Maden als Palmölersatz?

Rettung für den Regenwald?

Maden als Palmölersatz? - Rettung für den Regenwald?

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Palmöl steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt. Dabei werden für den Anbau der Ölpalme riesige Flächen Regenwald gerodet. Jetzt will ein Biogashersteller einer Alternative gefunden haben: Maden.

Seit Jahren ist der Anbau von Ölpalmen die Hauptursache für das Abholzen des Regelwalds, weiß die BR-Sendung „Faszination Wissen“. Ihr rötliches Öl aus dem Fruchtfleisch verwendet die Lebensmittelindustrie beispielsweise für Fertigprodukte. Das Öl aus dem Kern dagegen wird in Waschmitteln, Kosmetik und Bio-Diesel verwendet.

Diese Vielseitigkeit macht das Innere der Ölpalm-Früchte so beliebt und lukrativ. Für sie vernichten Ackerbauern in heißen und feuchten Tropenregionen deshalb ganze Baumbestände. Das wird zur Gefahr für Umwelt und Klima. Deshalb suchen Forscher auf der ganzen Welt schon längere Zeit nach Alternativen.

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Viel Fett, viele Proteine in den Larven der Soldatenfliegen

Auch das Unternehmen „Bio S“ aus dem sächsischen Grimma und setzt auf Maden: „Larven der schwarzen Soldatenfliege bieten sich für eine solche Großzucht extrem gut an, weil sie sehr, sehr viele Nachkommen produzieren.

Und die Larven von diesen Fliegen, die haben einen hohen Proteinanteil. Auch einen hohen Fettanteil. Und genau diese hochwertigen Bestandteile wollen wir nutzen“, erklärt Biologe und Projektleiter Dennis Hluschi gegenüber dem „MDR“.

Einfache Züchtung

Dazu verwendet der Betrieb bestimmtes Futter für die Maden. Es sorgt dafür, dass die Maden hochwertige, dem Palmöl wohl sehr ähnliche Fette produzieren, so Hluschi weiter. Im nächsten Schritt werden die Raupen schockgefrostet und zerkleinert, um schließlich das Fett von den Proteinen der Tiere zu trennen.

„Bio S“ kann in ihrer vergleichsweise kleinen Biogasanlage laut Hluschi bereits eine Tonne Maden im Monat produzieren. Es scheint also durchaus möglich zu sein, Madenöl in einer Menge herzustellen, die der jährlichen Palmöl-Produktion entspricht - und das sind immerhin 60 Millionen Tonnen weltweit.

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Startschuss in drei Jahren?

Geschäftsführer Jens Liebscher hofft, dass das Zucht-System bis 2020 marktreif ist und von der EU zugelassen wird. Dann will er mit seinem Unternehmen damit beginnen, das Öl an Hersteller für Hühner- und Fischfutter zu verkaufen. Auch in Lebensmitteln und Kosmetika könnte es anstelle von Palmöl theoretisch schon eingesetzt werden. Doch Liebscher befürchtet, dass der Inhaltsstoff „Madenöl“ Verbraucher derzeit noch abschreckt.

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