern gestaltet, sodass auch die Kleinsten ohne lesen zu können, selbstständig basteln können. Jede einzelne Box hat Boekraad selbst entworfen.

Gestartet mit jeweils vier Boxen für Jungs und Mädchen hat sie das Sortiment mittlerweile auf über 60 Boxen erweitert. Darunter auch große Sets für Kindergärten oder Schulklassen und Boxen für die Wohnungsdekoration, die auch Erwachsene ansprechen sollen. Ein Erfolg, der sich bereits bei der ersten offiziellen Präsentation im Jahr 2016 ankündigte. Direkt im Anschluss standen erste Verträge für Spielzeughändler aus den Niederlanden und Deutschland in den Büchern. Auf der Spielwarenmesse 2017 standen die Besucher am Stand von Re-Cycle-Me Schlange, um die Boxen auszuprobieren. Heute liefert Boekraad ihr Müll-Spielzeug in 15 Ländern.

Künftig auch Verpackungen Teil des Spiels

Gefertigt werden die Re-Cycle-Me-Boxen in China. Der Grund: all die für die Boxen benötigten zusätzlichen Teile, aus denen dann das fertige Spielzeug wird, sind in China komplett erhältlich. Selbstverständlich seien die Fabriken auch Arbeitsstandards zertifiziert. Boekraad nennt unter anderem BSCI (Business Social Compliance Initiative) und ICTI (International Council of Toy Industries). BSCI basiert auf den Standards der International Labour Organisation und soll die Einhaltung von Sozialstandards garantieren. Zahlreiche NGOs kritisieren BSCI als nicht weitreichend genug. Vor allem die geringe Beteiligung der lokalen Stakeholder und eine mangelnde Transparenz bei den Audits sind Punkte, die negativ bewertet werden.

Zudem handelt es sich bei der von der Otto GmbH ins Leben gerufenen Initiative um einen Zusammenschluss von Privatunternehmen auf freiwilliger Basis. Der ICTI-Kodex enthält unter anderem Arbeitsschutzvorkehrungen, Mindestlöhne und Arbeitszeiten, Leistungen bei Krankheit und Schwangerschaft. „Wir kennen die Produktionsstätten in China seit Jahren, da wir auch ein Büro in Hong Kong haben“, sagt Boekraad. Eine Mitarbeiterin ist jede Woche vor Ort und schaut nach dem Rechten.

Die Kartons und alle Papierteile in den Boxen stammen aus FSC-zertifizierten Wäldern, die verwendeten Farben sind auf Wasserbasis. In neuen Boxen, die bald auf den Markt kommen, werden die Verpackungen zudem mit ins Spiel einbezogen. „So wird bei einem aus der Box eine kleine Pizzeria“, verrät Boekraad ihre Pläne. Es wird also ausreichend Abwechslung in den Kinderzimmern geben.

Dieser Artikel erschien zuerst im „enorm Magazin“.

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