Riskanter Genuss: Koffein in der Schwangerschaft

Aktuelle Studie aus den USA

Riskanter Genuss: Koffein in der Schwangerschaft - Aktuelle Studie aus den USA

koffein-schwangerschaft

von

Mehr als zwei Tassen Kaffee täglich können das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob Frau oder Mann der Konsument ist.

Der Konsum koffeinhaltiger Getränke ist offenbar eng mit dem Verlust des Fötus verknüpft. Laut einer amerikanischen Studie erhöht der Konsum von mehr als zwei koffeinhaltiger Getränke in den Wochen vor der Empfängnis und zu Beginn der Schwangerschaft, das Risiko einer Fehlgeburt erheblich. Dabei spielt nicht nur der Konsum der Mutter eine Rolle – sondern auch der des Vaters.

Über 500 Paare wurden untersucht

Im Fachmagazin „Fertility and Sterility“ sagt Germaine Buck Louis, Leiterin der Studie, dass auch ein fortgeschrittenes Alter des Paares sowie die Anhäufung schädlicher chemischer Substanzen im Körper die Gefahr erhöhe.

Insgesamt nahmen 501 Paare in den US-Bundesstaaten Michigan und Texas bei der Studie teil. Betrachtet wurde der Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Lebensstil sowie den Umweltgiften, denen die Probanden ausgesetzt waren.

Koffein als Risikofaktor

Die Paare mussten Angaben zu ihrem Koffein- und Tabakkonsum machen. Bei den 344 Paaren, bei denen eine Frau schwanger wurde, verglichen die Forscher die Angaben aus den sieben Wochen vor der Befruchtung und den ersten sieben Schwangerschaftswochen. Insgesamt gab es 98 Fehlgeburten, was einen Anteil von 28 Prozent bedeutet.

Ein Quotient grösser als 1,0 bedeutete ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko für jeden Tag nach der Empfängnis, ein Quotient kleiner als 1,0 ein verringertes Risiko pro Tag. Das Risiko einer Fehlgeburt stieg um den Quotienten 1,74, wenn die Frau durchschnittlich mehr als zwei koffeinhaltige Getränke zu sich nahm. Bei Männern mit entsprechendem Konsum erhöhte sich das Risiko der Partnerinnen um den Quotienten 1,73.

Multivitamintabletten senken das Risiko einer Fehlgeburt

Dennoch ist nicht bewiesen, ob tatsächlich der erhöhte Koffeinkonsum Ursache für die Fehlgeburten war. Die Forscher stellten lediglich einen statistischen Zusammenhang her. Der Konsum von Koffein könne in diesem Zeitraum die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt erhöhen, jedoch kann auch eine ungesunde Lebensweise im allgemeinen Auslöser sein.

Eine zusätzliche These der Forscher: Wollen Frauen das Risiko einer Fehlgeburt verringern, hilft die Einnahme von Multivitamintabletten. Um 55 Prozent sinke die Gefahr, wenn Frauen in den Wochen vor Beginn der Schwangerschaft täglich Vitamintabletten schlucken. Wird die Einnahme nach der Befruchtung fortgesetzt, sinkt das Risiko sogar um satte 79 Prozent.

Vielleicht hilft aber auch einfach ein gesunder Lebensstil statt Vitamin-Tabletten.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 4 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

sport
Alles wieder auf Anfang –
lakritz
Gesundheit –
Kaffee-Tassen-Koffein-186407768 Kopie
Verantwortungsvoller Konsum –

Umfrage

schmetterling 3
Anzeige

Hilf mit Produkte nachhaltiger zu gestalten

Wir wollen zusammen mit Dir dafür sorgen, dass Produkte in Zukunft noch gesünder und nachhaltiger produziert werden. Dazu arbeiten wir u.a. mit dem BUND, WWF, Greenpeace, weiteren Partnern und auch mit den Herstellern auf Projektbasis zusammen.

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Ein Jahr nach dem „Einstieg in den Ausstieg“

küken

Wie lange wird es das Küken-Töten in Deutschland noch geben?

Die Eierindustrie steht seit Jahren vor dem selben Problem: Was tun mit den rund 45 Millionen männlichen Küken, die keine Eier legen können, aber auch zu langsam Fleisch ansetzen? Bisher wurden diese Eintagsküken kurz nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet. Auf der „Internationalen Grünen Woche 2017“ in Berlin stellte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU eine neue Technologie vor und verkündete „den Ausstieg aus dieser ethisch und moralisch inakzeptablen Praxis“. Ein Jahr ist vergangen. Was hat sich seither getan?